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TSV 1860 in der Punktekrise – Angst vor dem nächsten Horror-Herbst

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Von: Jacob Alschner

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Schon wieder eine Herbst-Negativserie: In den vergangenen drei Jahren ließen die Löwen in dieser Jahreszeit viele Punkte liegen.
Schon wieder eine Herbst-Negativserie: In den vergangenen drei Jahren ließen die Löwen in dieser Jahreszeit viele Punkte liegen. Fotos: Sampics (2), kolbert © Sampics (2), kolbert

Der TSV 1860 befindet sich in seiner ersten größeren Krise in dieser Saison. Bereits in den letzten Spielzeiten gehörte der Herbst nicht zur Lieblingsjahreszeit der Löwen.

München – Noch vor 14 Tagen hatte Michael Köllner (52) richtig Lust auf den Herbst. „Für uns ist das natürlich toll“, sagte der 1860-Trainer damals mit Blick auf die dicken Brocken, die da nach dem Spiel bei Dortmund II mit Ingolstadt, Osnabrück und Wehen-Wiesbaden im Oktober auf seine Löwen warten würden. „Wir freuen uns auf solche Spiele. Wir sind dafür gut gerüstet.“

Und überhaupt: Irgendwann komme ja der ewig Verletzte Marcel Bär (30) zurück – „Auch was Gutes am Herbst“, erzählte er mit vor lauter Vorfreude weit aufgerissenen Augen. Nun, zwei Wochen, zwei Spiele und nur einen mickrigen Punkt später, sieht die Sache schon wieder ganz anders aus. Die Blätter an den Bäumen haben sich gefärbt, die Stimmung rund um die Grünwalder Straße hat sich getrübt. Denn Sechzig droht der nächste Horror-Herbst.

TSV 1860: Aufstiege im Herbst verspielt

Beim Blick auf die Löwen-Bilanz in den letzten vier Spielzeiten sticht sofort ins Auge, dass sich der TSV 1860 im Herbst jedes Jahres besonders schwertut. Zu Köllners Verteidigung muss man sagen: Die dickste dieser Leistungsdellen, die in der Saison 2019/20 streng genommen schon im Spätsommer begann, geht nicht auf sein Konto. Erst im November kam der Oberpfälzer an die Grünwalder Straße, startete mit einem 1:1 gegen Bayern II und blieb mit seinem Team in der Folge eine fast unendlich scheinende Serie von vierzehn Spielen in Folge ungeschlagen.

Trainer: Michael Köllner.
Trainer: Michael Köllner. © Stefan Matzke

Ein Jahr später jedoch folgte die nächste Herbstdepression, nur drei von 15 möglichen Punkten holten die Löwen zwischen Mitte November und Anfang Dezember – diesmal mit Köllner an der Seitenlinie. Im vergangenen Jahr kam es noch dicker, ganze 63 Tage (also mehr als zwei volle Kalendermonate) gelang kein einziger Sieg. Erst nach der 1:3 Niederlage im November in Osnabrück brachte es Sechzig fertig, mal wieder zwei Siege am Stück einzufahren. Und nun – passend oder auch unpassend – zum Spiel in Osnabrück am Samstag (14 Uhr) wächst die nächste Pannenserie: Einen einzigen Sieg gab es seit dem 10. September und den auch „nur“ gegen das seinerzeit zu zerfallen drohende Tabellenschlusslicht aus Aue.

TSV 1860: Verlieren verboten am Samstag

Woran liegt’s also? Ist es einfach Los-Pech, dass die starken Gegner immer erst im Herbst kommen? In dieser Saison ist das der Fall, ja. Mit Oldenburg, Meppen, Verl und Halle hatte 1860 im August gleich vier Gegner, die eher gegen den Abstieg spielen. Erst danach standen Elversberg und Ingolstadt auf dem Programm, bis zur WM-Pause sind nach Oktober unter anderem noch Essen und Saarbrücken fällig. Für die Jahre zuvor gilt dieses Argument nicht, regelmäßig stolperten die Löwen über Drittliga-Zwerge wie Verl, Zwickau, Uerdingen und Köln.

Auch die im Herbst nicht mehr ganz so hervorragenden Witterungsbedingungen in Giesing können und dürfen kein Grund sein. Das Toto-Pokal aus gegen Illertissen ist damit sowieso nicht zu begründen und auch für die Meisterschaft gilt: Mit dem mindestens zweitligatauglichen Gelände an der Grünwalder Straße gehört der TSV zu den Drittligisten mit den besten Bedingungen. Clubs wie der VfL Osnabrück, der nur auf einer Bezirkssportanlage trainiert, würden sich die Finger danach lecken. Damit Sechzig nicht in den nächsten Horror-Herbst rutscht, sollte am Samstag also die Devise gelten: Verlieren verboten. (Jacob Alschner)

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