"Löwen, wir sind stolz auf euch!"

Benny Lauth und Nikolas Ledgerwood bejubeln den Sieg in Osnabrück.
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Benny Lauth und Nikolas Ledgerwood bejubeln den Sieg in Osnabrück.

Osnabrück - Diese Löwen stecken auf einmal alles weg. Die Aufregung und Bestürzung über den Kokain-Fall Berkant Göktan ebenso wie ein schon fast unglaubliches Verletzungspech.

Das ihnen auch in Osnabrück nochmal treu blieb: Benny Schwarz musste kurz vor dem Anpfiff wegen Wadenproblemen passen, fehlte damit ebenso wie sein Namensvetter Danny, wie Bierofka, wie Lars Bender, wie Schroth und natürlich irgendwie auch immer noch Berkant Göktan. Egal: Der TSV 1860 gewann trotzdem 2:0 (1:0), fuhr damit den dritten Sieg in Folge ein und sorgt unter seiner lange so frustriert gewesenen Anhängerschar plötzlich wieder für ein nicht für möglich gehaltenes Glücksgefühl. „Löwen, wir sind stolz auf euch“, sangen die blauweißen Anhänger, als sie ihre Mannschaft in der Kurve feierten.

VfL Osnabrück gegen den TSV 1860: Die Löwen in der Einzelkritik

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Drei Dreier hintereinander – das war den Sechzigern zuletzt vor über einem Jahr gelungen – damals, als sie so furios in die Saison 2007/2008 gestartet waren. Und jetzt dieser Zwischenspurt, der den TSV 1860 wieder ganz dick ins Geschäft zurück bringen kann. Jetzt muss es nur so weitergehen. Bereits am Mittwoch können die Löwen im Heimspiel gegen TuS Koblenz nachlegen.

„Der Fall Göktan darf für uns kein Alibi sein“, hatte Trainer Marco Kurz vor der Partie in Osnabrück eindringlich gefordert. Und die Mannschaft hielt sich daran. Schon nach drei Minuten nahm Sven aus 25 Metern Maß und hämmerte den Ball gegen die Latte. Ein eindeutiges Zeichen der Löwen: Sie wollten es hier wissen. Und kein ängstliches Versteckspiel betreiben. Selbstbewusstsein war angesagt. Und hin und wieder auch große fußballerische Kunst. So wie in der 40. Minute: Da spielte Timo Gebhart Nik Ledgerwood mit einem wunderbaren Außenristpass frei, und der Kanadier ließ Ex-Bayern-Torhüter Stefan Wessels mit einem platzierten Schuss aus fünfzehn Metern keine Chance.

Der Anfang vom Ende für die Osnabrücker, die mit allen Tricks gearbeitet hatten. 24 Heimspiele in Folge hatten sie unter Flutlicht nicht verloren, und deshalb schalteten sie es auch gestern Nachmittag ein. Obwohl es noch taghell war…

Half alles nichts. In der 55. Minute war Benny Lauth zur Stelle, köpfte den Ball nach einer Maßflanke von Sven Bender ein. „Das war ein toller Angriff“, lobte auch Marco Kurz diese Aktion. „Wir haben in der zweiten Halbzeit ohnehin konzentrierter gespielt und wussten, dass wir unsere Chancen bekommen würden.“

Vor allem in der Schlussphase hätten die Löwen das Ganze noch deutlicher gestalten können. Aber Holebas scheiterte an Wessels und Di Salvo an seiner Umständlichkeit.

Kein Grund zum Ärgern allerdings. Der Sieg wurde trotzdem mühelos nach Hause geschaukelt. Aber Marco Kurz erhob auch sofort warnend den Finger: „Richtig zählen tut er nur, wenn wir am Mittwoch gegen Koblenz nachlegen.“

Christian Detloff

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Quelle: tz

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