Nach Rassismus-Vorwürfen

Kommentar zum Löwen-Investor: Ismaik macht sich seine Regeln selbst

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Hasan Ismaik sorgte mit umstrittenen Aussagen erneut für Wirbel.

Hasan Ismaik sorgt mit umstrittenen Aussagen erneut für Wirbel - der Löwen-Investor macht sich seine Regeln selbst, findet Redakteur Ludwig Krammer. Der Kommentar. 

München - Tragödie – so kommentierte Hasan Ismaik die 64-Prozent-Wiederwahl von Löwen-Präsident Robert Reisinger Ende Juni. Doch wer geglaubt hatte, das Dauerfeuer des 1860-Investors sei damit bis auf Weiteres beendet, der darf sich nun eines Schlechteren belehren lassen. Seinen Facebook-Tiraden ließ der Jordanier an seinem 42. Geburtstag via „AZ“ ebenso scharfe wie altbekannte Attacken auf die Vereinsspitze und Geschäftsführer Michael Scharold folgen. 

Erstere hätten das „Scheichlied“ toleriert und seien damit als Rassisten überführt, Letzterer sei als Geschäftsführer überfordert und sollte doch besser in die Buchhaltung wechseln. Am allerbesten für den TSV 1860 wäre natürlich der Fall der vermaledeiten 50+1-Regel, gegen die Ismaik beim Kartellamt Beschwerde eingelegt hat. Dass der Kooperationsvertrag zwischen den beiden 1860-Gesellschaftern ein Vorgehen gegen diese Regel untersagt? Schall und Rauch für den Investor, der die DFL-Sperrklausel zum Zeitpunkt seines Einstiegs 2011 nicht einmal kannte, wie er 2015 gestand.

Seine Regeln macht sich Ismaik am liebsten selbst. Auch die des Anstands. Doch wer nicht müde wird, Respekt einzufordern, der sollte zumindest wissen, was er über die Jahre von sich gegeben hat. Den angeblich so geschätzten Dieter Schneider beleidigte Ismaik 2013 als alten Mann mit Profilneurose; bis auf Peter Cassalette bekam jedes Vereinsoberhaupt öffentlich sein Fett weg.

Dass Ismaik nun zum zweiten Mal nach 2016 die Rassismus-Keule auspackt und sie dem Präsidium überzieht, zeugt von Unverfrorenheit und Arroganz. Ein Klub, der Rücklagen bilden muss, weil sein Hauptgesellschafter Jahr für Jahr höhere DFB-Strafen riskiert, ist wahrlich einmalig im deutschen Fußball. Ismaik ist’s wurscht.

Dem Präsidium kann man zur Reaktion auf die neuen/alten Attacken nur gratulieren: „Alles Gute zum Geburtstag.“ Das langt ...

Ludwig Krammer

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