Neue Runde im Dauerstreit?

„Der Blockierer heißt Ismaik“ - 1860-Präsidium äußert sich zu „offenen Fragen“

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24.08.2019, Fussball 3. Liga : Magdeburg - 1860 München

1860 München hat auf seiner Website ein Statement veröffentlicht, in dem Investor Hassan Ismaik gleich mehrfach kaum verhohlen angegriffen wird.  

München - Sportlich haben die Drittliga-Löwen am Samstag gegen Jena die Chance, ihren Holperstart in einen halbwegs passablen zu korrigieren, klubpolitisch ist die Lage wesentlich komplizierter. Investor Hasan Ismaik fordert beharrlich den Rückzug des gesamten Präsidiums, um den Weg für neue Darlehen (und eine Klage gegen 50+1) freizumachen, die e.V.-Spitze verweist auf die Alternativlosigkeit ihres sogenannten Konsolidierungskurses. 

„Jede weitere Verschlechterung der Eigenkapitalquote“ sei „dringend zu vermeiden“, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Erklärung auf tsv1860.org. „Unsere Hoffnung und Erwartung ist, dass am Ende die kaufmännische Vernunft siegt und die Lust unseres Mitgesellschafters, den TSV 1860 München sportlich erfolgreich zu sehen, seine Aversion gegen die Vereinsvertreter übersteigt.“

1860 München: Investorenkritisches Lager ist an der Macht

Vernunft, Emotionen, Schuldzuweisungen – der öffentliche Schlagabtausch geht in die nächste Runde. Immerhin: Der Wille nach Versachlichung ist passagen-weise erkennbar, wenngleich auch hier Vorsicht geboten ist. In erster Linie geht es um die weiß-blaue Macht- und Deutungshoheit, die im Dickicht aus Blogs und Social-Media-Kanälen schwerer denn je zu erringen und zu verteidigen ist.

Ismaiks Standpunkt ist klar: Wer zahlt, muss auch die Entscheidungsgewalt haben. Mitsprache von Mittellosen ist bestenfalls amüsant. Am Ende müssen die Ehrenamtler ja doch zu Kreuze kriechen.

Das Problem: Sie machen es nicht (mehr). Mit dem Zwangsabstieg in die Regionalliga und dem Rücktritt von Präsident Peter Cassalette fiel dem investorenkritischen Pro-1860-Lager die Macht in den Schoß. Man war bestens vorbereitet und ließ den schäumenden Ismaik seitdem immer wieder ins Leere laufen. Ein Zirkus mit begrenztem Unterhaltungswert. Und ohne Perspektive.

1860 München: Verein will Ismaik entmachten

Angesichts der völlig ungeklärten Zukunft, die mit einer weiteren Etatsenkung in der kommenden Saison nichts Erbauliches verspricht, kommen die bekannten Vorschläge nun geballt. „Hilfreich wäre im ersten Schritt, wenn unser Mitgesellschafter sich entschließen könnte, seine noch bestehenden Darlehen in Genussscheine zu wandeln, damit die Rückstellungen für bevorstehende Strafzahlungen an den Verband aufgelöst werden können“, schreibt das Präsidium.

Im zweiten Schritt dann solle die Profi-KGaA über eine Kapitalerhöhung weitere Gesellschafter bekommen. Nur dann, so die Hoffnung der e.V.-Spitze, werde sich auch „die ungute Polarisierung zwischen unserem alleinigen Mitgesellschafter und dem Verein“ lösen. „Als positiv bewerten wir es, dass sich unser Mitgesellschafter im Rahmen eines Sponsorings an den Personalkosten für Timo Gebhart und Prince Osei Owusu beteiligen will.“

1860 München: Ismaik schadet sich mit Verhalten selber

Damit hat es sich mit den Freundlichkeiten. Ismaik’sche „Entgleisungen“ wie zuletzt die Rassismus-Vorwürfe in einem Interview werde man nicht weiter hinnehmen, heißt es. Die Rede ist von einer politisch motivierten „Blockadehaltung“, die Ismaik als Hauptgesellschafter am Ende vor allem selbst schade. „Mit einer insolventen Gesellschaft würde er sein Investment verlieren. Der Profifußball beim TSV 1860 München kostet (Ismaiks Firma) HAM International Limited seit zwei Jahren im laufenden Betrieb so wenig Geld wie noch nie.“

Wie die Kommunikation zukünftig aussehen soll? „Ob unser Gesellschafter sich persönlich zeigt, kann niemand prognostizieren“, heißt es in der Erklärung des Präsidiums. „Worauf wir uns als Vereinsvertreter nicht einlassen, ist ein Spiel der Gewährung von Audienzen. Das entspricht nicht unserer Vorstellung von Partnerschaft.“ Ismaiks Antwort, die zunächst noch ausstand, wird wohl nicht lange auf sich warten lassen.

Zuletzt hatte 1860-Präsident Robert Reisinger den Kommunikationssil von Investor Ismaik kritisiert. Der Streit wurde durch einen TV-Auftritt Reisingers entfacht.

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lk

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