Schwarzer ist irritiert: "Überdenke Investment"

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Er wird den Löwen wahrscheinlich weiterhin finanziell unter die Arme greifen: Nicolai Schwarzer, Immobilienunternehmer aus Berlin

München - Der Personalabbau beim TSV 1860 geht weiter, und es gibt weitere Abschiedskandidaten. Derweil zeigt sich Investor Nicolai Schwarzer irritiert, weil schlecht über ihn geschrieben werde.

Vor knapp drei Wochen hatte die tz exklusiv berichtet, dass Bielefelds Trainer Ewald Lienen an einer Verpflichtung der beiden Löwen-Mittelfeldspieler Sandro Kaiser und Eke Uzoma interessiert sei. Jetzt ist der Deal perfekt. Die Reservisten – zuletzt nicht mal mehr im Kader von Reiner Maurer – spielen in der Rückrunde für den Letzten der Zweiten Liga.

Kaiser und Uzoma werden für ein halbes Jahr an Bielefeld ausgeliehen, über die Höhe der Leihgebühr wurde nichts bekannt. Aber eins ist sicher: Der TSV 1860 spart sich durch den Abgang der beiden im nächsten halben Jahr rund 100 000 Euro an Gehalt. Ein weiterer, wenn auch kein riesengroßer Baustein in Sachen Sanierung.

Und, es gibt weitere Kandidaten, die mithelfen sollen, dass der TSV 1860 am 13. Januar gegenüber der DFL den geforderten Liquiditätsnachweis von 5,3 Millionen Euro stemmen kann.

Wie lange werden wir dieses Team noch sehen?

Gabor Kiraly: Beim gut verdienenden Keeper gibt es eine Option bis 2012, Ersatzmann Tschauner könnte im Sommer ablösefrei gehen. © Sampics
Stefan Buck: Der vielseitige Zugang aus Augsburg ist eine Bank in der Defensive - und soll das auch nächstes Jahr noch sein © Sampics
Kai Bülow: Der Rostocker dürfte auch nächste Saison noch da sein. Im Gegensatz zu Kamerad Ghvinianidze, dessen Vertrag ausläuft. © Sampics
Stefan Bell: Die Leihgabe aus Mainz ist nach der Saison wieder weg. Nur der Aufstieg könnte daran was ändern. © Sampics
Antonio Rukavina: Der Serbe stand schon auf der Sommer-Transferliste, es fand sich kein Abnehmer. Ob die Nachfrage im Winter größer ist? © Sampics
Aleksandar Ignjovski: 1860 hat die Kaufoption an den AC Florenz veräußert. Andere Klubs dürfen die 2,2 Millionen Euro aber noch überbieten. © Sampics
Florin Lovin: Der Rumäne ist derzeit einer der Leistungsträger – und der aussichtsreichste Verkaufskandidat im Winter. © Sampics
Alexander Ludwig: Manager Stevic überlegte bereits, den Thüringer im Winter abzugeben, nun kriegt „Lude“ vielleicht doch noch die Kurve bei 1860. © Sampics
Daniel Bierofka: Der Vertrag des Kapitäns läuft aus, er hat sich eine Anschlussbeschäftigung zusichern lassen. Zwei, drei Jahre als Fußballer sind sicher noch drin. © Sampics
Stefan Aigner: Ob Stefan Aigner (Vertrag bis 2012) nächste Saison noch hier ist, muss stark bezweifelt werden. © Sampics
Daniel Halfar: Nach Nserekos Rauswurf ist Halfar erster Anwärter auf die Aigner-Nachfolge. © Sampics
Moritz Leitner: Beim Youngster sollten sich die Fans keine großen Hoffnungen auf eine weitere Saison bei 1860 machen. BVB-Coach Klopp will ihn im Sommer. © Sampics
Benny Lauth: Über eine Verlängerung des auslaufenden Vertrages wurde noch nicht verhandelt. Das Gehalt müsste wohl deutlich reduziert werden. © Sampics

Ersatztorhüter Philipp Tschauner zum Beispiel. Der 25-Jährige, der im Sommer schon vor einem Wechsel zu Coventry City stand, scheint seine Wechselabsichten im Winter wahr machen zu wollen. Als künftige Nummer zwei im Löwen-Tor würde dann der 19-jährige Björn Bussmann aus dem Regionalliga-Team aufrücken.

Oder wird der 28-fache Junioren-Nationalspieler im Frühjahr sogar die Nummer Eins? Der TSV 1860 steht nämlich vor einem Problem: Absolviert Stamm-Keeper Gabor Kiraly in dieser Saison mindestens 25 Spiele, verlängert sich sein Vertrag automatisch um ein Jahr. Zu den bisherigen Konditionen. Und die passen ganz und gar nicht in das Sanierungskonzept der Löwen. Kiraly gehört zu den Topverdienern bei 1860. Um das zu verhindern, bliebe nur Folgendes übrig: Kiraly muss nach dem 24. Spieltag auf die Bank, oder er erklärt sich damit einverstanden, die Vertragsklausel zu streichen.

Auch der Berliner Unternehmer Nicolai Schwarzer, der bereits rund zwei Millionen in den TSV 1860 investiert hat, soll jetzt erneut helfen. Er war am Sonntag in der Allianz Arena und sprach mit den Verantwortlichen des TSV 1860. Gegenüber der tz sagte Schwarzer am Dienstag: „Die Negativberichterstattung in den letzten Tagen über mich empfinde ich als ruf­schädigend. Das führt dann schon dazu, mein ganzes Investment zu überdenken.“

Könnte das heißen, dass er sein bisher investiertes Geld aus dem Verein wieder rauszieht? Schwarzer: „So etwas erschwert natürlich eine Hilfe, aber ich werde mich in den nächsten Tagen entscheiden.“ Grundsätzlich aber sei er bereit, das Sanierungskonzept weiter zu unterstützen: „Das würde ich nicht tun, wenn ich nicht eine gewisse Zuversicht verspüren würde, dass die handelnden Personen an den richtigen Stellschrauben drehen. Ich gehe davon aus, dass das Schiff 1860 auf dem Wasser bleibt.“

In welcher Größenordnung wäre sein Beitrag? Schwarzer: Dazu möchte ich nichts sagen.“ Bayern-Präsident Uli Hoeneß sieht für 1860 ohnehin nur noch eine Rettung. „Das Einzige, was hilft, ist der Aufstieg“, sagte der 59-Jährige in der SZ. „Wenn jetzt jemand fünf Millionen Euro in die Hand nimmt oder dafür eine Bürgschaft gibt, heißt das noch lange nicht, dass es bei den Löwen weitergeht.“ Ohne weitere Hilfe des FC Bayern, denn, so Hoeneß: „Was wir an Hilfe leisten, ist eh schon grenzwertig. Der „Balanceakt“ sei den eigenen Fans „nicht mehr zuzumten“. Und im Falle einer Insolvenz des TSV 1860 und dem damit verbundenen Auszug aus der Arena, „werden wir das mit den Logenmietern, die 40 Spiele gebucht haben, regeln“.

cm

Quelle: tz

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