Neuer Deal mit Schwarzer?

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Präsident Rainer Beeck mit Manfred Stoffers.

Manfred Stoffers verdiente sich am Sonntag in der Allianz Arena ganz schön Kilometergeld.

Erst sah er sich das Spiel gegen Ahlen von der VIP-Lounge aus an, dann ging’s für ihn rüber in die Nordkurve, um die Fans zu begrüßen und Stehplatzatmosphäre aufzusaugen.

Als der neue Löwen-Geschäftsführer von dort auf der gegenüberliegenden Seite das Transparent mit der Aufschrift „Willkommen Miki und Manni“ erblickte, gab’s für ihn kein Halten mehr. Da musste er natürlich auch noch in die Südkurve. „Wenn ich solche Sachen lese, dann habe ich nah am Wasser gebaut“, gab Stoffers zu.

Ansonsten ist für Gefühlsduseleien allerdings kein Platz. Vor allem nicht im Fall Nicolai Schwarzer. Mit dem Kopf der Investorengruppe hat sich Stoffers am Samstagnachmittag am Telefon lange unterhalten, und, so Stoffers, „wir sind so verblieben, dass der Vertrag nicht nur zu prüfen, sondern grundlegend neu zu verhandeln ist“.

Schwarzer bleibt also bei der Stange, nachdem der erste Versuch der Zusammenarbeit von Seiten der Löwen-Führung kläglich gescheitert ist. Stoffers: „Schwarzer will in den neuen Prozess mit eintreten.“

TSV 1860 - Ahlen: Die Löwen in der Einzelkritik

TSV 1860 - Ahlen: Die Löwen in der Einzelkritik © 
Das schnelle 1:0 durch Daniel Bierofka sorgte für Jubelstürme bei den Löwen. © dpa
Stefan Aigner artistisch. © Sampics
Vollen Einsatz zeigte auch Trainer Marco Kurz. © dpa
Sein erstes Tor für 1860: Antonio Rukavina. © Sampics
Stefan Aigner herzt den Torschützen zum 2:0. © dpa
Bei den Fans macht man sich mit solchen Leistungen und solchem Torjubel sicher beliebt. © dpa
Stefan Aigner zeigte eine ordentliche Leistung. © Sampics
Dirigent: Marco Kurz. © dpa
Ärgerlich: Der Anschlusstreffer kurz vor Schluss. Die Löwen mussten in den letzten Minuten noch zittern. © dpa
Schneller als der Gegner: Antonio Rukavina. © Sampics
Mate Ghvinianidze und Antonio Rukavina. © dpa
Antonio Rukavina verabschiedet sich von den Fans. © Sampics
Die Einzelkritik der Löwen: Tschauner: Die Ahlener prüften ihn nicht wirklich, beim Gegentor sprang ihm Ghvinianidze in die Parade. Note: 3 © Sampics
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Rukavina: Schon in Mainz zeigte der Serbe, dass es auf der rechten Abwehrseite keine Alternative gibt, auch gestern war Rukavina der einzige Mann der Viererkette, der zum Spielaufbau beitrug – und mit dem Tor für die Entscheidung sorgte. Endlich ein Antonio, der trifft. Note: 2 © Sampics
Ghvinianidze: Beim Gegentor fehlte die Kommunikation mit Tschauner. Note: 3 © dpa
Beda: Einsatz passte, Präzision nicht. Note: 4 © Sampics
Johnson: Rückte nach Bierofkas Aus nach vorne, entwickelte aber keine Gefahr. Note: 4 © dpa
Schwarz: Leitete mit seinem Pass auf Aigner das 1:0 ein, nach 17 Minuten verletzt raus. © Sampics
ab 18.: Rösler: Gab den zweiten Sechser und agierte nach der Pause als Rautenspitze. Sehr ordentlich. Note: 3 © dpa
Ledgerwood: Bienenfleißig, aber mit hoher Fehlerquote. Note: 4 © Sampics
Aigner: Am Freitag gab’s noch einen Anschiss von Marco Kurz („Nicht quer spielen, wir sind hier nicht in der Halle!"), gestern stimmte die Peilung – offensiv zumindest. Schöne Flanke zum 1:0, Vorlage zum 2:0. Note: 3 © dpa
ab 78.: Thorandt: o.B. © Sampics
Bierofka: Sein Blitztor zum 1:0 war das Highlight, doch schon nach 18 Minuten ereilte den Kapitän das Aus. Oberschenkelprellung. o.B. © Sampics
ab 19.: Hoffmann: Mehr Schatten als Licht, hatte Glück, dass Großkreutz seinen Fehler nicht zum Ausgleich nutzte. Note: 4 © Sampics
Schäffler: Vor den Augen von Dortmund-Scout Heiner Schuhmann gelang ihm kaum etwas. Aber: Der Wille war immer sichtbar. Note: 4 © dpa
Lauth: Sehr agil und spielfreudig, ließ sich oft ins Mittelfeld zurückfallen, um die Partie anzukurbeln. Torchancen blieben Mangelware. Note: 3 © dpa

Erst mal aber fahre die Geschäftsführung des TSV 1860 Mitte dieser Woche nach Frankfurt zur DFL, um, so Stoffers, „neue Wege zu finden, damit wir unser Ziel erreichen. Diesmal aber unter Vermeidung aller Flüchtigkeitsfehler, die uns beim ersten Mal unterlaufen sind.“

Stoffers rechnet in „drei bis vier Wochen“ mit einem Ergebnis. Auch die Investorgruppe mache keinen Druck. „Die Leistung, die sie bisher erbracht hat (die Finanzierung von Rukavina und Gulan, d. Red.) wird vorerst bei uns gelassen. Obwohl der Vertrag noch nicht zustande gekommen ist.“

Befürchtet Stoffers erneute Differenzen mit OB und Aufsichtsrat Christian Ude wegen seiner Kontaktaufnahme mit Schwarzer? „Nein. Ich habe mit Herrn Ude telefoniert und er ist der Ansicht, dass seine Befürchtungen ihren Gegenstand verloren haben. Er hat mir am Sonntag versichert, dass seine Bedenken nur formaljuristischer Natur waren und nichts mit Herrn Schwarzer zu tun haben.“

TSV 1860: Die Köpfe hinter dem Löwen-Chaos

TSV 1860: Die Köpfe hinter dem Löwen-Chaos © 
Chaos-Tage bei den Löwen - manche Fans sprechen sogar schon verbittert von "Normalzustand" an der Grünwalder Straße. Welche Gesichter stecken eigentlich hinter dem ganzen Tohuwabohu? tz-online präsentiert die Köpfe hinter dem Chaos. © Sampics
Uli Hoeneß: Der Bayern-Manager äußert sich immer wieder zu den Vorgängen bei den Löwen, wenngleich er da "nur meine private Meinung" zum Besten gibt. Zunächst bezeichnete er den Schwarzer-Einstieg als "Anfang vom Ende" für die Löwen, dann gab er dem kleinen Nachbarn Tipps in Sachen Stadionfrage. Was er wohl davon hält, dass Miroslav Stevic im Amt bleiben darf? Wie auch immer: Uli Hoeneß wird sich auch weiter zu 1860 München äußern - rein privat natürlich... © Sampics
Nicolai Schwarzer: Mit der Hilfe des Investors aus Berlin sollte der Löwen-Aufstieg in die Bundesliga angegangen werden. Er sollte die Millionen bringen, satte sieben an der Zahl. Knapp eine Woche, nachdem der Deal als perfekt gemeldet wurde, dann der Rückschlag: Weil das Geschäft mit dem Investor in seiner Form nicht dem Regelwerk der DFL entsprach, legten die Löwen den Deal auf Eis. So zumindest die offizielle Version... © 
Rainer Beeck: “Nicolai Schwarzer ist ein seriöser Geschäftsmann. Mit dem Geld sind wir in der Lage, uns in den nächsten Transferperioden zu verstärken und den Aufstieg 2010 anzupeilen“, sagte Präsident Rainer Beeck kurz nach dem vermeintlichen Geschäftsabschluss mit dem Investor. Nach den Chaos-Tagen bei den Löwen blies Beeck jedoch der Gegenwind scharf ins Gesicht, so mancher forderte den Rücktritt des Präsidenten. Der asagt aber: “Es ist keine Lösung, den Verein jetzt ohne Kopf dastehen zu lassen." © Sampics
Christian Müller: Das Mitglied des DFL-Vorstands spielt im Löwen-Chaos auch keine unerhebliche Rolle. Müller war es, der im Namen der DFL erste Zweifel am Schwarzer-Deal äußerte. Kurz nach Bekanntgabe des Geschäfts sagte Müller: „Wir haben die Vertragsentwürfe seit zwei Tagen vorliegen und intensiv geprüft. In einigen Bereichen gibt es noch Klärungsbedarf." Die Fortsetzung ist bekannt... Interessant: Müller war bei der DFL einst Vorgesetzter von Markus Kern, dem jetztigen Geschäftsführer der Löwen. © dpa
Franz Maget: Der Vize-Präsident spielte nach Bekanntwerden des geplatzten Schwarzer-Deals eine etwas unglückliche Rolle, als er breit lächelnd mit fadenscheinigen Durchhalteparolen ("1860 wird nie untergehen") in diverse Fernseh-Kameras sprach. Doch auch Maget bleibt im Amt: "Wir denken nicht an Rücktritt. Wir werden aus der jetzigen Situation das Beste machen und die Schwierigkeiten gemeinsam lösen. Und zwar schnell", sagte Maget. © Sampics
Michael Hasenstab: Vize-Präsident Michael Hasenstab (r.) trieb, gemeinsam mit Präsident Beeck und Vize Maget, den Deal mit dem Investor an und gehört zu denjenigen, die den Abschluss vorschnell als perfekt meldeten. Hasenstab gestand immerhin den Fehler ein und sagte hinterher: "Die Pressemitteilung über das Nichtzustandekommen des Investorendeals war total unnötig". Manche Passagen in den Verträgen seien bewusst als Extremforderungen formuliert gewesen. Trotzdem darf er bleiben. Als Experte für Lizenzfragen ist er wichtig. © dpa
Markus Kern: Der Geschäftsführer gehörte neben Aufsichtsratschef Peter Lutz und Christian Ude zu denjenigen, die von Beginn an massive Zweifel an dem Investorendeal hatten. Kern war es auch, der den zunächst ahnungslosen Christian Ude telefonsich auf dessen Dienstreise in Istanbul über seine Zweifel am Schwarzer-Geschäft informierte. © 1860 München
Christian Ude: Ude hegte wie erwähnt sofort Zweifel an dem Deal und sagte hinterher: "Ich bin bestürzt über den Ablauf der Dinge". In der tz kommentierte das Aufsichtsratmitglied die Geschehnisse folgendermaßen: "Dilettantisch? Das lasse ich jetzt mal so im Raum stehen..." © Sampics
Peter Lutz: In der Kanzlei von Aufsichtsratschef Peter Lutz in der Brienner Straße fand am Mittwoch, 11. Februar, eine viereinhalbstündige Aufsichtsratssitzung statt, an deren Ende... © Sampics
Manfred Stoffers: Manfred Stoffers als neuer Geschäftsführer präsentiert wurde. Der 55-Jährige war früher Geschäftsführer des ehemaligen Löwen-Hauptsponsors Festina und soll an der Grünwalder Straße die Weichen für eine bessere Zukunft stellen. Sein Aufgabengebiet beschreibt Stoffers folgendermaßen: „Ich bin für K & K zuständig. Für Klinkenputzen bei Sponsoren und auf den Knien rutschen vor unserer Kundschaft, den Fans.“ © dpa
Karsten Wettberg: Aufsichtsratmitglied Karsten Wettberg war derjenige, der stolz bekanntgab, dass bei den Löwen weiter mit Sportdirektor Miki Stevic gearbeitet werden soll. "Das Einzige was zählt: Sportlich bleibt alles so, wie es ist". Ein bisserl erfolgreicher darf's dann aber doch laufen. © Sampics
Miki Stevic: Über den neuen Sportdirektor sagt Geschäftsführer Stoffers: „Stevic ist mehr wert als zwölfsiebenundreißig Mentalcoaches. Er trägt dazu bei, dass die Mannschaft wieder Chilifußball spielt.“ Im "kicker" sagte Stevic, dass das Ziel auch ohne die Millionen weiterhin der Aufstieg sei. © Sampics
Stefan Reuter: Der ehemalige Geschäftsführer wollte das Geschäft mit Schwarzer nicht mitmachen und ging bzw. wurde gegangen. Ob Reuter wohl ahnte, was sich da noch für ein Gewitter über der Grünwalder Straße zusammenbrauen würde? © Sampics
Marco Kurz: Böse gesagt: Für den zuletzt so in die Schusslinie geratenen Trainer kam das Löwen-Chaos um den Schwarzer-Deal gerade zur rechten Zeit. Wer spricht denn derzeit von der sportlichen Krise, aus der sich die Mannschaft durch das starke 2:2 in Mainz freilich selbst schon ein wenig gespielt hat...? © Sampics
Sechzger und Sechzgerl: Welche Meinung die beiden Maskottchen Sechzger und Sechzgerl zu dem ganzen Theater haben, ist nicht bekannt. Fest steht nur eines: Beim Heimspiel am Sonntag gegen Ahlen werden die beiden Löwen wieder gutgelaunt durch die Allianz Arena spazieren. © fishing4

Quelle: tz

Quelle: tz

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