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Kommentar zur Herbstkrise des TSV 1860: Schafft Trainer Michael Köllner die Trendwende?

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Von: Uli Kellner

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Michael Köllners Vertrag beim TSV 1860 wurde noch nicht verlängert und läuft im kommenden Sommer aus.
Michael Köllners Vertrag beim TSV 1860 wurde noch nicht verlängert und läuft im kommenden Sommer aus. © Imago Images / Ulrich Wagner

Die Stimmung beim TSV 1860 ist nicht annähernd so gut wie die Ausgangslage. Ein Kommentar von Uli Kellner zur Lage bei den Löwen.

Tabellenplatz zwei, satte zehn Punkte mehr auf dem Konto als vor einem Jahr nach elf Spieltagen. Eben noch wurde bei den Löwen der beste Saisonstart seit 51 Jahren bejubelt, das runderneuerte Team, der Trainer, dem alles zu gelingen schien. Doch plötzlich: Verdrängen erschreckende Auftritte wie in Elversberg (1:4) und gegen Ingolstadt (1:2) den guten Eindruck aus dem Spätsommer. Die Stimmung in diesem 1860-Herbst: nicht annähernd so gut wie die sportliche Ausgangslage.

Maßgeblich hat das mit einer Entwicklung zu tun, die Michael Köllner lange nicht ernst zu nehmen schien. Dabei baute sein Team kontinuierlich ab, erst spielerisch, dann kämpferisch (den stets bis in die Lockenspitzen motivierten Verlaat ausgeklammert). Speziell die Niederlage gegen Ingolstadt gibt zu denken. Gewitzel in der Pressekonferenz vor dem Spiel. Schwer nachvollziehbare Personalien (Kobylanski spielte, Morgalla nicht). Ein Matchplan, der dem Gegner in die Karten spielte. Ingolstadt fightete bis an die Grenze des Erlaubten und darüber hinaus – dabei waren es doch die Löwen, die offene Rechnungen zu begleichen hatten, was man dem Team aber nicht mal in der besseren zweiten Hälfte anmerkte.

TSV 1860 München: Michael Köllners Vertrag wurde noch nicht verlängert und läuft im Sommer aus

Erfreulich: Köllner hat den Kampf gegen den Schlendrian inzwischen aufgenommen – für alle sichtbar. Im Training am Dienstag gab er den Lorant, ließ die Spieler bis zum Umfallen sprinten. In der Pressekonferenz am Donnerstag wirkte er ernsthafter, weniger aufgekratzt als vor dem Ingolstadt-Spiel. Köllner weiß, dass in einer Saison, vor der er das Maximum an Erwartungen geweckt hat, keine längeren Schwächephasen hingenommen werden. Vom Gros der geduldigen Fans vielleicht schon. Nicht aber von der Vereinsführung, die dem Trainer nach zwei vierten Plätzen wenig Kredit einräumt. Bester Beweis: Köllners Vertrag (bis 2023) wurde noch nicht verlängert – was ihn selber wurmt und 1860 im erhofften Aufstiegsfall teuer zu stehen kommen könnte.

In einem entspannten Moment während der Sommerpause erzählte Köllner, dass er gerne eine sehr lange Ära bei 1860 prägen würde. Kann er auch noch immer. Sein Antrieb, es internen Skeptikern zu zeigen, dürfte ähnlich groß sein wie seine Motivation, im vierten Anlauf endlich den Aufstieg in die 2. Bundesliga zu schaffen. Um dafür die Zeit und die nötige Ruhe zu bekommen, muss schon am Samstag in Osnabrück eine Trendwende erkennbar sein. Wiesbaden eine Woche später könnte eine weitere entspannte Heimparty werden – oder bereits ein Schicksalsspiel. (ULI KELLNER)

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