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TSV 1860: Ist Ballermann Bär zu halten? „Wenn nichts Unmoralisches passiert...“

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Von: Uli Kellner

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1860-Stürmer Marcel Bär mit seiner Torjägerkanone
Herausragender Torjäger: 1860-Stürmer Marcel Bär mit seiner „Kanone“. © Stefan Matzke / Sampics

Wie im Vorjahr stellt der TSV 1860 in der 3. Liga den erfolgreichsten Torjäger: Bär (21 Treffer) folgte auf Mölders (22) - und steigert seinen Marktwert.

Auf diesen Tausch ließ sich Marcel Bär gerne ein. Als ihm beim Interview eine Flasche Bier entgegengestreckt wurde, griff der frisch gekürte Ballermann dankbar zu – und gab dem Helfer im Gegenzug seinen neuen Wohnungsschmuck zur Verwahrung, die mit 21 Treffern erworbene Torjägerkanone. „Das Ding ist schwer – und schwer zu gewinnen“, sagte der stolze Stürmer, den der TSV 1860 vor der Saison als Ab-und-zu-Torschützen aus Braunschweig geholt hatte.

„Ich hatte davor nie zweistellig getroffen“, kommentierte Bär seinen Coup. Bisher beste Bär-Ausbeute waren acht Tore für Braunschweig in der Saison 2019/20. Im Jahr davor, beim VfR Aalen, waren ihm sieben gelungen, aber 21 Treffer in 36 Spielen, 19 davon nach dem 14. Spieltag? Bär klang beeindruckt von sich selbst und sagte mit seinem frisch erworbenen Selbstbewusstsein: „Ich wusste, dass ich das im Tank habe, aber da muss alles passen im Fußball.“

 Ich hatte davor nie zweistellig getroffen. Ich wusste, dass ich das im Tank habe, aber da muss alles passen im Fußball.

Torschützenkönig Marcel Bär (21 Treffer)

So wie am Samstag, bei einem weiteren Gala-Auftritt, über den Trainer Michael Köllner sagte: „Das war heute eine Marcel-Bär-Show vor dem Herrn, ein fulminantes Spiel. Das 2:0, das er gemacht hat, das findest du in der Liga nicht oft. Mit diesem Spiel hat er untermauert, dass er zurecht der beste Torschütze der 3. Liga ist.“ Das 2:0, das Köllner schwärmen ließ, war ein gefühlvoller Seitfallheber ins Kreuzeck. Ähnlich überlegt hatte er Lex das 1:0 aufgelegt und später zwei weitere Treffer, ehe er mit dem 4:2 aus Kurzdistanz letzte Zweifel am Sieg und dem Zieleinlauf auf Platz vier beseitigte.

„Ich hab’ es dem Lexi nachgemacht“, sagte Bär, 30, verschmitzt. Fünf Assists in einem Spiel waren Stefan Lex, 32, in Duisburg geglückt. Der feine Unterschied: Obwohl wie der Kapitän mit einem Vertrag bis 2023 ausgestattet, sagte Bär in die Reporterrunde, den neuen Marktwert austestend: „Ich bin schon lange in dem Geschäft dabei, ihr auch. Ich mache keinen Hehl daraus: Wenn etwas Unmoralisches passieren sollte, muss man darüber sprechen.“ Er sei jetzt 30, erinnerte Bär und fügte artig hinzu: „Aber mein Plan ist es, nächstes Jahr bei Sechzig zu spielen.“

Die nächsten Wochen werden zeigen, ob Bärs Pläne mit jenen der Löwen kompatibel sind. Seinen neuen Schatz, die Kanone, legte er für den Rest des Abends nicht mehr aus der Hand.

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