Wer hat die Nase wirklich vorn?

Mitten im Nachwuchs-Zoff: Knappes U16-Derby zwischen 1860 und Haching

Dürften ein Auge auf das U16-Derby geworfen haben: UHG-Präsident Manni Schwabl (l.) und Löwen-Coach Michael Köllner.
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Dürften ein Auge auf das U16-Derby geworfen haben: UHG-Präsident Manni Schwabl (l.) und Löwen-Coach Michael Köllner.

1860 München und die SpVgg Unterhaching liegen im Clinch. Wer hat die bessere Nachwuchsarbeit? Eine Entscheidung fiel nun auf dem Platz. 

München - Unterhaching-Präsident Manfred Schwabl und Löwen-Coach Michael Köllner liefern sich derzeit einen offenen Schlagabtausch. Die große Streitfrage: Wer hat die bessere Nachwuchsarbeit? Hinter dem MSV Duisburg reihen sich die beiden auf Platz zwei und drei im Fördertopf des DFB ein. Dass die Spielvereinigung hier aber hinter 1860 landet, ist für Schwabl kein klares Zeichen dafür, wer nun tatsächlich mehr in seiner Jugend leistet. 

TSV 1860 München gegen SpVgg Unterhaching: Köllner und Schwabl im Nachwuchs-Zoff

„Wir haben letztes Jahr bewiesen, dass wir nicht umsonst die zweitbeste Mannschaft waren, was den Einsatz junger Spieler betrifft“, hatte Michael Köllner von den Leistungen der Löwen-Talente geschwärmt und eine Spitze an die UHG geschickt: „Vor dem angeblichen Jugendverein Unterhaching.“

„Komischerweise“ hätte 1860 am Ende „mehr Einsatzminuten als dieser auserkorene Jugendverein“, schob er nach und musste nicht lange auf die Reaktion von Manni Schwabl warten. Der 54-Jährige - ohnehin nicht dafür bekannt, zimperlich zu sein - schoss hart zurück. 

Manfred Schwabl schießt hart gegen Michael Köllner zurück: „Kann mich sehr gerne anrufen“

Köllner kenne sich beim Thema Nachwuchsförderung offenbar nicht so gut aus, sinnierte Schwabl und rechnete die Einsatzminuten deutscher Nachwuchsspieler in beiden Vereinen vor. Sein Ergebnis: 5.361 zu 3.811 für die SpVgg Unterhaching. Die Löwen hätten mehr Geld aus dem Fördertopf bekommen, weil ihr Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) aktuell noch höher bewertet würde. „Michael Köllner hat meine Nummer und kann mich zum Thema ‚Nachwuchsfördertopf 3. Liga‘ jederzeit sehr gerne anrufen“, wendet sich der UHG-Präsident direkt an seinen Streitpartner und stellt - aus seiner Sicht - klar: „Fakt ist auch, dass wir mittlerweile ‚seine‘ Löwen in der Nachwuchsausbildung überholt haben.“

Löwen gegen Unterhaching: Wer hat in der Jugend die Nase vorn? UHG sieht sich im Vorteil

Medial wird scharf geschossen, aber wer hat nun wirklich die Nase vorn? Der oft beschworene „Hachinger Weg“ oder doch der „traditionelle Ausbildungsverein“ 1860 München? Einen kleinen Fingerzeig will man in Unterhaching schon beim Transfer von U17-Toptorjäger Andreas Hirtlreiter ausgemacht haben und nun gibt es wieder leichten Rückenwind. 

Während der Streit zwischen den beiden Alphatieren tobt, haben sich die mehr oder weniger unfreiwillig beteiligten auf dem Platz getroffen. Im Junioren-Derby kam es zum Kräftemessen der U16-Kicker

Test-Derby mitten im Nachwuchs-Zoff: Löwen-UHG-Zoff damit entschieden? Coach bleibt am Boden

Das entschieden die Youngster der Spielvereinigung für sich, mit einem knappen 1:0. In Unterhaching spricht man allerdings von einem verdienten Sieg der ersatzgeschwächten Bönig-Elf. 

Der Coach selbst lässt jedoch durchscheinen, dass ihn die verbalen Nebenschauplätze eher kalt lassen. „Für den aktuellen Stand der Vorbereitung und der aktuellen Personalsituation war das eine sehr ansprechende Leistung - Kompliment an unsere Mannschaft“, ordnet er in einer Pressemitteilung nüchtern ein, „dennoch ist definitiv noch viel Luft nach oben.“

Hachings NLZ-Cheftrainer, Marc Unterberger, bleibt der Euphorie-Bremse indes fern. „Man hat gesehen, dass da heute eine echte Mannschaft auf dem Platz gestanden ist“, lobt er ausführlich, „die Art und Weise - unabhängig vom Ergebnis - hat mir sehr gut gefallen und spiegelt die Tugenden von Haching absolut wieder.“ Die gesamte Jugendarbeit an nur diesem Spiel zu messen, dürfte vor allem den Löwen sehr fern liegen. Zumindest bis es nach der Corona-Pause wieder regelmäßiger zu Aufeinandertreffen auf dem Platz kommt, darf sich Unterhaching nun aber über das sprichwörtliche 1:0 freuen.

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