Rentner sorgt für Eklat

Reuter über Kurz: "Ein sehr guter Trainer"

Stefan Reuter über Marco Kurz: "Ein sehr guter Trainer".
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Stefan Reuter über Marco Kurz: "Ein sehr guter Trainer".

Der Aufmarsch der Kiebitze hatte was Bedrohliches. Gut 50 Löwen-Anhänger warteten am Montag vor der 1860-Geschäftsstelle, um dem Zweitliga-Schlusslicht nach dem 1:2 gegen Mainz einen frostigen Wochenbeginn zu bereiten.

Als Eierverkäufer am Eingangstor hätte man bestimmt seinen Schnitt machen können an diesem Vormittag, doch mangels Wurfgeschossen blieb es bei scharfen Worten, die Trainer Marco Kurz an den Kopf flogen.

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„Ich bitte Sie, wenn Sie Sechzig lieben, dann treten Sie freiwillig zurück!“, empfahl ein gewisser Haimerl, Günther – graubärtig und mit einem zweieinhalb Zentner schweren Resonanzkörper ausgestattet. „Sie würden keine Abfindung kriegen bei Ihrer Leistung. Und für Ihre Behandlung kenne ich gute Ärzte.“ Einem weniger besonnenen Menschen als Kurz wären ob solcher Beleidigungen wohl die Gäule durchgegangen, doch der 1860-Coach ist ein Stoiker. „Das ist das Geschäft“, kommentierte er den Eklat. „Sowas lässt einen nicht kalt, aber es ist nicht außergewöhnlich in der jetzigen Situation.“

Eine Situation, die angespannter kaum sein könnte. Zwei Spiele, null Punkte, saisonübergreifend mickrige 13 Zähler in den letzten 19 Zweitligaspielen – das reicht bei anderen Klubs für drei Trainerentlassungen. Doch bei 1860 ist noch alles ruhig. „Ich gehe offensiv mit der Trainerdiskussion um. Ich richte den Blick nach vorn und sage, dass wir uns steigern werden“, verspricht Kurz. „Für eine richtige Ruhe wird ein Erfolgserlebnis nötig sein.“

Die Chance dazu wird der Coach bekommen. Geschäftsführer Stefan Reuter ließ gestern keinen Zweifel daran, dass er den Schwaben für fähig hält, den Fehlstart zu korrigieren. „Marco ist ein sehr guter, authentischer Trainer, der eine hohe Akzeptanz in der Mannschaft hat.“

Die Akzeptanz im Umfeld kann Kurz freilich nur über Siege wieder festigen. „Wir sind gefordert, die Situation zu meistern“, sagt der Coach. „Ich habe die Verantwortung für die Mannschaft und werde sie auch tragen.“

Bis Ahlen warten einige knifflige Aufgaben auf Kurz. Findet er nach tausend Experimenten endlich eine stabile Viererkette? Wer bringt Struktur ins Mittelfeld (Zukäufe wird es nicht mehr geben, stellte Reuter gestern klar)? Und: Schafft es der Trainer, dem leblos wirkenden Team wieder Teamgeist und Mumm einzuimpfen? „Wir werden angeschlagen, aber zuversichtlich und aggressiv nach Ahlen fahren“, verspricht Kurz. „Ich will dort gewinnen.“

Selten war der Grat zwischen wollen und müssen schmaler…

lk

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Am Dienstag frei

Die Löwen in der Krise – kein Anlass für Marco Kurz, den Trainingsplan zu ändern. „Man muss trotz einer Niederlage regenerieren“, verteidigte der Coach den freien Dienstag. Am Mittwoch üben die Löwen zweimal (10 und 16 Uhr), am Donnerstag, Freitag und Samstag wird jeweils um 10 Uhr gearbeitet.

Gregg Berhalter - Knöchelprellung

Suspendiert? Ausgemustert? Nein, Gregg Berhalter konnte am Montag wegen einer Verletzung nicht mittrainieren. Der US-Verteidiger hatte sich im Spiel gegen Mainz eine Knöchelprellung zugezogen und muss bis auf weiteres kürzertreten.

Quelle: tz

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