1860-Coach hofft auf Trotzreaktion

Schmidt: Fans sollen entschädigt werden

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Trainer Alexander Schmidt

München - Führungsquerelen hin oder her - bei den Löwen wird auch noch Fußball gespielt. Bei der Partie in Köln am Sonntag setzt Trainer Alexander Schmidt auf eine Trotzreaktion.

Alexander Schmidt will nicht viel wissen von den jüngsten Führungsturbulenzen. „Ich beschränke mich auf die sportlichen Sachen, damit habe ich genug zu tun“, sagte der 1860-Trainer am Tag nach dem Präsidentensturz. Wobei er grundsätzlich der Meinung ist, dass sich Fußballprofis von Funktionärsquereln nicht beeindrucken lassen: „Auf dem Platz kann ich als Spieler alles andere abstellen“, sagte der vor der Partie beim 1. FC Köln (Sonntag, 13.30 Uhr).

Gelassene Worte waren das, was wohl auch damit zu tun hat, dass für die Löwen nicht mehr viel auf dem Spiel steht. Umso stärker unter Zugzwang sind dagegen die Kölner. Im Duell um den Relegationsplatz müssen sie zwei Zähler gegenüber Kaiserslautern aufholen. Punktverluste sind da verboten. Bei den Münchner geht es indessen mehr um die Ehre. „Ich hoffe auf eine Trotzreaktion, ich hoffe, dass die Mannschaft den Biss hat, die Fans für die schwache erste Halbzeit gegen den FSV Frankfurt zu entschädigen“, sagte Schmidt im Rückblick auf die 1:2-Heimniederlage.

Schmidt forderte sein Team auf, „dass wir unsere Tugenden abrufen, also kompakt nach hinten stehen“. Wenn dies gelinge, „dann brauchen wir vor keinem Gegner Angst haben“. Gute Vorsätze waren das, wie sie in dieser Saison schon öfters zu hören waren. Mit der Umsetzung haperte es allerdings des öfteren. Insofern haben die Spieler durchaus etwas zu tun mit der aktuellen Führungskrise.  

gib

Wer könnte nun 1860-Präsident werden? Die möglichen (und unmöglichen) Kandidaten

Autsch! Hep Monatzeder ist bei der Delegiertenversammlung böse abgewatscht worden. Jetzt muss der Aufsichtsrat binnen weniger Tage einen neuen Präsidentschaftskandidaten bestellen. "Die Bewerber stehen natürlich nicht Schlange", erklärte Vize Heinz Schmidt © Christina Pahnke / sampics
DIETER SCHNEIDER: Vize Heinz Schmidt erklärte: "Schneider könnte eine Option sein, aber das ist nicht meine Aufgabe." Dazu erklärte ja Investor Hasan Ismaik, dass sein Verhältnis zu ihm doch gar nicht so schlecht gewesen sei. Doch Schneider wäre nur bei einem kompletten Neustart zu haben. Hieße: Der Verwaltungsrat müsste weg. Weil es dazu nicht kommen wird, wird Schneider wohl auch kein Comeback feiern. © dpa
CHRISTIAN WAGGERSHAUSER: Die Rede des Aufsichtsrats kam bei den Delegierten sehr gut an. Der wäre doch einer! So etwas tuschelte mancher der Anwesenden. Allerdings: Der Chef der Muffathalle soll schon erklärt haben, dass er kein Interesse hat am Präsidentenposten. © Schlaf
HERBERT BERGMAIER (r.): Der Name des 1. Vorsitzenden der Fangruppierung Pro1860 wird seit der Delegiertenversammlung immer wieder gemunkelt. Ist er ein ernshafter Kandidat? Noch hat er sich nicht öffentlich geäußert. © Kaindl
ERICH MEIDERT: Seine größten Vorteile: Er kann gut mit Investor Hasan Ismaik! Und: Er will! Meidert ist bisher der einzige, der sich klar dazu bekannt hat. Sein frühes Bekenntnis, Präsident werden zu wollen, kam allerdings nicht bei allen gut an. Auch der Aufsichtsrat hat Vorbehalte. © sampics / Stefan Matzke
JÜRGEN LANGER: Der Münchner Rechtsanwalt brachte sich vor einigen Wochen ins Gespräch, um Dieter Schneider abzulösen. Der Aufsichtsrat sagte ihm klipp und klar, dass er dafür keine Chancen hat. Das wird sich jetzt auch nicht geändert haben. © Unfried
HEINZ SCHMIDT: Der Rechtsanwalt kam quasi aus dem Nichts und wurde Vize. Sein Nachteil: Hep Monatzeder, der ja eine klare Schlappe erlitten hat, hat ihn berufen. Sein Vorteil: Die Delegierten sollen bei der Versammlung einen guten Eindruck von ihm gewonnen haben. Allerdings war zu hören, dass Schmidt nicht zur Verfügung steht. © sampics / Stefan Matzke
CHRISTIAN HOLZER (l.): Auch den Ex-Keeper holte Hep Monatzeder als Vize ins Team. Würde er zum Oberlöwen aufsteigen, hätten die Sechziger einen jungen Mann an der Spitze. Holzer ist erst 36. "Er hat einen guten Eindruck auf mich gemacht", lobte Meisterlöwe Fredi Heiß nach der Delegiertenversammlung. Jedoch soll auch er erklärt haben, dass er nicht Präsident werden möchte. © Christina Pahnke / sampics
HAMADA IRAKI: Als "Heiner Geißler von Giesing" hat er bei vielen Löwen immer noch einen Stein im Brett. Inzwischen hat er sich jedoch weitestgehend von den Löwen zurückgezogen, dazu soll sein Verhältnis zu Hasan Ismaik nicht mehr das beste sein. Kurzum: Iraki ist kein ernsthafter Kandidat. © M.I.S.
OTTO STEINER: Schon als Dieter Schneiders Abschied feststand, wollte der Aufsichtsratschef nicht Präsident werden, wohl auch aus beruflichen Gründen. Das hat sich wohl auch jetzt nicht geändert. © sampics / Stefan Matzke
SIEGFRIED SCHNEIDER: Der Aufsichtsrat erklärte vor einigen Wochen, er stünde nicht zur Verfügung. Das hat sich jetzt wohl nicht geändert. © sampics / Stefan Matzke
WOLFGANG HAUNER: Als Vize ging er gemeinsam mit Dieter Schneider. Von ihm war zuletzt wenig zu hören. Ob er Ambitionen hegt, ist unklar. © sampics / Stefan Matzke
ALBRECHT VON LINDE: Er war bereits von März 2007 bis Mai 2008 Präsident der Löwen. Nachdem er vom damaligen Geschäftsführer Stefan Ziffzer attackiert wurde ("Der Fisch stinkt immer vom Kopfe, und ich sage ihnen: Unser Kopf ist der Präsident."), entließ von Linde ihn und nahm wenig später selbst seinen Hut. Gegenüber dem Pay-TV-Sender Sky äußerte sein interesse, als "Sanierer" einspringen zu können. © sampics
HANS SARPEI: Oder Chuck Norris? Oder Christl Estermann? Die Fans bringen derzeit natürlich im Scherz noch andere Namen ins Spiel. Vielleicht hilft aktuell nur Galgenhumor. Oder aber ist das Thema zu ernst für Witze? © dpa
THEO WAIGEL: Über den Ex-Finanzminister gab es Gedankenspiele, bestätigte Otto Steiner. Aber er steht nicht zur Verfügung. © picture alliance / dpa
MISTER X: Nicht unwahrscheinlich ist auch, dass plötzlich ein Name ins Spiel kommt, den keiner auf dem Zettel hat. Es bleibt spannend bei 1860 ... © dpa

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