Zwei Junglöwen konnten sich in den Fokus spielen

TSV 1860: Michael Köllners Talente-Bilanz seit Amtsantritt

Michael Köllner, Trainer des TSV 1860 München, motiviert seine Talente.
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Michael Köllner, Trainer des TSV 1860 München, motiviert seine Talente.

TSV 1860-Coach Michael Köllner hat bei seinem Antritt angekündigt, auf die Jugend der Löwen zu setzen. Wir haben uns die Umsetzung dieser Ankündigung angeschaut.

  • TSV 1860-Trainer Michael Köllner möchte auf die Jugend setzen.
  • Noel Niemann und Dennis Dressel konnten sich unter dem neuen Coach in den Fokus spielen.
  • Leon Klassen, Fabian Greilinger und Niklas Lang müssen sich noch gedulden.

Nach dem 1:0-Sieg beim Halleschen FC am 9. November 2019 verkündete der TSV 1860 München, dass Michael Köllner das Traineramt übernimmt. Die Löwen reagierten damit auf den Rücktritt von Daniel Bierofka wenige Tage zuvor. Das Ziel bei Amtsantritt war klar: eine sorgenfreie Saison spielen und möglichst wenig mit dem Abstieg zu tun haben. Zwölf ungeschlagene Spieltage später stehen die Münchner mittlerweile auf dem sechsten Platz der 3. Liga. Der Abstand auf die Abstiegsränge beträgt komfortable zehn Punkte. Die Fans schielten vor der Corona-Pause eher in Richtung Tabellenspitze. Lediglich zwei Punkte liegen die Sechziger hinter einem direkten Aufstiegsplatz. Köllner hat seine anfänglichen Kritiker durch die bisher gezeigten Leistungen der Mannschaft verstummen lassen.

Köllner möchte auf die Jugend setzen

Seine Philosophie machte der Oberpfälzer von Beginn an deutlich. Das System spielt für ihn nicht die entscheidende Rolle. „Wichtiger sind die Grundtugenden: Einsatzbereitschaft, Teamgeist, Moral“, sagte er in einer Medienrunde nach der ersten Trainingseinheit. Ebenso betonte der 50-Jährige immer wieder, dass er auf die Jugend setzen möchte. „Perspektivisch ist angedacht, Raum für junge Spieler zu öffnen“, kündigte er an. Köllner ist für die Förderung junger Spieler bekannt. Beim 1. FC Nürnberg leitete er das Nachwuchsleistungszentrum und stieg, nach seiner Beförderung zum Profi-Coach, mit einigen Kickern aus der eigenen Jugend in die Bundesliga auf. Diesen Stil möchte der Trainer bei den Löwen fortsetzen. Bei seinem Auftritt bei „Blickpunkt Sport“ Anfang Dezember hob er hervor: „Es ist wichtig, dass du einen Blick dafür hast und die Spieler dann auch merken, sie haben eine Chance im Verein. Du musst einen Weg aufzeigen.“

Wir stellen die Junglöwen vor, die den aufgezeigten Weg bisher gegangen sind.

Noel Niemann (20)

Der junge Angreifer Noel Niemann durfte unter Köllner sein Debüt in der 3. Liga feiern. Gleich im ersten Spiel des neuen Trainers, dem Derby gegen die kleinen Bayern, wurde er kurz vor Schluss eingewechselt. Bereits unter Vorgänger Bierofka hat der Youngster bei den Profis mittrainiert. Nach seinem Kreuzbandriss im April 2018 fiel der 20-Jährige jedoch fast ein komplettes Jahr lang aus. Über die Bayernliga-Reserve kämpfte er sich zurück und schaffte in dieser Saison den Sprung zu den Profis. Gegen die SG Sonnenhof Großaspach durfte das Talent am 18. Spieltag zum ersten Mal von Beginn an auflaufen. Insgesamt kam Niemann unter Köllner in acht von zwölf Partien zum Einsatz und kann zwei Tore, sowie einen Assist vorweisen. Durch seine Wendigkeit und sein Tempo ist er eine echte Waffe in der Löwen-Offensive. Wenn Niemann weiterhin Spielpraxis sammeln kann und sich weiterentwickelt, kann er ein essenzieller Bestandteil der Mannschaft werden. David Niedermeier, sein ehemaliger Trainer aus der Münchner Fußballschule, traut ihm sogar die Bundesliga zu.

Dennis Dressel (21)

Dennis Dressel debütierte bereits in der letzten Saison für die Profis. Zu Beginn dieser Spielzeit war er gesetzt und kam auf viele Einsätze. In den letzten Partien vor dem Trainerwechsel musste der 21-Jährige allerdings auf der Bank Platz nehmen. Unter Köllner ist der Mittelfeldspieler wieder eine tragende Säule im Spiel der Sechziger geworden. Er kam in bislang allen Partien zum Einsatz, zehnmal von Beginn an und zweimal von der Bank. Dabei konnte Dressel zwei Tore erzielen, darunter den wichtigen Ausgleich beim Trainer-Debüt gegen die Bayern. Nach dem Derby fand er lobende Worte für Köllners Arbeit: „Alles top. Ich find‘s super.“ Es scheint zu passen zwischen den beiden. Das Mittelfeld-Talent lieferte unter dem neuen Coach starke Leistungen und könnte sich künftig zu dem Taktgeber bei den Löwen entwickeln.

Leon Klassen (19)

Für Leon Klassen läuft es unter Köllner hingegen noch nicht so richtig rund. In den letzten Partien mit Bierofka an der Seitenlinie war der junge Außenverteidiger zum Stammspieler aufgestiegen. Seit dem Trainerwechsel durfte der 19-Jährige lediglich in zwei Partien von Beginn an ran. Hinzu kamen zwei Kurzeinsätze in Ingolstadt und Meppen. Phillipp Steinhart ist beim neuen Coach als Linksverteidiger gesetzt und die Position, die Klassen unter Biero bekleidete, gibt es im jetzigen Spielsystem nicht mehr. Er wird es, aller Voraussicht nach, auch künftig schwer haben, Startelf-Einsätze zu bekommen.

Fabian Greilinger (19) und Niklas Lang (17)

Fabian Greilinger feierte am 2. Spieltag gegen Eintracht Braunschweig sein Startelf-Debüt. Bierofka war ein großer Fan des jungen Außenstürmers, e r erinnerte ihn an sich selbst. Es folgten weitere Startelf-Einsätze für den 19-Jährigen. Unter Köllner spielte Greilinger bislang keine große Rolle. Lediglich ein Kurzeinsatz gegen Preußen Münster war ihm vergönnt.

Ein weiteres Talent im Blickfeld der ersten Mannschaft ist Innenverteidiger Niklas Lang. Im Sommer ließ Bierofka den 17-Jährigen erstmals bei den Profis mittrainieren. Unter Köllner schaffte er es am 20. Spieltag gegen Preußen Münster bereits einmal in den Profi-Kader, kam jedoch nicht zum Einsatz. In der Wintervorbereitung durfte er ins Trainingslager nach La Manga mitreisen. Lang wurde 2002 geboren, gehört also zum jüngeren U19-Jahrgang. Es ist eher ungewöhnlich, dass ein Spieler in diesem Alter bereits bei den Profis mittrainieren darf. Die Löwen-Fans dürfen sich also sicherlich auf einen tollen Innenverteidiger freuen.

Text: Patrick Huljina

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