Remis in Überzahl

Wein rettet die Quarantäne-Löwen: Köllner bringt zwei starke Joker übers Headset

Starker Löwen-Joker: Daniel Wein trieb an und traf in der 65. Spielminute zum 1:1-Endstand.
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Starker Löwen-Joker: Daniel Wein trieb an und traf in der 65. Spielminute zum 1:1-Endstand.

Die Corona-Situation sorgt für Turbulenzen bei 1860. In Halle kommen die Löwen nicht über ein Remis hinaus. Köllner bringt sich per Headset ins Spiel ein.

Halle/Saale – Schon der Empfang beim einstigen Lieblingsgegner fiel frostig aus. Kaum hatte der 1860-Bus gegen 11.45 Uhr vor dem Leuna-Chemie-Stadion in Halle seine Parkposition erreicht, da eilte der örtliche Ordnungsdienst herbei, um das Gefährt der Gastmannschaft zu filzen. Der Auftrag lag auf der Hand: Der HFC wollte auf Nummer sicher gehen, ob die Löwen nicht vielleicht doch ihren vom lokalen Gesundheitsamt gesperrten Cheftrainer Michael Köllner eingeschleust haben. Die Reaktion der Münchner: Irritation, gefolgt von einer Verweigerung der Kooperation. Gegenüber dem Sender MagentaTV bestätigte Sportchef Günther Gorenzel, dass er den zuständigen Ordner unsanft des Busses verwiesen habe. Seine Begründung: Der Security-Mann habe keinen 3G-Nachweis erbringen können.

Halles Schikane-Aktion – eigentlich die perfekte Steilvorlage für einen von Wut getriebenen Auftritt der ohne drei Quarantäne-Profis angetretenen Rumpfmannschaft (aus der Stammelf fehlten Deichmann, Steinhart, Moll). Jedoch: Die von den Co-Trainern Beer/Brandl angeleiteten Löwen wirkten lange verunsichert, steigerten sich zwar nach der Pause, mussten sich aber erneut mit einem 1:1 (0:1) zufrieden geben. Joker Daniel Wein traf nach dem frühen Rückstand (13.) zum Ausgleich (65.). Nach Terrence Boyds Platzverweis (29.) hatten die Gäste da bereits eine gute habe Stunde in Überzahl gespielt. Ein Sieg wäre am Ende möglich gewesen – so jedoch tritt 1860 weiter auf der Stelle.

„Für die Situation gut gemacht“: Gorenzel lobt Löwen-Auftritt in Halle

„Ich denke, dass es die Mannschaft für die Situation gut gemacht hat“, sagte Gorenzel, der Köllner bei der Pressekonferenz nach dem Spiel vertrat: „Wir haben ein ordentliches Auswärtsspiel gemacht. Vor und nach dem Ausschluss hatten wie ein Plus an Torchancen zu verzeichnen. Ich bin froh, wie die Trainer gemeinsam das Spiel gecoacht haben – und zufrieden, wie sich die Jungs hier präsentiert haben.“

Anfangs war einigen dieser „Jungs“ anzumerken, dass ihnen die Umstände dieses Spiels zu schaffen machten. Zwar strotzte auch der HFC nicht vor Selbstbewusstsein, doch er hatte sich unter der Woche mit dem vertragslosen Jan Löhmannsröben verstärkt. Der stieß nach einem Eckball in ein Deckungsvakuum der Löwen – und köpfte Halle früh in Führung (13.). Die Folge: Hängende Köpfe, kurz darauf ein Abseitstor von Stefan Lex – und die unverhoffte Chance zur Wende. Nach einem Oberarm-Einsatz auf der Torlinie sah Halles Boyd die Rote Karte. Sascha Mölders schnappte sich den Ball beim fälligen Elfmeter (30.), doch sein Schuss geriet zu unplatziert – kraftlos wie der gesamte Auftritt der Löwen vor der Pause.

1860-Co Brandl hat Köllner am Ohr: Löwen-Coach per Headset zugeschalten

Köllner-Assistent Günter Brandl, teilweise per Headset mit dem Chefcoach verbunden, wechselte nach knapp einer Stunde die Wende ein. Merveille Biankadi wirbelte, Wein zog die Fäden und traf per Flachschuss zum 1:1. Ein Weckruf. Die Löwen spielten danach wie verwandelt und verdienten sich das nächste Unentschieden, das das einsetzende Krisengerede abmildern dürfte. Schlusswort Gorenzel: „Ich bin davon überzeugt, dass wir in den nächsten Wochen auch wieder den fehlenden Tick Überzeugung hinbekommen werden.“

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