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TSV 1860: Fabian Greilinger beschwichtigt – „Niemand muss sich Sorgen machen“

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Von: Jacob Alschner

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Gebremster Eifer: Fabian Greilinger (r.) mit Osnabrücks Traoré – beide fallen am Samstag verletzt aus.
Gebremster Eifer: Fabian Greilinger (r.) mit Osnabrücks Traoré – beide fallen am Samstag verletzt aus. Foto: imago © imago

Kämpfernatur, Ex-Stürmer, zuletzt links hinten gesetzt. Fabian Greilinger, 22, ist einer der Junglöwen, die immer Vollgas geben.

München – Und ausgerechnet beim wichtigen Spiel in Osnabrück muss der kernige Niederbayer passen. Bauchmuskelzerrung. Der Außenverteidiger blieb in München und wird seine Leidenschaft am Samstag notgedrungen vor dem Fernseher ausleben.

Vorher sprachen wir mit ihm – über die Lage bei 1860, seine Entwicklung und ein neues Hobby.

Herr Greilinger, Sie sind im September geboren, ein Kind des Herbstes. Haben Sie eine Lieblings-Jahreszeit?

Am schönsten ist es immer im Sommer. Im September wird es immer schon kühler, die Tage kürzer. Da kann man nicht mehr so viel unternehmen wie im Sommer. Mit dem Herbst kann ich eher nicht so viel anfangen.

TSV 1860: Fehlendes Glück gegen Ingolstadt

Das geht anscheinend allen Löwen so, in den letzten vier Spielzeiten war immer der Herbst die schwächste Phase.

Das wusste ich gar nicht. Aber eine perfekte Saison gibt es ohnehin selten. Dass es öfter der Herbst war, das ist glaube ich Zufall. Aber wie praktisch, dass im November dann ja die WM ansteht.

Nach einem furiosen Saisonstart gab es zuletzt nur einen Sieg in fünf Pflichtspielen. Hat 1860 nachgelassen oder wissen die Gegner einfach besser, wie man gegen die Löwen erfolgreich sein kann?

Nachgelassen haben wir nicht. Beim 1:2 gegen Ingolstadt ist einfach viel gegen uns gelaufen, wir hatten in diesem Spiel echt kein Glück. Beim Pokal-Aus in Illertissen haben uns die äußeren Bedingungen einen Strich durch die Rechnung gemacht und gegen Dortmund II kann man auch mal unentschieden spielen. Insgesamt kann ich keinen einzelnen Grund ausmachen, warum es jetzt nicht mehr so gut läuft.

Ist das Saisonziel Aufstieg in Gefahr?

Die Saison ist noch so lang, wir sind Zweiter in der Tabelle. Aktuell muss sich noch niemand Sorgen zu machen. Bei einem Traditionsverein wird immer gerne und viel diskutiert. Wir als Spieler dürfen das nicht so sehr an uns herankommen lassen. Die drei Jahre bei den Profis haben mich wachsen lassen.

Fabian Greillinger: Lieber selbst kochen, als Essen gehen

Woran stellen Sie das noch fest?

Ein Beispiel: Am Anfang begann für mich der Arbeitstag mit Trainingsbeginn und er endete, als das Training vorbei war. Das reichte aber mit der Zeit nicht mehr. Irgendwann habe ich mit der Trainingsvor- und Nachbereitung angefangen, habe gelernt, wie ich in meinen Körper hineinhorchen kann und bin vorsichtiger im Umgang mit mir selbst geworden. Auf dem Platz wird mein Positionsspiel besser, auch wenn ich noch nicht ewig dabei bin. Ich merke, dass ich die Spiele brauche, um wirklich besser zu werden.

Haben Sie auch an der Ernährung gearbeitet? Ein Beispiel dafür, was das bewirken kann, ist Weltmeister Mario Götze, der einen satten Leistungssprung gemacht hat, seitdem er sich vegan ernährt.

(lacht) So weit bin ich nicht gegangen. Aber durch meinem Syndesmosebandriss im Mai 2021 habe ich irgendwie einen Zugang zum Kochen gefunden. Seitdem ernähre ich mich sehr gesund, nehme praktisch keinen Zucker zu mir, gehe eigentlich nie essen Es macht mir viel mehr Spaß, selbst am Herd zu zaubern.

Was zaubern Sie da am liebsten?

Vor den letzten Heimspielen habe ich mir eigentlich immer Putengeschnetzeltes gemacht, dazu Gemüse und eine leckere Paprikasauce. Das wurde dann irgendwann zum Ritual, in den Heimspielen lief es ja bis zum Wochenende eigentlich immer. Jetzt muss ich den Speiseplan mal wieder ein bisschen ändern.

TSV 1860: Trainings-Tortur nach dem Ingolstadt-Spiel

Zurück zum Sportlichen. Solange Phillipp Steinhart verletzt war, bestritten Sie jedes Spiel links hinten. Werden Sie Anspruch auf einen Stammplatz auch weiter erheben, wenn Sie wieder fit sind?

Den Anspruch erhebt bei uns niemand. Jeder muss mit Trainingsleistung überzeugen und jede Woche zeigen, dass er die beste Option für Samstag um 14 Uhr ist. Leistung ist das entscheidende Kriterium bei der Entscheidung des Trainers, wen er aufstellt. Aber wenn ich wieder fit bin, warum sollte ich mich dann freiwillig auf die Bank setzen? Ich bin jung, möchte mit diesem Verein etwas erreichen und dabei so viele Spiele wie möglich absolvieren.

Am Dienstag aber gab es eine wahre Trainings-Tortur, es wurde viel gelaufen. Waren Sie insgeheim froh, nicht dabei gewesen zu sein?

(lacht) Nein, läuferisch bin ich ja fit. Das hätte ich schon gepackt. Bei diesen Steigerungsläufen braucht man viel mentale Stärke. Alexander Freitag hat am Ende gewonnen. Scheinbar hatte er diese Stärke. Respekt!

Interview: Jacob Alschner

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