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TSV 1860: Keine Tore, keine Party – „Es gilt jetzt wieder aufzustehen“

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Von: Uli Kellner

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Das Gesicht zur Lage: 1860-Coach Michael Köllner nach der 0:1-Heimniederlage gegen Saarbrücken.
Das Gesicht zur Lage: 1860-Coach Michael Köllner nach der 0:1-Heimniederlage gegen Saarbrücken. Foto: U. Wagner © U. Wagner

Null Tore, keine Punkte: das ist die Bilanz des TSV 1860 aus den vergangenen beiden Spielen. Gegen Freiburg II gilt es den guten Saisonstart nicht endgültig zu verspielen.

München – „Stürmisch in den Endspurt“, titelte unsere Zeitung vor einer Woche. Der Optimismus bei 1860 war groß, mit endlich wieder voll besetzter Offensivkapelle die letzten Spiele des Jahres siegreich zu gestalten. Torjäger Marcel Bär hatte gerade sein Comeback gegeben, auch Kapitän Stefan Lex mischte wieder im Training mit.

Erstmals seit dem Saisonstart standen Michael Köllner wieder alle vier Angreifer zur Verfügung. Was sollte da schiefgehen, beginnend mit dem Heimspiel gegen Saarbrücken?

TSV 1860: Die Offensive stockt, trotz Bestbesetzung

So ziemlich alles lautete die Antwort, die am Sonntag für ähnlich enttäuschte Gesichter sorgte wie acht Tage zuvor beim gleichen Ergebnis in Bayreuth (0:1). Vizekapitän Phillipp Steinhart haderte: „Phasenweise haben wir Saarbrücken an die Wand gespielt, aber einfach die Tore nicht gemacht und in einer Szene hinten nicht konsequent verteidigt.“ Ein Klassiker im Fußball: Machst du die Dinger vorne nicht rein, fängst du hinten einen. Ein Kopfballtor des ansonsten blassen Marvin Cuni reichte dem FCS, um drei Punkte aus Giesing zu entführen – „drei glückliche Punkte“, wie Ex-Löwe Richard Neudecker mit empathischem Blick auf seine „Jungs“ im Team betonte.

Schon seltsam: Da schießen die Löwen durchschnittlich zwei Tore pro Spiel, stellen nach Elversberg und Wehen die dritteffektivste Offensive. Doch dann: Bär zurück, Lex zurück. Und zum zweiten Mal hintereinander blieb 1860 torlos. Nicht nur Steinhart verstand die Welt nicht mehr. „Ich bin so was von angefressen“, schimpfte der Linksverteidiger, derweil Lex erklärte: „Wir waren im gesamten Spiel besser. Das 0:1 spielt dem Gegner natürlich in die Karten. Bitter, dass wir dann am Ende mit leeren Händen dastehen.“

TSV 1860: Gegen Freiburg zurück in die Erfolgsspur?

Bitter auch vor dem Hintergrund, dass die Löwen zweimal die Chance gehabt hätten, sich in der Tabelle abzusetzen und an den Überfliegern aus Elversberg dranzubleiben. Anders als in Bayreuth stimmte am Sonntag zwar das Grundlegende. Trotzdem ist nicht zu übersehen, dass die Dinge nicht mehr rundlaufen – schon länger nicht mehr. Stolze 19 Punkte holten die Löwen aus den ersten sieben Spielen, Startrekord inklusive. Zuletzt dagegen: In den acht Spielen seit Elversberg (1:4) blieben gerade mal 10 Zähler hängen – deutlich zu wenig für die Ansprüche der Löwen, die ja gerade noch auf einem guten Weg schienen, mit sattem Punktepolster in die WM-Pause zu gehen.

Köllner war es am Montag ein Anliegen, die Niederlage einzuordnen. Er tat das, indem er auf die Besonderheiten dieser Liga hinwies, in der der bis auf Elversberg offenbar jeder jedem Probleme bereiten kann. „Da die Teams vom Etat her nicht so weit auseinander liegen, schlagen auch immer wieder Mannschaften aus dem unteren Drittel die aus dem oberen“, dozierte er: „Es ist eine unheimliche Challenge, da durchzukommen.“ Für ihn jedenfalls sei „entscheidend, was im Mai rauskommt“. Im „Oktober, November oder Dezember“, merkte er an, sei noch keiner aufgestiegen.

„Wir haben zweimal verloren und sind immer noch Zweiter“, erinnerte Köllner. Schon am Mittwochabend in Freiburg möchte er mit seinem Team in die Erfolgsspur zurückkehren. „Ich verstehe den Unmut“, sagte er an die Adresse des stets nervösen Umfeldes: „Keiner will verlieren, auch wir haben gestern keine Party gefeiert. Es gilt jetzt wieder aufzustehen.“

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