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Köllner feiert Dienstjubiläum: Weggefährten gratulieren – „Drei Jahre 1860 – hat er gut gemacht“

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Von: Uli Kellner

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Club-Connection: Köllner
mit Andreas Bornemann
(heute FC St. Pauli).
Club-Connection: Köllner mit Andreas Bornemann (heute FC St. Pauli). © Sportfoto Zink / DaMa

Auf den Tag genau vor drei Jahren übernahm Michael Köllner das Traineramt beim TSV 1860 München. Zum Jubiläum wünscht sich der Oberpfälzer einen Sieg in Freiburg.

München – Eine große Party wird es heute nicht geben, dafür vielleicht mal wieder drei Punkte. Dem verdichteten Vor-WM-Spielplan ist geschuldet, dass Michael Köllners Dienstjubiläum auf den Tag des Auswärtsspiels bei Freiburg II fällt (19 Uhr). Am 9. November 2019 löste der Nürnberger Aufstiegscoach Daniel Bierofka ab, der die Regionalligalöwen in die 3. Liga geführt hatte – drei bewegte Jahre später steht der Oberpfälzer immer noch bei 1860 an der Seitenlinie, auf den Spuren der ausdauerndsten Trainer der Vereinsgeschichte.

Seit den erfolgreichen 60er-Jahren hielten nur drei Sechzig-Trainer länger am Stück durch: Max Merkel (1961 bis 1966), Heinz Lucas (1975 bis 78, insgesamt 1343 Tage) und Werner Lorant (1992 bis 2001). Anlass genug, fünf langjährige Freunde und Weggefährten zu Wort kommen zu lassen. Ihr Tenor: 1860 und Köllner – das passt einfach, trotz der jüngsten Schwächephase.

Karsten Wettberg

Trainerkollegen: Köllner
mit Karsten Wettberg.
Trainerkollegen: Köllner mit Karsten Wettberg. © Ulrich Wagner

„Wir kennen uns unter anderem vom FC Sternstunden, wo ich Ehrenspielführer bin und er mich mal als Trainer über den Platz gescheucht hat – obwohl ich 30 Jahre älter bin. Er ist ein netter Mensch, gebildet, man kann sich gut mit ihm unterhalten. Seine Art kommt an, bei den Fans, bei den Medien – und auch beim Geschäftsführer, der ja offenbar mit ihm verlängern will. Er hat den Kader bekommen, den er wollte – damit muss er aufsteigen, daran führt kein Weg vorbei. Ich gönne ihm, dass er jetzt schon ein paar Monate länger im Amt ist als ich damals. Was ich allerdings sagen muss: Zu meiner Zeit bei 1860 war alles noch etwas wilder – da wäre man verrissen worden, wenn man beim Tabellenletzten verliert.“

Stefan Schneider

Wiedersehen macht Freude: Michael Köllner mit Ex-Stadionsprecher Stefan Schneider,
der sagt: „Manchmal redest du zwei Sätze und merkst sofort, dass es passt.“
Wiedersehen macht Freude: Michael Köllner mit Ex-Stadionsprecher Stefan Schneider, der sagt: „Manchmal redest du zwei Sätze und merkst sofort, dass es passt.“ © IMAGO

„Es gibt so Leute, die triffst du einmal, redest zwei Sätze – und merkst sofort, dass es passt. So war das bei mir und Michael. Ich schätze seine empathische Art, seine Ehrlichkeit. Er ist ein sehr angenehmer Mensch. Sportlich erfolgreich ist er sowieso, und wenn man sich seine Vorgänger anschaut: Drei Jahre bei 1860 sind eine durchaus beachtliche Leistung. Ich wünsche ihm Gesundheit, das ist das Allerwichtigste – und natürlich wünsche ich ihm von Herzen den Aufstieg.“

Günter Brandl

Leidensgenossen während der Corona-Zeit: Köllner mit
seinem ehemaligen Co-Trainer Günter Brandl.
Leidensgenossen während der Corona-Zeit: Köllner mit seinem ehemaligen Co-Trainer Günter Brandl. © kolbert-press/Ulrich Gamel via www.imago-images.de

„Ich war in München, um ein Spiel in der Champions League anzuschauen (Bayern vs. Piräus 2:0/Red.). Kurz vor dem Anstoß klingelte mein Handy, Michael war dran – ein paar Tage später waren wir dann zusammen bei den Löwen. Ich würde uns als Fußballfreunde bezeichnen – so lange, wie wir miteinander verbunden sind. Ich war Nachwuchschef bei Post-Süd Regensburg, er Stützpunktleiter für Ostbayern. 20 Jahre ist das jetzt her, mindestens. Was Fußballthemen angeht, ticken wir identisch – und menschlich sind wir sowieso auf einer Wellenlänge. Michael ist geradlinig, lässt sich nicht verbiegen, nimmt aber auch Ratschläge an. Es waren zweieinhalb aufregende Jahre in München – mit vielen guten Momenten, leider aber auch geprägt durch Corona. Mich hat’s dann zurück in die Heimat gezogen, zur Familie – ich bin ja auch im Sommer 60 geworden. Profifußball auf Dauer muss ich nicht haben. Jetzt bin ich wieder frei, verfolge aber natürlich weiter die Löwen: Meine Meinung ist: Wenn’s einer dort schafft, dann Michael, denn keiner kann Menschen so verbinden wie er.“

Andreas Bornemann

„Was kaum einer weiß: Wir hatten schon vor unserer Zeit beim 1. FC Nürnberg eine Kurzepisode miteinander – beim Stadtnachbarn Fürth, wo es damals um die Nachfolger von Achim Beierlorzer als U 17-Trainer ging. Ein richtiger Kandidat war nicht dabei – bis Michael kam und uns mit seiner Power und Energie mitgerissen hat. Es war ein Zwei-Stunden-Gespräch, fast druckreif. Mit ihm hat Fürth sogar Bayerns U 17 geschlagen – haushoch. In Nürnberg hab ich mich dann gerne an ihn zurückerinnert. Er hat im NLZ jeden Stein umgedreht und parallel dazu die U 21 betreut. Ich kenne keinen, der so minutiös jedes Training vorbereitet. Er ist im positivsten Sinne ein Fußballbesessener, blickt aber auch links und rechts über den Tellerrand. Ein ganz besonderer Mensch – und ein exzellenter Fachmann. Für mich kein Zufall, dass er sich mit 1860 Schritt für Schritt der großen Fußballbühne nähert.“

Sascha Mölders

Prost, Trainer: Sascha Mölders und Köllner nach dem
verpassten Aufstieg in Ingolstadt im Mai 2022.
Prost, Trainer: Sascha Mölders und Köllner nach dem verpassten Aufstieg in Ingolstadt im Juni 2021. © via www.imago-images.de

„Ich hatte nie ein Problem mit Michael Köllner – das wurde völlig falsch dargestellt. Ich war sein Kapitän, habe viele Tore gemacht, und als er kam, haben wir direkt eine Megaserie gestartet. Irgendwann ist aber alles mal zu Ende, das muss man akzeptieren. Nichtsdestotrotz: Drei Jahre bei 1860 – das ist nicht so einfach. Das hat er schon gut gemacht.“ (ulk)

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