Was gibt's denn da zu lachen, Löwen?

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Christian "Fonsi" Springer präsentierte die Inhalte geheimster Wikileaks-Dokumente über den TSV 1860.
  • Ludwig Krammer
    VonLudwig Krammer
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München - Der TSV 1860 hat am Dienstagabend das Comedy-Event "Lachen mit den Löwen" veranstaltet. Auch wenn's derzeit wenig zu lachen gibt bei Sechzig: Die Spaßmacher taten, was sie konnten. So war der Abend in der Muffathalle.

Finanziell sind die Löwen bekanntlich ein Fall für den ganz schwarzen Humor, auch sportlich gibt's sei dem ernüchternden 0:1 von Fürth keinen plausiblen Grund mehr zur Heiterkeit. Kein Wunder also, dass Miki Stevic am Dienstagabend nicht gerade freudestrahlend in die Muffathalle zum Kabarett-Potpourri "Lachen mit den Löwen" aufbrach. "Es ist nicht einfach für mich", sagte der Sportdirektor zur tz. "Ich bin nicht der Typ, der lacht, wenn's nichts zu lachen gibt."

Gelacht hat er dann trotzdem. Genau wie die anderen 449 zahlenden Gäste bei der Schlussveranstaltung zum 150er-Jubiläumsjahr. Nach Wurstsalat mit Obatzdem und einem Schweinsbraten gab's teilweise erstklassiges Kabarett – noch ein Gegensatz zu den Sechzigern. "Ich fand das Programm sensationell", schwärmte Vizepräsident Franz Maget hinterher. "Vor allem, dass sich alle Kabarettisten zu 1860 bekannt haben. Wunderbar."

Comedy-Abend: Die ersten Impressionen

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Den Beginn hatte Rainer Beeck gemacht, hauptberuflich eigentlich gar kein Kabarettist, sondern Flughafen-Prokurist. "Die Karten für diesen Abend waren nach einem Tag ausverkauft", sagte der 1860-Präsident. "Ich hab mir kurz überlegt, ob wir das Geschäftsmodell ändern und zusätzlich Kulturveranstaltungen anbieten sollen." Naja.

Nach der musikalischen Einstimmung durch die 1860-Hauspunks "Lustfinger", die ihren krisenerprobtem Gassenhauer "Löwenmut" zum Besten gaben, betrat schließlich Conferencier Ottfried Fischer die Bühne. Lautstark begrüßt schoss er gleich ein paar Gags aus der üppigen Hüfte. "Wenn ich höre, bei Sechzig ist zur Zeit alles in Ordnung, dann sig i schwarz." "Der größte Feind fängt mit H an und hört mit Oeneß auf." "Mich haben sogar die Weight Watchers rausgeschmissen, weil ich keine Punkte mehr habe."

Für die aktuellen Probleme war dann Michael Altinger zuständig. "Wenn ich höre 'zu großer Kader'. Wo hat man denn in der zweiten Liga so viele wunderschöne Spielerfrauen wie bei Sechzig? Die sind auf jeden Fall erstligatauglich!" Ob Miki Stevic an dieser Stelle auch gelacht hat?

So schön sind die Spielerfrauen der Löwen

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Auch für den Initiator des Abends, Ex-Geschäftsführer Manfred Stoffers hatte Altinger ein paar Zeilen übrig. "Typisch für Sechzig ist die Geschichte, wie ich zu dieser Veranstaltung gekommen bin", hob er an. "Erst hieß es vor einem Jahr: Michi, machst du mal was Kleines für uns? Dann hieß es plötzlich: Der Otti Fischer ist doch auch ein großer Sechzger-Fan, mach mal so an größeren Stammtisch. Dann war es plötzlich die Muffathalle! Und wenn wir noch einen Monat gewartet hätten, dann es wohl die Olympiahalle gewesen. Der Bundeskanzlerin hätte mit dem Otti das Sechzgerlied gesungen, und der Papst säße in der ersten Reihe und hätt a blaues Kappe aufgsetzt."

Hilfe von oben könnten die Löwen derzeit tatsächlich gut gebrauchen. Wie sagte Fischer so schön: "Früher unter Max Merkel war Nietzsche das philosophische Vorbild. Wenn du zum Training gehst, vergiss die Peitsche nicht. Der heutige Philosoph ist Diogenes. Weil mehr als a leeres Fassl zum Übernachten ist nicht mehr da..."

Böse, böse. Zum Glück lockerte Schlagerfex Michael Holm das Ganze mit einer weiß-blauen Version von Mendocino auf (Maget: "Wir haben uns gleich die Rechte gesichert"). Und dann war da ja noch Ex-Nockherberg-Schreiber Christian "Fonsi" Springer, der aus brisanten Wikileaks-Dokumenten über Münchens große Liebe zitierte. Highlight: "Silvio Berlusconi sagt: 'Viel zu wenig Zuschauer im Stadion. Da ist ja auf meinen Swingerpartys mehr los!'" Vielleicht sollten sie Beecks Idee von den Kulturveranstaltungen doch mal aufgreifen...

Nackte Tatsachen? Gibt's doch auch im Fußballstadion

Strec

P.S.: Die Aufzeichnung der Veranstaltung ist am 27.Dezember um 22.45 Uhr im Bayerischen Fernsehen zu sehen.

lk, kim, al

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