„Dann sind wir Abstiegskandidat Nr. 1“

Ex-Löwen-Trainer Wettberg über Krisen, Ursachen und was ihn besonders aufregt

Will den Sparkurs des e.V. nicht unterstützen: Ex-Löwen-Trainer Karsten Wettberg
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Will den Sparkurs des e.V. nicht unterstützen: Ex-Löwen-Trainer Karsten Wettberg.

Karsten Wettberg weilt heute noch regelmäßig auf Giesings Höhen, wenn der TSV 1860 um Punkte kämpft. Im Interview spricht der Ex-Trainer über die aktuelle Situation und das Verhalten der Fans.

München - Aufstiegstrainer in Unterhaching, König von Giesing beim TSV 1860 – kaum jemand ist im Münchner Fußball beliebter und bewanderter als Karsten Wettberg. Bis heute verfolgt der 77-Jährige jedes Heimspiel der Löwen im Stadion – um danach mehr oder weniger desillusioniert zurück in seine Hallertauer Heimat Elsendorf zu fahren. Die Zuspitzung der Krisen beim Drittligisten treibt auch Wettberg die Falten auf die hohe Stirn. Die der Sorge und die des Zorns, wie er im Interview erklärt.

Herr Wettberg, wo werden Sie den brisanten 37. Spieltag dieser Drittliga-Saison verfolgen?

Karsten Wettberg: Ich werde im Grünwalder Stadion sein und sowohl Sechzig gegen Fortuna Köln die Daumen drücken als auch meinem Freund Manni Schwabl mit seinen Hachingern gegen Lotte. Irgendwie hab ich bei beiden ein gutes Gefühl, dass sie drinbleiben in der Liga.

Wie soll es dann beim TSV 1860 klappen?

Wettberg: Sie haben zwei Punkte mehr, wären mit einem Unentschieden so gut wie sicher durch und der Gegner muss gewinnen. Dazu kommt die Unterstützung im Grünwalder, die in dieser Liga ihresgleichen sucht.

Was macht Ihnen Sorgen?

Wettberg: Die Häufung der Undiszipliniertheiten. Auch wenn der Platzverweis gegen Weber in Zwickau grenzwertig war, so musst du bei 2:5 nicht mehr einsteigen. Diese Sperre ist überflüssig und deshalb doppelt schmerzhaft.

Pyro beim TSV 1860: „Diesen Typen spreche ich das Fan-Sein ab“

Lassen Sie die Klubpolitik als Teil-Erklärung der sportlichen Krise gelten?

Wettberg: Förderlich ist es nicht, aber da muss man schon trennen. Was mich aufregt, sind die Pyros. Bei uns fallen die Strafen stärker ins Gewicht als anderswo, trotzdem wird’s gemacht. Diesen Typen spreche ich das Fan-Sein ab.

Ihr Kommentar zur Lage zwischen den Gesellschaftern?

Wettberg: Wenn ich diesen unsinnigen Streit beenden könnte, dann hätte ich’s gestern schon getan. Können wir es uns leisten, auf die Kontakte eines Herrn Stimoniaris und anderer zu verzichten? Falls ja, dann bin ich gespannt auf nächste Saison… obwohl… da muss man nicht groß gespannt sein. Ohne echte Verstärkungen sind wir in der Dritten Liga Abstiegskandidat Nummer eins.

Für die Löwen bleibt es spannend im negativen Sinn bis kurz vor Saisonschluss. Trainer Daniel Bierofka geht nach der 2:5-Niederlage gegen Zwickau vor allem mit den Unparteiischen hart ins Gericht.

Interview: Ludwig Krammer

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