Analyse zu den Ambitionen

Kann Ismaiks Statthalter Löwen-Präsident Reisinger stürzen? So stehen die Chancen

Kämpertyp: Betriebsratschef Saki Stimonaris in seinem Büro bei MAN, Löwen-Devotionalien und Revolutionsfolklore inklusive
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Kämpertyp: Betriebsratschef Saki Stimonaris in seinem Büro bei MAN, Löwen-Devotionalien und Revolutionsfolklore inklusive.

Bekommt der TSV 1860 einen neuen Ober-Löwen? Mit ehrgeizigen Absichten hat Saki Stimoniaris seine Bewerbung für die Präsidenten-Wahl 2019 eingereicht. Wir erläutern die Hintergründe.

Die Meldung wird den TSV 1860 auf Trab halten: Saki Stimoniaris (47) will Löwen-Präsident werden! Am Freitag reichte der MAN-Betriebsratschef und Sprecher von Investor Ismaik seine Kandidatur beim Verwaltungsrat des e.V ein. Unsere Analyse.

Was verspricht Stimoniaris? Während Präsident Robert Reisinger im Dezember auch Genussscheine mit Eigenkapitalcharakter als künftiges Finanzierungmittel ausschloss, um sich weiter von Investor Ismaik zu emanzipieren, sieht Stimoniaris die sportliche Entwicklung der Löwen-Profis durch einen Sparkurs „fahrlässig“ gefährdet. Neben der ersten Mannschaft müsse der Fokus auch wieder auf die „ehemals vorbildhafte Nach­wuchs­förde­rung des TSV 1860 gerichtet“ werden, schrieb er in seiner gestrigen Mitteilung. Seit Jahren stagniere die Ausbildung, Pläne des Vereins, die U 21 abzumelden, seien kontraproduktiv. „Es bedarf nicht nur mehr Geld für die Nachwuchsarbeit, sondern auch ein neues Konzept für die Förderung unserer Jugend.“ 

In der Stadionfrage fährt Stimoniaris zweigleisig: „Sollte der grundlegende Umbau des Grünwalder Stadions, den ich zu 100 Prozent befürworte, aufgrund der Machbarkeitsstudie nicht umsetzbar sein, muss sofort die Suche nach einem Grundstück im erweiterten Stadtgebiet erfolgen, in dem ein Stadionbau mit mindestens 35.000 Zuschauern möglich ist. Mein Netzwerk in die Wirtschaft und die Politik wird den Löwen sehr hilfreich sein.“

Stimoniaris: Aktiv für ein Miteinander aller Gremien des Vereins einsetzen

Kann es bei der Mitgliederversammlung im Sommer zu einer Kampfkandidatur gegen Reisinger kommen? Eigentlich sieht die Vereinssatzung nur einen Kandidaten vor, der Rest ist Auslegungssache. In jedem Fall möglich wäre die Nominierung Sakis als Ersatzkandidat, sollte Reisinger bei den Mitgliedern durchfallen. Der Ball liegt nun beim (mehrheitlich mit Ismaik-Kritikern bestückten) Verwaltungsrat, der das alleinige Vorschlagsrecht für die Mitgliederversammlung besitzt. Pikant: 2015 lehnte das Gremium Stimoniaris ab und gab dem als pflegeleichter eingestuften Peter Cassalette den Vorzug. Mit im Kreise der damaligen Entscheider: Robert Reisinger und Robert von Bennigsen, die heutigen e.V.-Vertreter im 50+1-Beirat.

Wie groß sind Stimoniaris’ Chancen, vorgeschlagen zu werden? Ersten Einschätzungen nach eher gering. Auch Saki weiß um die Vorbehalte gegen seine Person. Sein Plädoyer in eigener Sache: „Ich würde mir wünschen, dass der Verwaltungsrat meine Bewerbung gründlich und sorgfältig prüft. Sollte meine Position als Stellvertreter des Mehrheitsgesellschafters der KGaA in Verbindung mit dem Präsidentenamt des e.V. kritisch hinterfragt werden, so möchte ich diesbezüglich betonen: unabhängig davon, dass auch der amtierende Präsident problemlos einem Lager zugeordnet werden könnte, sehe ich gerade in der Überwindung des Lagerdenkens bei 1860 meine größte Herausforderung. 1860 braucht einen Präsidenten, der die Kräfte bündelt und sich aktiv für ein Miteinander in allen Gremien des Vereins einsetzt.“ 

Lesen Sie auch: U21-Kapitän Dennis Dressel ist auf dem Sprung in den Profikader

Ludwig Krammer

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