Roter OB bei den Blauen

Ein Prosit auf das neue Sechzger! OB und 1860 stoßen auf Stadionausbau an

Fast schon ein Stammgast: OB Reiter beim Wiesntermin des TSV 1860 - an der Seite von Präsident Reisinger (l.).
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Fast schon ein Stammgast: OB Reiter beim Wiesntermin des TSV 1860 - an der Seite von Präsident Reisinger (l.).

Dieter Reiter verkündet als Wiesn-Gast der Löwen Neuigkeiten zum geplanten Stadion-Umbau: Der Stadtrat soll das Projekt vor der Sommerpause 2020 absegnen.

Der rote OB bei den Blauen? Das ist inzwischen eher die Regel als die Ausnahme. Auch am Dienstagabend, beim offiziellen Wiesntermin des TSV 1860, ließ sich Dieter Reiter bereitwillig auf eine Maß und eine Brotzeit einladen. Mit einem neutral grünen Trachtenhemd tauchte er im Hackerzelt auf – und mit guten Nachrichten im Gepäck. Bei einem Termin mit Vereinsvertretern und zwölf wichtigen Fanclub-Vertretern vorige Woche habe er seinen Entschluss bekräftigt, den Löwen beim Ausbau des Grünwalder Stadions zu helfen, so Reiter. Zwar in der umstrittenen Schmalspurversion (18.060 Zuschauer), aber mit maximaler Unterstützung vom roten Stadtvater. „Wir sorgen für die Zweitliga-Tauglichkeit“, versprach Reiter: „1860 muss halt sportlich für die 2. Liga sorgen.“

1860-Stadionumbau: Löwen sollen auf Hachinger Sportpark ausweichen

Den Fahrplan bis zum ersten Anpfiff im aufgemotzten 60er-Stadion hat der Wiesn-Gast auch gleich umrissen: Das endgültige Okay vom Stadtrat ist kurz vor der Sommerpause 2020 geplant, gefolgt von einer längeren Bauphase, in der die Blauen wohl oder übel fremdkicken müssen. Reiter: „Alle Löwen haben sich ganz klar gegen das Olympiastadion als Übergangsspielstätte ausgesprochen.“ Die wahrscheinlichste Variante sei daher, dass Sechzig im Unterhachinger Sportpark Unterschlupf findet. „Realistisch zur Saison 2023/24“ rechnet Reiter mit einem Einzug ins neue alte Stadion. Eine Zeitangabe, die Präsident Robert Reisinger (l.) sympathisch fände, wobei der Oberlöwe auch die vielen Hürden sieht, die auf dem beschwerlichen Weg zum Umbau lauern könnten. „Das Ganze ist ja nicht unbedingt ein Nockherberg, sondern eher ein Mount Everest“, veranschaulichte er die Größe des Projekts.

Generell, so Reisinger, freue es ihn aber, dass der OB sich so engagiert. Er mag deswegen auch keinen Zeitdruck ausüben. „Wie sagen die Chinesen? Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man daran zieht.“ Dachten sich wahrscheinlich auch die Löwen-Profis, die mit fast einer Stunde Verspätung auf der Sponsor-Empore auftauchten.

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