Die Löwen im Aygün-Schock

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Necat Aygün hat sich im Gesicht schwer verletzt und wird am Donnerstag in München operiert.

St. Pölten - Necat Aygün hat sich am Dienstagabend eine schwere Gesichtsschädelfraktur zugezogen. Die Computertomografie im Krankenhaus führt zu einer schlimmen Diagnose. 

Die Löwen nach dem Aygün-Schock. Es war eine niederschmetternde Diagnose, die im Krankenhaus von St. Pölten bei dem 31-jährigen Abwehrspieler gestellt wurde. Vereinsarzt Dr. Willi Widenmayer, der Aygün in die Klinik begleitet hatte, sagte: „Necat hat eine schwere Gesichtsschädelfraktur erlitten. Auf der linken Seite ist das Jochbein gebrochen, und die Kieferhöhle sowie die Augenhöhle sind eingebrochen. Wir müssen mit zwei bis drei Monaten Pause rechnen.“

Aygün wurde am Mittwoch mit einem Rettungswagen nach München transportiert, wo er am Donnerstag von Dr. Andreas Hoffmann in der Sana-Klinik operiert werden soll. Widenmayer: „Das kommt noch drauf an, ob die Schwellung im Gesicht schon eine Operation zulässt.“

Passiert ist das Ganze in der 33. Minute beim Test gegen den österreichischen Zweitligisten St. Pölten. Aygün war zum Kopfball hochgegangen, Torhüter Christoph Riegler kam heraus und rammte dem Löwen beide Fäuste ins Gesicht. Sportchef Florian Hinterberger: „Mir hatte der Torwart zunächst erzählt, er und Aygün seien mit den Köpfen zusammengestoßen…“

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Noch in der Kabine wurde der stark blutende Agyün unter dem linken Auge genäht, dann ging es sofort ab ins Krankenhaus. Dr. Widenmayer: „Necat hatte große Schmerzen, konnte sich aber an alles erinnern. Auch die CT stellte keine Schädigungen im Gehirn fest. Und das erste, was er mich gefragt hat, war, wann er wieder spielen kann. Die Versorgung im Krankenhaus war übrigens bestens. Ein Augenarzt, ein Neurochirurg und ein HNO-Arzt haben sich um Necat gekümmert.“

Toni Rukavina hatte nach dem Spiel sofort Aygüns Frau über das Geschehen telefonisch informiert, und die rief dann natürlich gleich bei Widenmayer an: „Sie war sehr aufgeregt, aber dann doch wieder etwas beruhigt, als ich ihr mitteilen konnte, dass es keine Schäden im Kopf gibt.“ Und gestern früh meldete sich Aygün sogar aus dem Krankenhaus beim Löwen-Doc und teilte mit, „dass es ihm soweit ganz gut“ gehe.

Trainer Reiner Maurer trifft der Ausfall hart, da er in der Abwehr nicht viele Alternativen hat. Legen die Löwen jetzt auf dem Transfermarkt nach? Florian Hinterberger: „Das Ganze ist ziemlich beschissen. Sowohl für Necat als auch für uns. Da fällt erst Stefan Buck aus, und jetzt das. Wir müssen das Beste draus machen.“ Was heißt das?

Hinterberger: „Es darf sich keiner mehr verletzen...“ Also kommt kein Neuer? Hinterberger: „Nur wenn es uns gelingt, Rukavina und Rakic abzugeben. Dann würden wir was machen. Ansonsten sind uns die Hände gebunden.“

Hinterberger hatte am Dienstagabend die neueste Hiobsbotschaft Präsident Dieter Schneider per SMS mitgeteilt. Was hat er geantwortet? Der Löwen-Sportchef: „Das ist nicht zitierfähig. Ein Wort ging mit Sch an…“

Claudius Mayer

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