Neue Geldgeber, neue Hoffnung?

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Robert Schäfer leitet die Sanierung des TSV 1860

München - Wie die tz aus dem Vereinsumfeld erfahren hat, befinden sich die 1860-Verantwortlichen bereits seit geraumer Zeit in Gesprächen mit einem Profifußball-erfahrenen Investor.

Die Existenz seines Arbeitgebers steht infrage, die Trainingsbedingungen sind schneebedingt äußerst problematisch – trotzdem kann Reiner Maurer noch lachen. Ob er denn einem Trainerverkauf im Winter zustimmen würde, wurde der Löwen-Coach in der Mini-Presserunde am Mittwoch gefragt. Die Antwort, mit großen Augen und in beachtlicher Lautstärke: „Ich? Ha ha ha!“

Nein, ihren Trainer werden die Löwen nicht veräußern, wenn im Januar das Transferfenster öffnet. Jeder andere Sportbedienstete steht dagegen im Schaufenster – gezwungenermaßen.

„Mein Traum war es schon immer, Sportdirektor von 1860 München zu werden, und eine Mannschaft zusammenzustellen, mit der sportlich etwas zu erreichen ist“, wird Miki Stevic in einem aktuellen Interview bei eurosport.de zitiert. „Aber durch die gewisse Notsituation bin ich gedrängt, zu verkaufen – ich bin Verkäufer geworden. Leider wissen alle, dass wir auf das Geld angewiesen sind und zu bestimmten Konditionen verkaufen müssen.“

Das ganze blaue Sportdirektorenleid in ein paar Sätzen zusammengefasst. So naiv, sich hinsichtlich des am 13. Januar anstehenden Liquiditätsnachweises bei der DFL auf Transfererlöse zu verlassen, sind sie bei 1860 freilich nicht. „Ein richtiger Befreiungsschlag kann uns nur durch eine Summe von Maßnahmen gelingen“, weiß Geschäftsführer Robert Schäfer, der bei Berücksichtigung aller Einsparungen und Stundungen noch rund drei Millionen Euro frisches Geld von außen benötigt, um die Auflagen aus Frankfurt erfüllen zu können.

Wie die tz aus dem Vereinsumfeld erfuhr, befnden sich die 1860-Verantwortlichen bereits seit geraumer Zeit in Gesprächen mit einem Profifußball-erfahrenen Investor. Parallel dazu laufen intensive Verhandlungen mit einem neuen potenziellen Kreditgeber, der 1860 neben den bisherigen Kreditoren Postbank und NF Bank aus der aktuellen Klemme befreien könnte.

Ein Ausbau des Engagements von Investor Nicolai Schwarzer via KGaA-Anteilskauf soll dagegen aktuell kein Thema sein. Dem Berliner Immobilien-Unternehmer ging es bei seinem Besuch in München vor anderhalb Wochen vor allem darum, sich ein Bild von der Finanzlage bei 1860 zu machen. „Wir sind in stetigem Austausch“, sagte Schwarzer am Mittwoch zur tz. Auszuschließen sei nichts. „Wenn ich helfen kann, dann werde ich das tun.“

Vom Verein selbst gab es am Mittwoch keinen neuen Kommentar zum Stand der Sanierung. Vizepräsident Dieter Schneider sagte lediglich: „Wenn ich keine Hoffnung mehr hätte, dass wir die Sanierung schaffen können, dann würde ich das auch sagen. Ich bin nicht gekommen, um die Agonie zu verlängern. Ich will mithelfen, Sechzig wieder auf gesunde Beine zu stellen.“

lk

Quelle: tz

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