Frustrierende Pleite zum Jahresabschluss

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Keeper Gabor Kiraly und Stefan Bell retten im Verbund gegen Paderborns Sören Brandy.

München - Was für ein Frust! Anstatt mit einem Erfolgserlebnis verabschiedet sich der TSV 1860 München mit einer bitteren Heimniederlage aus dem Jahr 2010! Die Spitzenplätze sind damit außer Reichweite.

Die erste Hiobsbotschaft an diesem komplett ernüchternden Fußballsonntag hatten die Löwen schon vor der Abfahrt ins Stadion bekommen. Der Mannschaftsbus war nicht abfahrbereit. Eine neue, kreative Sparmaßnahme? Nein, nur ein technischer Defekt. Spieler, Betreuer und Trainer mussten vom Treffpunkt an der Grünwalder Straße 114a mit dem Taxi nach Fröttmaning kutschiert werden. Wenig später konnte der Bus dann doch noch nachkommen. Die gemeinsame Rückfahrt war also immerhin gesichert. Besonders spaßig wird’s dort (hoffentlich) nicht gewesen sein. Wir tippen auf eine staade Zeit.

Die Löwen in der Einzelkritik: es hagelt Note 5

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Schon nach dem Abpfiff, nach diesem trostlosen 0:1 gegen Paderborn vor offiziell 13 600 Zuschauern, hatte sich die Auskunftsbereitschaft in Grenzen gehalten. „Wir haben nach dem Elfer nicht mehr ins Spiel gefunden“, sprach Kapitän Daniel Bierofka die Szene des Spiels an, als Schiedsrichter Metzen eine Abwehraktion von Kai Bülow als absichtliches Handspiel wertete. Edmond Kapllani verwandelte sicher (22.), die Löwen ließen die Köpfe hängen.

„Der Elfmeter war der Genickbruch“, bilanzierte auch Trainer Reiner Maurer. „Nach dem Rückstand lagen bei uns die Nerven blank. Es ist unstrittig, dass Bülow den Ball ins Gesicht geschossen bekommen hat. Ich erwarte von den Unparteiischen, dass sie nicht nach Verdacht pfeifen.“

Außer einem Lauth-Kopfball an den rechten Pfosten (76.) brachten die ohne den erkälteten Aleks Ignjovski angetretenen Hausherren nichts wirklich Gefährliches mehr zustande, auch wenn am Ende mit Rakic, Cooper, Volland und Lauth vier Stürmer auf dem Platz standen. Die besseren Chancen hatte Paderborn. „Es war zu viel mit der Brechstange“, analysierte Bierofka.

Sein Fazit: „Jetzt brauchen wir nicht mehr nach oben zu schauen und es braucht auch keiner mehr vom Aufstieg zu reden – erst mal.“ Platz neun, sechs Punkte hinter Relegationsrang drei – so gehen die Löwen in die kurze Winterpause.

Humor ist, wenn man trotzdem lacht

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Am Montag um 10.30 Uhr steht noch ein gemeinsames Weißwurstessen mit dem Biersponsor an, dann ist trainingsfrei bis zum 28. Dezember. Wer dann noch dabei ist? „Das ist definitiv noch offen“, sagt Maurer. „Wir müssen sehen, dass wir die Finanzen wieder hinkriegen. Das ist Sache vom Sportdirektor. Aber die Mannschaft steckt das nicht so weg. Sie ist in sich nicht so stabil, wie ich es gehofft habe.“

Zweckoptimismus demonstrierte einzig Gabor Király: "Jetzt brauchen wir eine kurze, ruhige Pause und ein gemütliches Weihnachtsfest. Dann müssen wir volle Pulle in die ersten fünf, sechs Rückrundenspiele gehen, das ist entscheidend. Ich gebe nie auf." Frohes Fest!

lk, cm, lop

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