Erfolgsserie der Löwen gerissen

Platz 1 verpasst - Böses Erwachen nach einer „Bomben-Halbzeit“

Daniel Wein (mit Flasche) und die Einwechselspieler Klassen und Tallig schieben Frust.
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Böses Erwachen: Nach sieben erfolgreichen Spielen stehen die 1860-Profis mal wieder ohne Punkte da.
  • Fast wie gegen Meppen: Am Ende jubelt der ultradefensive Gegner.
  • Sechs Lex-Chancen vor der Pause, kein Tor.
  • Legen die Löwen noch mal nach? Uerdingens Gnaase im Gespräch.

Wie sich die Szenen gleichen: Angerannt, lange alles versucht, am Ende verzweifelt. Wie vor acht Tagen gegen Meppen (1:1) jubelten nach 90 intensiven Minuten die ultradefensiven Gäste des TSV 1860. Mit einer überraschenden 0:1-Heimniederlage gegen Zwickau endete das Winter-Hoch der Löwen, die in den sieben Spielen seit Mitte Dezember 17 von 21 möglichen Punkten geholt hatten. Nix war’s mit dem Sprung an die Tabellenspitze, für den schon ein mageres Unentschieden gereicht hätte. „Ich glaube, wir haben uns heute selber geschlagen“, haderte 1860-Coach Michael Köllner bei MagentaSport: „Wir haben eine Bomben-Halbzeit gespielt, da müssen wir 3:0 führen. Der Gegner macht dann nach der Pause mit der ersten Chance das Tor. Das Spiel haben wir in der ersten Halbzeit verloren.“

Endstation Brinkies: Auch diese Chance von Stefan Lex wurde vom FSV-Keeper entschärft.

Spielerisch war die 3:0-Gala von Magdeburg der bisherige Saisonhöhepunkt. Was das Thema Dominanz angeht, setzten die Löwen gestern sogar noch einen drauf. Offensiv ließ Michael Köllner sein Team in einer sehr variablen 3-1-4-2-Formation antreten. Stefan Lex gesellte sich zu Rückkehrer Sascha Mölders (Gelbsperre abgesessen) in die Spitze und tobte sich nach Herzenslust im Strafraum der Gäste aus. Die erste Halbzeit geriet zu einer One-Man-Show: Lex aus spitzem Winkel (9., 16.), Lex an die Latte (20.), aus der Drehung (37.), aus dem Getümmel (41.), von der Grundlinie (44.). Unterstützt von einem breiten Mittelfeld schoss der quirlige Stürmer aus allen Lagen, Endstation war aber meist bei Johannes Brinkies, der als letzte Absicherung einer Zwickauer Zehn-Mann-Verteidigung fungierte. „Das war wie Handball“, sagte der FSV-Keeper vergnügt: „Sechzig um unseren Strafraum herum, wir haben uns reingeworfen und alles wegverteidigt.“

Ganz anders dann die zweiten 45 Minuten: Zwickau stellte um, wagte sich immer häufiger aus der Deckung – und belohnte sich durch den Überflieger der letzten Wochen. Einen Schuss von Can Coskun konnte Marco Hiller noch abwehren, beim Nachschuss von Morris Schröter war das Tor dann leer (65.). Sein vierter Treffer im dritten Spiel, mit dem die Sachsen ihren Höhenflug fortsetzten und die Löwen in eine kleine Sinnkrise stürzten.

Kommt noch ein Spieler? Im Gespräch: Dave Gnaase vom KFC Uerdingen

Wahrscheinlich ist es die zunehmend destruktive Spielweise der Gegner, die die 1860-Führung dazu bewogen hat, noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv zu werden. Der technisch starke Keanu Staude wurde am Freitag als zweiter Winterzugang vorgestellt (nach Merveille Biankadi), heute könnte bis zur Deadline um 18 Uhr Nummer drei folgen. Im Gespräch ist der zentrale Mittelfeldspieler Dave Gnaase, 24, vom KFC Uerdingen. Um bis zum Schluss im Aufstiegskampf mitzumischen, kann man nicht genug individuelle Klasse im Kader haben.

Weiter geht’s für 1860 am Samstag in Lübeck. Dann vielleicht schon mit Keanu Staude. Und mit Gnaase? Sollte der KFC auf einer Ablöse beharren, wohl eher nicht.

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