Letztes Heimspiel gegen Köln

Fortuna-Faktoren: Darauf kommt es am Samstag für Sechzig an

Szene aus dem Hinspiel: Löwen-Stürmer Nico Karger (M.) blieb beim torlosen Remis bei Fortuna Köln glücklos.
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Szene aus dem Hinspiel: Löwen-Stürmer Nico Karger (M.) blieb beim torlosen Remis bei Fortuna Köln glücklos.

Am Samstag haben die Löwen die Chance, die Niederlagenserie zu beenden und damit gemeinsam mit ihren Fans den Klassenverbleib feiern zu können. Dazu muss aber vieles besser werden.

München - Fortuna also. Der Name ist Programm, wenn der Tabellen-19. aus Köln zum vorgezogenen Endspiel um den Klassenerhalt bei 1860 antritt. Die Löwen haben keinen guten Lauf, wollen aber am Samstag das Glück erzwingen. Wir beschreiben die sieben FORTUNA-Faktoren – von F bis A.

F wie Fans: Oft schien es zuletzt, als würden Teile der Anhängerschaft um sich selber kreisen. Pyros und polarisierende Plakate sollen am Samstag für 90 Minuten in den Hintergrund rücken - das wünscht sich zumindest der Sportchef. „Wir brauchen jeden einzelnen Fan, egal ob links, rechts, vorne oder hinten“, sagt Günther Gorenzel.

Löwen treffen das Tor nicht mehr

O wie Offensivpower: Bis zum 31. Spieltag gehörte 1860 zu den offensivstärksten Mannschaften (43 Tore, nur vier Teams trafen häufiger) - seitdem sind in fünf Spielen nur zwei Treffer dazugekommen, beide beim 2:5 in Zwickau. So alarmierend dieser Trend ist, so viel Hoffnung schöpfen die Löwen aus der Tatsache, dass der Offensivgeist bei der jüngsten Niederlage zumindest phasenweise Früchte getragen hat. „Wir müssen uns einfach wieder trauen, fußballerische Lösungen zu suchen“, sagt Gorenzel: „Dann werden wir mehr Chancen bekommen.“

R wie Routiniers: Rot-Sperren, naive Fouls - sie stehen sich teilweise auch selber im Weg, die Spieler des Aufsteigers, die ihr erstes Jahr in der 3. Liga erleben. Speziell Herbert Paul (25) hat manches Lehrgeld gezahlt, zuletzt aber auch Stützen wie Marco Hiller (22) und Felix Weber (24). Am Samstag, weiß der Sportchef, wird es eher auf die Routiniers ankommen - auf Recken wie Jan Mauersberger (33) und Sascha Mölders (34). „Erfahrung ist immer wichtig in so einer Situation“, so der Österreicher.

Wein setzt auf den Zusammenhalt im Team 

T wie Teamgeist: Seit sechs Spielen sieglos in der Liga, zuletzt auch noch hochkant aus dem Totopokal geflogen - in Phasen wie diesen zeigt sich, wie es um den Zusammenhalt in einer Mannschaft bestellt ist. Was das angeht, macht sich Daniel Wein aber keine Sorgen: „Es ist echt eine intakte Mannschaft, wirklich eine Einheit. Also da­ran liegt es überhaupt nicht.“

U wie Unbeugsamkeit: Mit ihrer Schiri-Schelte haben die Löwen von der sportlichen Krise abgelenkt - und womöglich für erhöhte Sensibilität beim DFB und seiner Pfeifenzunft gesorgt. Gorenzel fordert, dass die Mannschaft ihrem Matchplan folgt, auch nach fragwürdigen Entscheidungen: „Wir müssen uns auf das fokussieren, was wir selbst beeinflussen können.“

Abwehr zuletzt zu löchrig

N wie null muss stehen: 13 Gegentore in den letzten vier Pflichtspielen. Unbestritten ist, dass die Null bei 1860 zu häufig auf der falschen Seite der Ergebnisse auftauchte. „Zuletzt sind wir im Block zu weit auseinander gestanden, haben zu mannorientiert gespielt“, kritisiert Gorenzel: „Das haben wir in der Vergangenheit viel besser gemacht.“

A wie andere Resultate: „Das Gute ist, dass wir es in der eigenen Hand haben“, sagt Bierofka, der Optimist. Der Pessimist in ihm weiß jedoch: Gewinnen seine Löwen nicht, müssen sie schauen, was sich auf den anderen Plätzen tut. Selbst bei einer knappen Niederlage ist eine 99-Prozent-Rettung möglich, wenn Lotte (in Haching) und Jena (in Meppen) maximal unentschieden spielen.

Sportchef Günther Gorenzel sieht die Löwen in einer „Extremsituation“. Leipzigs Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick vergleicht Sechzig mit einem Karnickelzüchterverein. Der neue Aufsichtsratsboss macht Hoffnung, dass die Blauen in der kommenden Saison wieder eine schlagkräftige Mannschaft auf den Platz schicken werden.

Uli Kellner

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