Fußball 3. Liga

Kaiserslautern und Braunschweig - darum bekommen sie doppelt so viel Geld wie die Löwen

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Treffen sich dieses Jahr wieder in der dritten Liga: Kaiserslautern und die Münchner Löwen

Die beste dritte Liga aller Zeiten, doer doch die unfairste, wie einige Vereine behaupten? Denn die beiden Zweitligaabsteiger werden finanziell von der DFL stark bevorzugt.

München - Die Vorfreude auf die neue Saison ist bei den Münchner Löwen riesig. Neue Spieler, neue Trikots, alles ist bereitet für die erste Spielzeit nach der Rückkehr in den Profifußball. Die Zielsetzung der Sechziger ist klar: Es soll auf lange Sicht noch weiter nach oben gehen. Doch der Weg dorthin wird nicht leicht, schon gar nicht, wenn zwei der Hauptkonkurrenten - Kaiserslautern und Braunschweig - beinahe die doppelte so hohe Garantie-Einnahmen haben wie die Münchner, das berichtet die SportBild.

Kaiserslautern und Braunschweig bekommen fast doppelt so viel Geld wie die Löwen

Circa 1.3 Millionen Euro erhält der TSV 1860 München und fünfzehn weitere Vereine in der Liga. Kaiserslautern und Eintracht Braunschweig kassieren jeweils fast 2.6 Millionen Euro. Die Zahlen setzen sich laut SportBild folgendermaßen zusammen: Alle Vereine erhalten 850.000 Euro TV-Geld, 110.000 Euro vom Liga-Sponsor Bwin und 100.000 Euro vom Ligaball-Sponsor Adidas.

Erste Unterschiede zeigen sich bereits beim Nachschlag für die Nachwuchszentren, den die Vereine im Herbst kassieren. Während Lautern und Braunschweig 400.000 Euro bekommen, schauen die Ligakonkurrenten mit 150.000 bis 250.000 Euro in die Röhre. Kaiserslautern und Braunschweig profitieren zudem noch von zwei einmaligen Zahlungen. Einmal erhalten sie 500.000 Euro aus dem Rettungsfallschirm der DFL. Diese Einnahmen sind zweckgebunden für den Erhalt der Nachwuchsleistungszentren. Außerdem bekommen sie als Absteiger aus der zweiten Liga Solidaritätszahlungen in Höhe von 600.000 Euro.

Die übrigen Vereine, aber auch der DFB sehen darin einen klaren Wettbewerbsvorteil für die Zweitligaabsteiger. Das Geld soll dazu verwendet werden, den Einbruch bei den Einnahmen im Vergleich zur zweiten Liga auszugleichen und den Vereinsbetrieb aufrecht zu erhalten. Oder wie es DFL Vize Helmut Hack formuliert, „die wirtschaftliche Brutalität des Abstiegs“ abfedern.

1. FC Kaiserslautern verteidigt sich gegen die Vorwürfe

Martin Bader, Geschäftsführer bei Kaiserslautern verteidigt sich gegen die Vorwürfe der Wettbewerbsverzerrung: „Erstens wird der 3. Liga nichts weggenommen, das Geld aus dem internationalen TV-Topf wäre sonst in der 2. Liga verblieben. Und zweitens profitiert die gesamte 3. Liga von zwei Schwergewichten wie Kaiserslautern und Braunschweig. Der FCK bringt zu jedem Auswärtsspiel 2500 bis 3000 Fans mit, es werden auch mehr Heim-Fans des Gegners zu diesen Spielen kommen.“

Außerdem müsse der Verein nun mit fast zehn Millionen Euro weniger bei den TV Einnahmen auskommen. Die Kaderkosten mussten deshalb schon auf die Hälfte (von zehn auf fünf Millionen) reduziert werden. In der Vergangenheit sind bereits viele Verein an den Herausforderungen der dritten Liga zerbrochen. Sechs Vereine mussten in den vergangenen zehn Jahren Insolvenz anmelden.

Die Löwen äußern sich diplomatisch

Beim TSV 1860 München sieht man es grundsätzlich positiv, wenn sich Vereine solidarisch zeigen und sich gegenseitig unterstützen, wie Geschäftsführer Michael Scharold dem Münchner Merkur erklärte. Dennoch ist man auch dort kritisch: „Auf der anderen Seite gibt es ja bereits den DFL-Rettungsschirm in Höhe von knapp einer halben Million - der greift, wenn Absteiger ihr Nachwuchsleistungszentrum in der 3. Liga aufrechterhalten. Und wenn jetzt noch mal eine ähnliche Summe hinzukommt, dann sorgt das schon für eine gewisse Unausgewogenheit. Es wäre einfach gut, wenn generell etwas getan würde, dass Drittligisten wirtschaftlich besser über die Runden kommen.“

tb

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