Nach neun Spieltagen rangieren die Löwen im Niemandsland der Tabelle

„Nicht schlecht“ reicht nicht für den TSV 1860 München gegen abgezockte Duisburger 

Auch das noch: Steinhart sah spät Gelb-Rot.
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Auch das noch: Steinhart sah spät Gelb-Rot.

Der dritte Septembersamstag 2019 n. Chr. Ganz München ist im Wiesn-Rausch. Ganz München? Nein! In Giesing und Umgebung ist schon am Samstag um kurz vor 16 Uhr Ernüchterung eingekehrt.

München – Der örtliche Drittligist hat sein Auswärtsspiel beim MSV Duisburg mit 1:2 Toren verloren. Nach neun Spieltagen rangieren die Löwen mit elf Punkten im sogenannten Niemandsland der Tabelle – auf halber Strecke zwischen Minuspol Jena (1) und Spitzenreiter Unterhaching (20).

„Uns fehlt noch die Ausstrahlung einer Topmannschaft“, analysiert Übungsleiter und Chefstratege Daniel Bierofka. „Im Vergleich zu uns haben die Duisburger einige Entscheider in der Mannschaft.“

Entscheidend bei 1860 sind die Unzulänglichkeiten. Was gegen Chemnitz und Jena noch folgenlos blieb, wurde vom Zweitliga-Absteiger aus dem Westen konsequent bestraft. „Beim 1:1 rutscht Tim Rieder vorher weg, beim 2:1 lösen wir vielleicht zu früh aus, haben noch die Chance, die Flanke zu verteidigen. Doch das schaffen wir auch nicht. Und im Zentrum sind wir dann in Unterzahl“, analysierte Bierofka die beiden Gegentore. Dabei sei seine Mannschaft „optimal ins Spiel gekommen“.

Bereits nach 41 Sekunden hatte Leihstürmer Prince Owusu nach einer Umschaltsituation über Dressel und Mölders zur Führung getroffen. Dummerweise blieb dies die beste Aktion im Spiel der Sechziger. „Danach hätten wir mehr dranbleiben müssen, noch mehr agieren“, kritisierte Owusu. „Teilweise waren wir zu passiv. Duisburg war in vielen Situationen schneller im Kopf – und ab und zu auch galliger.“

Sätze, die durchaus aufhorchen lassen. Dass Duisburg den Löwen technisch überlegen sein würde, war zu erwarten. Dass die Zebras ihre Gäste aber auch in Sachen Zweikampfführung und Sprinthärte ausstachen, überraschte ein wenig. „Nicht schlecht gemacht“, habe es seine Mannschaft, urteilte Bierofka. „Nur: Das reicht in Duisburg nicht. Hier musst du über 90 Minuten konzentriert verteidigen. Wenn du hier etwas holen willst, dann musst du ein fast perfektes Spiel abliefern. Das haben wir heute nicht geschafft.“

Die nächste Chance zur Perfektionierung bietet sich den Löwen am Samstag gegen den Kaiserslautern. Dann ohne Phillipp Steinhart, der kurz vor Schluss Gelb-Rot gesehen hatte. Es wird das spannende Duell zweier „Brüder im Geiste“. TSV und FCK sind verbunden durch Tradition, Fanfreundschaft, Misswirtschaft und den Noteinstieg eines Investors, der hoch hinaus will. Vielleicht sollte sich der Luxemburger Immobilien-Milliardär Flavio Becca bei Hasan Ismaik erkundigen, welche Fehler man auf dem Weg in die Champions League tunlichst vermeiden sollte. Muss ja nicht auf der Wiesn sein. 

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