Stürmer schwillt der Kamm

„Keinen Bock mehr“ - Sechzig-Star Mölders bricht Interview nach Derby gegen Türkgücü angefressen ab

Sascha Mölders zeigt auf das Wappen seines Trikots.
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Mächtig angefressen nach dem Remis: Sascha Mölders ließ im TV-Interview seinem Frust freien Lauf.

Beim brisanten Münchner Derby gegen Türkgücü verpassen die Löwen trotz zweimaliger Führung den Sieg. Das geht besonders Sascha Mölders gegen den Strich.

  • Der TSV 1860 bleibt in der Englischen Woche ungeschlagen, aber auch sieglos.
  • Nach dem 2:2 gegen Türkgücü schwillt Sascha Mölders die Halsschlagader an.
  • Der Löwen-Kapitän bricht das TV-Interview eigenhändig ab.

München - Am Ende sah man neben abgekämpften Gesichtern die üblichen Smalltalk-Grüppchen auf dem Rasen. Mit dem 2:2 nach einem intensiven Derby schienen alle irgendwie leben zu können. Die Löwen-Profis, weil sie die letzte halbe Stunde mit zehn Mann auskommen mussten. Die Drittliga-Neulinge von Türkgücü, weil es von Haus aus nicht schlecht ist, in der 1860-Festung zweimal einen Rückstand aufzuholen. Pünktlich mit dem Schlusspfiff schienen alle von Adrenalin- auf Feierabendmodus runterzuschalten. Alle bis auf einen: Sascha Mölders.

Mit der gleichen Galligkeit, mit der er auf dem Platz seinen Spezl Aaron Berzel bekämpft hatte, stapfte Mölders zum BR-Interview - wo alles noch mal aus ihm heraus platzte. Sein Frust über den Platzverweis gegen Dennis Dressel, der ungestüm, aber nicht rotwürdig auf den Fuß von Philipp Erhardt gestiegen war (59.). Mölders’ Meinung dazu: „Egal ob das jetzt eine Rote Karte ist oder nicht, aber in so einem Spiel an der Mittellinie eine zu geben, ist sehr, sehr mutig.“

TSV 1860: Mölders zeigt sich nach Remis gegen Türkgücü „stocksauer“

Seine Wut über den Spielverlauf an sich: Nach zwei feinen Hereingaben von Sercan Sararer egalisierte Petar Sliskovic die zweimalige Führung der Gastgeber, für die Fabian Greilinger und Mölders selbst gesorgt hatten. „Ich persönlich bin stocksauer“, merkte der Schütze des 2:1 an. Übergelaufen war sein Gallefass damit aber noch lange nicht.

Das passierte erst, als der BR-Reporter auf die drei Unentschieden der Löwen in der nun beendeten Englischen Woche zu sprechen kam. Die grantig-sarkastische Reaktion des 1860-Kapitäns: „Wir haben natürlich ’ne Vollkrise jetzt. Weil wir sind 1860 München und müssen immer vorneweg marschieren - so ein Schmarrn! Vor der Saison waren wir Abstiegskandidat Nummer eins, jetzt stehen wir relativ gut da - und du redest von Krise.“ Mit den Worten „Ich hab keinen Bock mehr“ beendete Mölders daraufhin das Interview.

Video: Ein Sechzig-Fans zeigt seine privaten Schätze aus der Klub-Geschichte

TSV 1860: Köllner erinnert an Hammer-Programm mit Personalsorgen

Michael Köllner lobte pädagogisch geschickt den couragierten Auftritt der Seinen, sagte: „Jeder Löwen-Fan kann heute stolz sein. Für uns war es das dritte Spiel in sieben Tagen, davon mussten wir zwei in Unterzahl beenden.“ Die Überleitung zum Thema des Tages war damit gegeben, denn eines sah Köllner ähnlich wie sein wütender Kapitän: Die Leistung von Schiedsrichter Patrick Hanslbauer.

Dass Köllner selbst in der Schlusshektik Gelb sah, sei seinem grundsätzlichen Unverständnis mit der Spielleitung des Referees geschuldet gewesen. „Ich kann nicht eine Stunde auf lange Leine machen, um dann plötzlich knallhart durchzugreifen“, ereiferte sich Köllner. Bei einer klaren Linie, meinte er, sei die Rote Karte gegen Dressel „sicher vertretbar, aber es war sein erstes Foul“.

Und auch bei Türkgücü gab’s einen Schauplatz abseits des Sportlichen: Ex-Trainer Reiner Maurer, der den Klub in die 3. Liga geführt hatte, schoss als BR-Experte gegen Präsident Hasan Kivran. Maurer warf dem Türkgücü-Boss vor, „keinen Anstand und keinen Respekt“ gezeigt zu haben. (Uli Kellner, Nico-Marius Schmitz)

In der Stadion-Frage kassiert der TSV 1860 erneut eine Schlappe - den Fans bleibt aber eine Hoffnung. Ex-Sportchef Florian Hinterberger spricht im Interview über die Probleme des Klubs und Investor Hasan Ismaik.

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