Drittligisten stimmen für Saisonfortsetzung – Gorenzel: „Klarer Auftrag“

Der Ball liegt jetzt beim DFB

„Zebras und Löwen steigen auf“: Zumindest für 1860-Kapitän Sascha Mölders steht fest, dass die Saison noch zum gewünschten sportlichen Abschluss kommt.
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„Zebras und Löwen steigen auf“: Zumindest für 1860-Kapitän Sascha Mölders steht fest, dass die Saison noch zum gewünschten sportlichen Abschluss kommt.

Seit Montagabend liegt dem DFB ein Meinungsbild der Drittligisten vor, das dem Dachverband dabei dienen wird, eine Grundsatzentscheidung zu treffen.

VON ULI KELLNER

München– Es geht um die Frage, wie mit der nach dem 27. Spieltag unterbrochenen Saison verfahren werden soll. Mit 10:8 Stimmen (bei zwei Enthaltungen) stimmten die Clubs bei einer Videokonferenz für eine Fortsetzung der Runde mit Geisterspielen – ganz im Sinne der fünf bayerischen Vertreter. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Welche Bedeutung hat die Abstimmung?

Eingeholt wurde ein Meinungsbild, das nicht bindend ist, aber trotz des engen Abstimmungsergebnisses eine Richtung vorgibt. „Soweit möglich, wird weiterhin der sportliche Abschluss der Saison bis zum 30. Juni angestrebt“, heißt es dazu auf dfb.de. Im nächsten Schritt wird sich nun der Ausschuss 3. Liga mit dem weiteren Vorgehen und den damit verbundenen Detailfragen befassen, danach sind die zuständigen DFB-Gremien am Zug.

Wie haben die Vereine abgestimmt?

Ja: Unterhaching, Ingolstadt, 1860, Braunschweig, Bayern II, Rostock, Würzburg, Uerdingen, Köln, Chemnitz.

Nein:Duisburg, Mannheim, Magdeburg, Halle, Zwickau, Münster, Großaspach, Jena

Enthaltung: Lautern, Meppen.

Anmerkung: Duisburg stimmte nur deshalb mit Nein, weil der MSV ein Modell ohne Absteiger befürchtet. Der Zweite Mannheim und die sechs Clubs vom Tabellenende sind für einen Abbruch, bei dem alle auf bequeme Weise ihr Ziel erreichen würden.

Wie reagiertder TSV 1860?

Wie kaum ein Zweiter hat Günther Gorenzel für eine Fortsetzung der Saison gekämpft – und sich dabei auch so manchen Gegner verbal vorgeknöpft (u.a. Waldhof-Boss Markus Kompp). Entsprechend erleichtert kommentierte der 1860-Sportchef das Votum: „Es ist aus meiner Sicht ein klarer Auftrag an alle Verantwortungsträger für den Erhalt der 3. Liga als Profifußballliga, durch die sämtliche Mitarbeiter ihre Existenz bestreiten. Nun liegt es an den politischen Entscheidungsträgern und den Gesundheitsbehörden die Konzeption der DFL und des DFB final zu bewerten und eine Entscheidung zu treffen. Bei aller gesellschaftspolitischer Relevanz sollte es uns, wie allen Menschen in vielen anderen Berufszweigen auch, zukünftig unter strengsten Hygieneauflagen bei Zustimmung der Politik und Behörden erlaubt sein, unserem Beruf nachzugehen. Ich bin froh, dass sich die hochprofessionelle Arbeit und das Konzept der DFL unter der Leitung von Christian Seifert nun auch in den Vereinen der 3. Liga durchgesetzt hat.“

Was sagt dieSpVgg Unterhaching?

Zufrieden zeigte sich auch Haching-Präsident Manni Schwabl, der sich von Anfang an für die Fortführung des Spielbetriebs ausgesprochen hatte. „Wir sind ganz klar der Meinung, dass ein faires sportliches Endergebnis immer angestrebt werden sollte, das gebietet ja schon der sportliche Ehrgeiz. Respekt auch vor der Arbeit des DFB mit seinen Gremien, die für die Einholung des Meinungsbildes am Montagabend eine absolut professionelle Vorarbeit geleistet haben.“

Wie geht es weiter?

Es ist davon auszugehen, dass sich der DFB dem Votum der Vereine anschließt. Danach liegt der Ball bei der Politik, die entscheiden muss, ob sie Grünes Licht gibt für Geisterspiele. Mit diesem Grundsatzbeschluss ist bis spätestens Mittwoch in acht Tagen zu rechnen, wenn die nächste Schaltkonferenz der Bundesregierung mit den Ministerpräsidenten angesetzt ist.

Ab wann wäre ein Neustart denkbar?

Im Idealfall soll die Runde mit fünf englischen Wochen bis zum 30. Juni zu Ende gespielt werden. Nach diesem Szenario, das der Deutschen Presseagentur vorliegt, würde die 3. Liga ihren Betrieb am 16. Mai mit dem 28. Spieltag wieder aufnehmen. Der letzte Spieltag wäre für das Wochenende 20./21. Juni geplant. Die Relegationsspiele würden demnach am 25./26. sowie 29./30. Juni stattfinden. Gegen einen früheren Neustart spricht schon die Tatsache, dass bis zum 4. Mai ein bundesweites Kontaktverbot gilt. Sportwissenschaftlicher Tenor ist, dass zwei Wochen geregeltes Mannschaftstraining das Mindeste sind, um Fußballprofis für den Pflichtspielbetrieb zu rüsten.

Könnte die Saison bis Juli verlängert werden?

Grundsätzlich wäre das eine Option, die Basis dafür wurde seitens des DFB gelegt. Geklärt werden müsste allerdings die Frage, wie mit den am 30. Juni auslaufenden Spielerverträgen umgegangen wird. Bevorzugt wird von den meisten Vereinen, die Saison im Eiltempo bis Ende Juni abzuschließen.

Was denken die Spieler?

Geht es nach Sascha Mölders, wird die Saison nicht nur fortgesetzt, sondern auch im Sinne des 1860-Kapitäns und früheren Duisburgers zum Abschluss gebracht. „Zebras und Löwen steigen auf“, legte sich der Sturmroutinier auf dem Instagram-Kanal seines früheren Vereins MSV fest.

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