Löwen-Sieg gegen Rostock: Die Serie hält an

+
Stefan Aigner (Mitte) erzielte das 3:0

München - Der TSV 1860 München ist weiterhin auf dem Vormarsch! Gegen Hansa Rostock feiern die Löwen das siebte Spiel in Folge ohne Niederlage, vor allem dank eines Rückkehrers.

Nur wer kämpft, kann Beute machen. Sie nach Hause zu bringen, bedeutet Überleben, Genießen und Zukunft.“

Lesen Sie dazu:

Der Ticker zum Nachlesen

Lauth: "Platz drei im Blick"

Diese feierlichen Sätze (und noch einige mehr) hatte Geschäftsführer Manfred Stoffers seinen Löwen ins Stadionheft geschrieben. Und auch wenn es mit dem Genießen am Freitagabend beim 3:0 (1:0)gegen Hansa Rostock nur sehr bedingt klappte, (über)leben und hoffnungsvoll in die Zukunft blicken lässt sich mit den drei Punkten sehr wohl. Es war ein Sieg gegen die Langeweile. Auch wenn der Rückstand auf Platz drei (derzeit Düsseldorf) mit acht Punkten konstant groß bleibt. 

1860-Trainer Ewald Lienen ließ sich nach dem Schlusspfiff gestern sogar zu einer Show-Einlange hinreißen. Weil sein Trainerkollege Andreas Zachhuber zum Flieger musste und so die Pressekonferenz verpasste, mimte Lienen kurzerhand den Zachhuber. „Wenn ich Hansa-Trainer wäre, dann würde ich jetzt sagen, es war eine völlig unnötige Niederlage. Wir haben 35 Minuten super Fußball gespielt Die 1:0-Führung war völlig unverdient…“

TSV 1860 gegen Hansa Rostock: Die Bilder des Spiels

TSV 1860 gegen Hansa Rostock: Die Bilder des Spiels
Der Schrei eines Siegers: Für den FC Hansa Rostock gab es in München nichts zu holen. Die Löwen feierten einen verdienten, wenn auch im Ergebnis etwas zu hoch ausgefallenen 3:0-Sieg.  © sampics
TSV 1860 gegen Hansa Rostock: Die Bilder des Spiels
Benny Lauth brachte die Löwen mit einer schönen Einzelleistung in Führung.  © sampics
TSV 1860 gegen Hansa Rostock: Die Bilder des Spiels
Der wiedergenesene Kapitän machte im Heimspiel den Unterschied.  © sampics
TSV 1860 gegen Hansa Rostock: Die Bilder des Spiels
Mit einem trockenen Schuss brachte Lauth die Löwen früh auf die Siegerstraße.  © sampics
TSV 1860 gegen Hansa Rostock: Die Bilder des Spiels
So jubelt ein Torjäger. Für Lauth war es der 5. Saisontreffer.  © sampics
TSV 1860 gegen Hansa Rostock: Die Bilder des Spiels
Dennoch war die Führung für die Löwen schmeichelhaft. Bis dahin waren Torchancen von Lauth und Co. Mangelware.  © sampics
TSV 1860 gegen Hansa Rostock: Die Bilder des Spiels
Hinten ließ der TSV 1860 nichts anbrennen. Die Abwehr stand gegen Rostock sicher.  © sampics
TSV 1860 gegen Hansa Rostock: Die Bilder des Spiels
Vorne durfte sich trotz schwacher Leistung in Koblenz wieder Peniel Mlapa beweisen.  © sampics
TSV 1860 gegen Hansa Rostock: Die Bilder des Spiels
Der Youngster hatte wieder einen schweren Stand, konnte jedoch einige Bälle behaupten.  © sampics
Nach einer Flanke von Pappas sprang das Leder im Strafraum Kevin Schöneberg an den Fuß. Rostocks Keeper Walke hatte keine Chance.  © dpa
Nach der 2:0-Führung war das Spiel gelaufen.  © dpa
1860 tat im Spiel nach vorne nur noch das Nötigste. Rostock fand keine Mittel den Löwen nochmal gefährlich zu werden.  © dpa
Die Entscheidung: Nach schöner Hereingabe von Peniel Mlapa musste Stefan Aigner nur noch abstauben. Der Schlusspunkt einer torreichen Partie.  © dpa
Kiraly: Groß gefordert wurde er nicht. Bei den Flanken gewohnt sicher.  © getty
Rukavina: Bisweilen etwas schlampig und unaufmerksam. Und: Wann glänzt er endlich mal wieder mit einer Offensivaktion? Note: 4  © getty
Ghvinianidze: So will man ihn sehen. Kompromisslos im Zweikampf, ohne viel Firlefanz. Die Rostocker Stürmer hatten spürbar Respekt. Note: 2  © getty
Beda: Verhinderte kurz vor der Pause mit geschicktem Einsatz den Ausgleich, als er den freistehenden Bartels am Torschuss hinderte. Souveräne Vorstellung. Note: 2  © getty
Holebas: Wie immer mit viel Elan und Mumm, aber die ein oder andere Flanke ließ er zu. In der Offensive nach der Pause mit viel Gas. Vorbereiter zum 3:0. Im nächsten Spiel wegen seiner fünften Gelben Karte gesperrt. Note: 2  © getty
Aigner: Blieb die erste halbe Stunde relativ blass, dann taute er endlich auf. Schade, dass er bei einer guten Chance zurückgepfiffen wurde. Dann gelang ihm doch noch das 3:0. Note: 3  © getty
Ignjovski: Sammelte wie gehabt Fleißpunkte im Mittelfeld. Machte in der zweiten Halbzeit auch viel nach vorn. Aufs erste Tor muss er aber weiter warten. Note: 2  © getty
Ludwig: Versuchte oft die komplizierte Version, wenn die einfachere gefragt gewesen wäre. Note: 3  © getty
Ab 71.: Uzoma o. B.  © sampics
Pappas: Ein schöner Steilpass in der ersten Halbzeit auf Lauth, das war’s schon. Im Defensivverhalten manchmal ziemlich grün. Aber das Eigentor von Rostocks Schöneberg bereitete er wunderbar vor. Note: 3  © getty
Lauth: Logisch, dass der Löwen-Kapitän gegen Rostock nach seiner Verletzung unbedingt dabei sein wollte. Gegen Hansa trifft er halt immer. Note: 2  © getty
Ab 79. Biancucchi o. B.  © sampics
Mlapa: Ein ganz anderer Auftritt als zuletzt beim Unentschieden in Koblenz, wo dem 18-Jährigen rein gar nichts gelingen wollte. Sogar technische Kabinettstückchen hatte er diesmal im Angebot. Note: 2  © getty
Ab 82. Schäffler o. B.  © getty

Dann wechselte Lienen doch zurück in den Ewald-Modus. Und übte Kritik an der „katastrophalen ersten Halbzeit“ seiner Mannschaft. „Da waren wir gar nicht da. Das war das Schlechteste, was wir diese Saison abgeliefert haben.“ Unterm Strich sei das 3:0 daher „vielleicht des Guten zu viel“ gewesen. „Aber mir fehlt die Motivation, mich für den Sieg zu schämen. Wir hatten genug Spiele, in denen wir besser waren und trotzdem verloren haben.“ So ist es. Und deshalb haben die Löwen trotz der jüngsten Erfolgsserie halt nur nur eine minimal positive Gesamtbilanz vorzuweisen. Nicht beim Siege/Niederlagen-Verhältnis, da steht’s 7:7, aber bei den Toren. 24:22 heißt dort die Bilanz. Der Löwe ist wieder im Lot. Und ein Dank muss dafür unbedingt auch an Hansa Rostock gehen.

Wie bestellt kamen am Freitag die Fehler der Ostsee-Kicker. Nach einer indiskutablen ersten halben Stunde der Löwen half Hansas Kai Bülow beim 1:0 kräftig mit. Sein Klärungsversuch landete am Schienbein von Stefan Aigner, von dort sprang die Kugel Benny Lauth in den Lauf und der Ex-Nationalstürmer hatte keine Mühe, aus 16 Metern flach einzunetzen (34.).

Eine Führung, die den Löwen allerdings keine große Sicherheit verlieh. Kurz vor dem Pausenpfiff vertändelte Fin Bartels frei vor dem Tor den Ausgleich, Beda konnte gerade noch klären. Entsprechend kritisch fiel auch das Halbzeit-Fazit des gelbgesperrten Sascha Rösler aus: „Ich hoffe, dass wir im zweiten Durchgang ein bisschen mehr Dampf machen und den Sack frühzeitig zumachen können. Wir sind nicht aggressiv genug, nehmen die Zweikämpfe nicht richtig an, so wie wir uns das eigentlich vorgenommen hatten. Da gibt es in allen Bereichen Steigerungspotenzial.“

Doch auch nach der Pause dominierten zunächst die Rostocker. Der eingewechselte Martin Retov scheiterte aus Distanz an Gabor Király (52.), neun Minuten später durfen dann wieder die Löwen jubeln. Charilaos Pappas hatte sich vor dem Hansa-Strafraum den Ball erkämpft, war mit Karacho an zwei Mann vorbeigezogen und hatte links den besser postierten Gegenspieler namens Kevin Schöneberg gesehen. Pass, Eigentor, 2:0. Und damit nicht genug.      

Aigner erhöhte nach schöner Vorarbeit von José Holebas auf 3:0, grätschte den Querpass des Linksverteidigers am langen Pfosten über die Linie (78.). Und der Kas’ war endgültig gebissen vor der Minuskulisse von 16 800 Unentwegten in Fröttmaning. Nun gilt es für die Löwen gierig zu bleiben und am nächsten Sonntag in Karlsruhe nachzulegen. „Ich glaube, dass es in der Zweiten Liga niemals zu langweiligen Wochen kommen wird“, weiß Lienen. „Wir haben in den nächsten sechs Spielen fünf Gegner, die wie wir im Mittelfeld der Tabelle sind. Wenn wir aus der Region wegwollen, dann müssen wir uns da durchsetzen.“ Überleben für eine bessere Zukunft. Vielleicht klappt’s dann ja doch noch irgendwann mit dem Genießen…

Ludwig Krammer, Tobias Altschäffl

Auch interessant:

Meistgelesen

FC Memmingen startet Vorverkauf für Pokalkracher gegen Sechzig
FC Memmingen startet Vorverkauf für Pokalkracher gegen Sechzig
Löwen-Finanzboss Scharold schmeißt kurz vor Schluss hin: „Bergsteiger kennen das“
Löwen-Finanzboss Scharold schmeißt kurz vor Schluss hin: „Bergsteiger kennen das“
Wie planen die Löwen mit Rieder? „Es hängt vor allem vom FC Augsburg ab“
Wie planen die Löwen mit Rieder? „Es hängt vor allem vom FC Augsburg ab“
Diskussion ums Löwen-Budget: „Die Bayerische“-Vorstand bezieht Stellung
Diskussion ums Löwen-Budget: „Die Bayerische“-Vorstand bezieht Stellung

Kommentare