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TSV 1860: Baustellen vor dem Liga-Start - ein Deichmann ist einer zu wenig

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Von: Uli Kellner

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Bissiger Löwe: Yannick Deichmann liefert ab, letzte Saison rechts hinten, aktuell im offensiven Mittelfeld.
Bissiger Löwe: Yannick Deichmann liefert ab, letzte Saison rechts hinten, aktuell im offensiven Mittelfeld. © Kolbert-Press

Die Testpielklatsche des TSV 1860 gegen M‘Gladbach hat die Baustellen der Löwen vor dem Liga-Start aufgedeckt. Wo muss Michael Köllner noch nachjustieren?

München – Die umstrittene Generalprobe gegen Newcastle United (Freitag, 14.30 Uhr, Saalfelden) – viele beim TSV 1860 hätten das Testspiel gerne storniert, nicht nur der wiedergewählte Präsident Robert Reisinger. Jedoch: Nach der 0:6-Abreibung am Sonntag durch Borussia Mönchengladbach ist das Duell der Investorenclubs ein eminent wichtiges Spiel. Für die Löwen-Profis, um ihr Selbstvertrauen zu reparieren, das sich in der Bergkulisse am Tegernsee womöglich verflüchtigt hat – und für den Trainer, weil seine mutmaßliche Stammelf noch einmal generalüberholt werden muss.

Eine Übersicht über die Baustellen in Michael Köllners Mannschaft elf Tage vor dem Drittligastart in Dresden (Samstag, 23. Juli, 14 Uhr).

Rechts hinten

Der rechte Außenposten der Viererkette bleibt die blaue Problemzone schlechthin. Christopher Lannert, 24, der für diese Position geholt wurde, kämpft mit coronabedingt mangelnder Fitness – Gladbachs Juniordribbler Borges Sanches, 18, nutzte das ein ums andere Mal aus. Nicht viel besser wurde es mit Niklas Lang, 20, der nach der Pause ran durfte. Marius Willsch, 31, braucht noch Zeit, um nach langer Verletzungspause seine Form zu finden. Nathan Wicht, 18: Half zwar in Testspielen aus, der Schweizer U 19-Nationalspieler hat seine Stärken aber im Zentrum. Muss am Ende doch wieder Yannick Deichmann, 27, ran, der in allen sieben Testspielen offensiv aufgestellt wurde? Es rächt sich jetzt, dass Kevin Goden, 23, zur U 21 abgeschoben wurde, obwohl sein Vertrag noch bis 2023 gültig ist.

Innenverteidigung

Sechs Gegentreffer sind heftig – da welkt so mancher Vorschusslorbeer, mit dem die neue Innenverteidigung der Löwen bedacht wurde. In den Testspielen hatte Jesper Verlaat wechselnde Nebenmänner. Gegen Gladbach erhielt Semi Belkahia die längste Spielzeit (82 Minuten), was ein Fingerzeig sein könnte. Leandro Morgalla jedoch gehört die Zukunft – der 17-Jährige überzeugt durch Kopfballspiel und Körpersprache. Wie so viele Löwen bekam er gegen Gladbach die Grenzen aufgezeigt, doch Morgalla hat jetzt schon viele Fans – auch wenn Köllner beim Auftakt-Doppelhammer gegen Dresden und Dortmund auf die Erfahrung des Duos Verlaat/Belkahia setzen dürfte.

Linke Außenbahn

Bahnt sich auf dem linken Flügel eine kleine Sensation an? Nach den Eindrücken der Vorbereitung ist der von allen Seiten gelobte Erik Tallig, 22, drauf und dran, Kapitän Stefan Lex aus der Startelf zu verdrängen. „Tallig kann in dieser Saison ein sehr wichtiger Spieler für uns werden“, lobte Köllner den Ex-Chemnitzer, während Lex zuletzt häufiger von der Bank kam. Auffällig: Die Binde wanderte in vielen Testspielen eine Position nach hinten – an den Arm von Routinier Phillipp Steinhart, der sich fürs Erste gegen Herausforderer Fabian Greilinger durchgesetzt hat.

Offensivzentrale

Boyamba und Kobylanski sollen das Herzstück der neuen Löwen-Mannschaft werden – dem einen fehlt noch die Bindung zum Spiel, dem anderen der letzte Tick Fitness. Einer dagegen liefert immer ab, egal, wo man ihn aufstellt: Yannick Deichmann. Köllner müsste ihn eigentlich klonen – zumindest bis die neuen Achter angekommen und rechts hinten eine taugliche Lösung gefunden ist.

Fazit: Gesetzt sind vorläufig nur sieben Löwen: Torhüter Marco Hiller, Abwehrchef Jesper Verlaat, Linksverteidiger Phillipp Steinhart, Sechser Tim Rieder, Rechtsaußen Albion Vrenezi, Torjäger Marcel Bär – und Allweckwaffe Yannick Deichmann. (Uli Kellner)

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