Leiter der Fußballabteilung

Roman Beer: „Fühle mich zu Unrecht an den Pranger gestellt“

Roman Beer
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Roman Beer.

Hasan Ismaik hat bei den Löwen jüngst von „skrupellosen Machtkämpfen und internen Querelen, die es zu beseitigen gilt“ gesprochen. Eine Attacke, die auch Roman Beer gilt. Der sieht sich zu Unrecht im Visier des Investors.

Roman Beer ist sich seiner Rolle bewusst. „Wir gehören zu den wenigen, die die Interessen des Vereins verteidigt haben“, sagt er. Internen Widerstand zu leisten, bedeutet bei 1860 normalerweise, sich auf die Kraftprobe mit Hasan Ismaik einzulassen. Beer, Leiter der Fußballabteilung und somit auch für das Nachwuchs-Leistungszentrum (NLZ) zuständig, hat es dabei geschafft, vom Investor persönlich als missliebig eingestuft zu werden. In seiner jüngsten Facebook-Botschaft berichtet Ismaik von „skrupellosen Machtkämpfen und internen Querelen, die es zu beseitigen gilt“. Es ist kein Geheimnis, dass diese Kampfansage auch Beer gilt. Der sagt: „Ich fühle mich auf alle Fälle zu Unrecht an den Pranger gestellt.“

Der 37-Jährige hatte sich Ende April den nachhaltigen Zorn des Jordaniers zugezogen. Bei der Versammlung seiner Fußball-Abteilung forderte er die Profi-KGaA auf, endlich noch ausstehende 500 000 Euro zu zahlen. Die Summe ist über den Servicevertrag geregelt und dient in erster ­Linie der Nachwuchsarbeit. Als Abteilungsleiter, so Beer, hätte er die Pflicht gehabt, über die drohende Finanzlücke zu berichten: „Wir mussten es ansprechen, dass Gelder offen sind.“ Doch damit fühlte sich Ismaik offenbar angegriffen: „Herr Beer hat er mit seiner Offensive gegen die KGaA – noch dazu in einer sehr schwierigen Situation – sehr geschadet.“

Beer führt Ismaiks Feindseligkeit vor allem darauf zurück, dass dieser sich in seinen Absichten behindert fühlt: „Er will die komplette Macht im Jugendbereich.“ Bekanntlich strebt der 39-Jährige an, das NLZ der KGaA einzuverleiben. Beer liefert in diesem Zusammenhang auch eine Erklärung für die seit Herbst nicht geleisteten Zahlungen: „Er will uns aushungern.“ Das NLZ sei „einer der letzten Vermögenswerte, die der Verein noch hat“. Mit Ismaik selbst hatte Beer noch nie persönlichen Kontakt. „Es hat mich auch noch keiner zum Rücktritt aufgefordert.“ Ismaik wolle er das Nachwuchszentrum schon deswegen nicht ausliefern, „weil er bekannt ist für seine Sinneswandel“. Junge Spieler könnten nicht einer Abteilung anvertraut werden, „wo alle zwei Monate der Sportdirektor wechselt“. 

Alle Entwicklungen zu den Löwen lesen Sie in unserem News-Ticker zu 1860.

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