Schießt sich Volland nach Hoffenheim?

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Kevin Volland (r.) beim Jubel mit Daniel Halfar

München - Kevin Vollands Glanzleistung gegen Union Berlin bereitet dem TSV 1860 nicht nur Freude, sondern auch Sorgen. Die TSG Hoffenheim schaut ganz genau hin. Die Löwen hoffen auf Einsicht.

Auf den Beifall und sonstige Huldigungen der Kiebitze an der Grünwalder Straße musste Kevin Volland am Montag verzichten. Der Mann des Tages beim 3:1-Sieg am Sonntag gegen Union Berlin war unmittelbar nach Spielschluss zur U20-Nationalmannschaft abgereist. Mit zwei Treffern und einer Torvorlage im Gepäck hat sich der 19-Jährige für das Länderspiel am Mittwoch in Offenburg gegen Polen auf das Allerwärmste empfohlen.

Familiärer Jubel nach 1860-Sieg: Die Bilder und die Einzelkritik - 1x Note 1

Die Löwen haben gegen Union Berlin einen Heimsieg gefeiert: die Bilder © sampics
Dieter Schneider vor Anpfiff © AP
Reiner Maurer und Florian Hinterberger © AP
Der Präsident und der Trainer im Gespräch © AP
Rein ins Spiel © AP
Es ist eine umkämpfte Begegnung © M.I.S.
Viele Fouls © M.I.S.
Viel Einsatz © M.I.S.
Zunächst wenige Chancen. © dpa
Die ersten 20 Minuten sind nichts für Fußball-Feinschmecker © dpa
Das 1:0 fällt nach einem herrlichen Spielzug: Halfar lupft den Ball auf Volland, der nimmt ihn direkt und netzt ein © AP
Jaaaaaaaaaa ... © M.I.S.
..... aaaaaaaah! © dpa
Tor! © dpa
Der Löwen-Jubel ist groß © M.I.S.
Doch die Freude hält nicht lange. © AP
John Jairo Mosquera trifft nur zwei Minuten später zum 1:1 © AP
Der Berliner freut sich © AP
Und freut sich © AP
Und freut sich immer noch © dpa
Und kriegt sich kaum mehr ein © sampics
Das 1:1 ist auch der Pausenstand © sampics
Dann kommt wieder Volland! © M.I.S.
Nach einem Patzer in der Union-Hintermannschaft legt Benny Lauth für seinen Sturmkollegen zum 2:1 auf. © AP
Toooooooor! © sampics
Nur 53 Sekunden später fällt das 3:1: Aigner netzt eine Volland-Flanke mit dem Kopf ein © M.I.S.
Aigner jubelt. © M.I.S.
Die Löwen haben gegen Union Berlin einen Heimsieg gefeiert: die Bilder © M.I.S.
Lauth kommt hinzu. © AP
Da sind sie ja alle © AP
Union hat noch weitere Chancen. © AP
Doch die Löwen bringen das 3:1 über die Zeit. © sampics
Glückwunsch, Sechziger! © dpa
Nach Abpfiff gibt's ein Bussi für Benny Lauth © M.I.S.
Dann dürfen die Kinder aufs Feld. © M.I.S.
Klein-Halfar, Klein-Bierofka und Klein-Lauth gefällt's da unten. © M.I.S.
Ihren Vätern auch © M.I.S.
Die Löwen ... © M.I.S.
... sind eine große Familie. © sampics
So kann es weitergehen! © sampics
Gabor Kiraly: Beim Gegentor machtlos, hielt den Löwenkasten ansonsten sauber. Note: 3 © Getty
Christopher Schindler: Für den an den Adduktoren verletzten Rukavina rückte er auf die rechte Abwehrseite. Stand beim Ausgleich nicht nah genug an Mosquera, der dann zum 1:1 einköpfte. Note: 4 © sampics
Kai Bülow: Wirkte unsicher und brachte seine Löwen durch Fehlpässe und Stellungsfehler des Öfteren in Bedrängnis. Note: 4 © Getty
Stefan Buck: Nach sechs Wochen Verletzungspause erstmals wieder mit von der Partie. Erledigte seine Arbeit in der Innenverteidigung solide. Note: 3 © Getty
Arne Feick: Gab sich bissig auf der linken Abwehrseite und schaltete sich oft in die Offensive ein. Note: 3 © Getty
Stefan Aigner: Machte viel Dampf auf der rechten Außenbahn, bereitete das 1:0 durch eine tolle Flanke vor und krönte seine Leistung mit dem Treffer zum 3:1. Note: 2 © Getty
ab 87. Kaiser o. B. © sampics
Daniel Bierofka: Der Routinier rackerte viel und bediente die Spitzen mit guten Pässen. Note: 2 © Getty
ab 78. Maier o. B. © sampics
Dominik Stahl: Durchwachsene Partie neben Bierofka, rückte im Aufbau in den Hintergrund. Note: 3 © Getty
Daniel Halfar: Etwas glücklos in seinen Aktionen, an mangelndem Einsatz lag es aber nicht. Note: 3 © Getty
Kevin Volland: Mann der Partie: Brachte die Löwen mit seinem Doppelpack auf die Erfolgsspur und lieferte die Vorlage zum 3:1. Note: 1 © Getty
ab 71. Schäffler o. B. © sampics
Benjamin Lauth: Spritzig und laufstark wie eh und je. Bereitete das 2:0 durch Kevin Volland nach toller Balleroberung uneigennützig vor. Note: 2 © Getty

Allerdings werden sie auch in Hoffenheim wieder genau hingeschaut haben, was Volland am Sonntag in der Allianz Arena so getrieben hat. Weiterhin schwebt über den Verantwortlichen und Fans des TSV 1860 wie ein Damoklesschwert die Tatsache, dass der Bundesligist aus dem Kraichgau im Winter nur mit dem Finger zu schnippen braucht, und Volland ist bei den Löwen Vergangenheit. Ab Sommer nächsten Jahres steht der Offensivmann bei Hoffenheim ja definitiv unter Vertrag, eine Klausel allerdings ermöglicht schon einen früheren Zugriff.

„Wir haben es nicht in der Hand“, sagte Löwen-Sportchef Florian Hinterberger am Montag einmal mehr. Die Ungewissheit bleibt weiterhin. Hinterberger: „Bei den letzten Gesprächen mit TSG-Manager Ernst Tanner wurde uns mitgeteilt, dass man in Hoffenheim abwarten wolle, wie ihre Mannschaft funktioniert und wie sich Volland entwickelt.“

Prächtig, kann man nur sagen. Zum Glück, aber eben auch zum Leidwesen der Löwen. Mit Volland würden die Hoffenheimer nicht nur eines der größten deutschen Offensivtalente an Land ziehen, sondern, so Hinterberger, „auch einen wohlerzogenen jungen Mann, der keinerlei Flausen im Kopf hat. Wie er mit seinen 19 Jahren auftritt, das ist schon sehr stark.“

Die Hoffnung bleibt, dass Hoffenheim einsichtig ist und Volland noch ein weiteres Jahr zur Weiterentwicklung beim TSV 1860 zugesteht. „Denn dass er ab Winter in Hoffenheim nur Ergänzungsspieler ist, das muss nicht sein“, sagt Hinterberger.

Volland selbst sollte aus einem anderen Grund noch dran gelegen sein, die Saison in München zu Ende zu spielen. Mit seinen derzeit vier Treffern liegt er in der 2. Liga nur ein Tor hinter den erfolgreichsten Schützen und besitzt sicherlich gute Chancen, am Ende der Spielzeit die Torjägerkrone zu gewinnen und damit in die Fußstapfen eines Rudi Völler (kam 1982 auf 37 Treffer) zu treten. Wobei ihm durchaus Konkurrenz aus dem eigenen Lager droht. Denn sowohl Lauth, als auch Aigner und Halfar sitzen ihm mit je drei Treffern im Nacken. Trainer Reiner Maurer freut’s: „Das ist mir lieber so, als wenn jetzt einer allein die ganzen Tore erzielt hätte. Dadurch sind wir unberechenbarer.“

Claudius Mayer

Quelle: tz

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