Stevic: FC Bayern als Vorbild für 1860

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Miki Stevic hat's derzeit schwer

München - In einem großen Interview hat sich Miki Stevic zu den Fehlern der Vergangenheit und den Plänen für die Zukunft beim TSV 1860 geäußert. Zudem spricht er über das Verhältnis zum FC Bayern.

In einem Interview mit Yahoo! Eurosport äußert sich 1860-Sportdirektor Miki Stevic zu vielen drängenden Fragen. Er ist sich bewusst, dass seine Sechziger zuletzt nicht den besten Eindruck hinterlassen haben und sieht ein großes Problem darin, "wenn es ständig Wechsel auf der Schlüsselposition des Geschäftsführers gibt. Der Sportdirektor, Trainer und die Spieler gewöhnen sich menschlich an diese Personen, und ehe man sich eingelebt hat, ist dieser auch schon wieder ausgetauscht." Dieses unschöne Personalkarussell habe mit zu einem negativen Imagewandel beigetragen, wem vom Arbeiterverein oder Münchner Verein, hin zu einem "Unruheherd. Ein Klub, bei dem viele nicht alltägliche Geschichten passieren."

Nicht nur hinter den Kulissen haben die Löwen einen personellen Aderlass zu beklagen. Stevic merkt an, es sei schwieirg, "ein gutes Team aufzubauen, wenn man stets die besten Spieler verkaufen muss. Einerseits ist das immer auf sportlicher Ebene ein herber Verlust, andererseits wäre das aus Manager-Sicht leichter zu verkraften, wenn wir unter regulären Bedingungen verkaufen würden, wenn also der Preis nicht gedrückt würde."

Mancher Spieler hätte wohl einen höheren Preis erzielt, wenn man ihn länger gehalten hätte. Dabei meint er auch Peniel Mlapa und Moritz Leitner. "Man weiß um unsere Situation", seufzt er, lobt aber immerhin, dass die Verhandlungspartner Michael Zorc (Borussia Dortmund) und Rudi Völler (Bayer Leverkusen) im Fall Leitner fair mit den Sechzigern umgegangen seien.

Dass so viele Spieler den Verein verlassen, birgt natürlich auch eine Chance für die Jugend. Nirgends bekämen Talente schneller eine Chance, nach oben zu kommen, als bei Sechzig, so Stevic. Es bestehe kein Druck, in dieser Saison aufzusteigen, stellt Stevic klar. Der Blick ist in die Zukunft gerichtet: Mit dem eigenen Nachwuchs Erfolg zu haben, sei der Weg, den die Sechziger gehen müssen und werden. Stevic wählt einen skurrilen Vergleich: "Wir müssen versuchen mit unserem 'Bio-Gemüse' zu überzeugen, das wir in unserem eigenen Laden hier produzieren."

Auch zum Lokalrivalen FC Bayern äußert sich Stevic in dem Interview ausführlich. "Selbstredend hängt an Sechzig mein Herz", so Stevic, "aber ich lerne gerne von den Großen, und Bayern hat bewiesen, dass ihr aufgebautes Fundament aus einem äußerst festen Beton besteht. In dieser Hinsicht sind sie in Deutschland das Nonplusultra und nach ihnen kommt erst ein großes Loch, und dann die übrigen Vereine." Stevic weiter: "Da wir uns mit dem FC Bayern das Stadion teilen, ergibt es sich automatisch, dass man miteinander kooperieren muss und dass man Lösungen findet, mit denen beide Parteien leben können."

Stevic erklärt, dass der Erfolg vieles überwindet und für Identifikation sorgt. Das zeige sich auch beim Lokalrivalen FC Bayern, wo kein Deutscher Kapitän ist, sondern in Mark van Bommel ein Niederländer. "Für mich gäbe es nur einen Spielführer, Schweinsteiger. Aber solange van Bommel das verkörpert, was der Klub verlangt, und alle erfolgreich sind, stellt keiner Fragen. Das ist globalisiertes Denken. "

al.

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