"Sind am Basteln"

Hinterberger und das Transfer-Origami

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1860-Sportchef Florian Hinterberger.

München - Der 1860-Sturm ist in der Hinrunde nur ein laues Lüftchen. Abhilfe will Florian Hinterberger schaffen. Der Sportchef bastelt am Transfer-Origami.

Friedhelm Funkel ist in die Offensive gegangen. "Wir versuchen, uns im Offensivbereich stärker aufzustellen", sagte der 1860-Trainer. "Die Verantwortlichen wissen, welche Spieler ich haben möchte. Da gibt es konkrete Namen."

Sportchef Florian Hinterberger musste bei seinen Transfer-Bemühungen eine Pause einlegen. Der gebürtige Oberpfälzer trauert um seine Mutter, die am Mittwoch verstorben ist. Hinterberger reiste deswegen in die Heimat, was natürlich allerorten auf Verständnis und Rücksichtnahme stößt.

Der Transferverantwortliche hat bereits reihenweise Gespräche mit Kandidaten, deren Klubs und Beratern geführt. "Wir sind am Basteln", sagte Hinterberger nun dem Kicker. Am Basteln? Transfer-Origami ist im Büro des Sportchefs angesagt. Vielleicht faltet er die spärlichen Geldscheine zusammen und wieder auseinander und schaut, ob sie reichen. Denn Winter-Transfers sind per se heikel. Die guten Spieler sind nicht oder nur sehr teuer zu bekommen. Und die schlechten, wer will die schon?

Ein paar Namen, die hoffnungsvoll und bezahlbar sind, sind aber bereits durchgesickert: Mittelfeld-Talent Sonny Kittel von Eintracht Frankfurt ist spätestens für den Sommer ein Thema, möglicherweise schon im Winter. Um Peniel Mlapa buhlen die Sechziger angeblich weiterhin, allerdings mit sehr geringen Erfolgsaussichten.

1860-Winter-Transfers: Die ersten Gerüchte

1860-Winter-Transfers: Gerüchte im Überblick

Unter Friedhelm Funkel läuft es jetzt endlich besser bei den Löwen, allerdings soll der Kader im Winter trotzdem punktuell verstärkt werden. Mit der Defensive sind alle Beteiligten zufrieden, neue Spieler sind eher in der Offensive gefragt. Spieler könnten den TSV im Winter aber auch verlassen. "Abgänge sind nicht ausgeschlossen. Auch in dieser Richtung gibt es das ein oder andere Gespräch. Es muss passen", erklärt Sportchef Florian Hinterberger. Wir fassen die ersten Gerüchte für Sie zusammen. © dpa
YUYA OSAKO: Als absoluten Wunschspieler hat 1860-Coach Friedhelm Funkel den Japaner bezeichnet. Und den hat der Trainer bekommen. Osako ist erster Winter-Neuzugang der Löwen. © AFP
SONNY KITTEL (r.): Das Mega-Talent wurde bei Eintracht Frankfurt von mehreren Verletzungen zurückgeworfen und kämpft nun um den Anschluss. Wie unsere Onlineredaktion erfuhr, sind die Löwen an einer Verpflichtung interessiert. "Er ist einer von den Spielern, mit dem wir uns beschäftigen", bestätigt 1860-Sportchef Florian Hinterberger. Für Friedhelm Funkel war er hingegen nie ein Thema. © M.I.S.
ROBERT ZULJ (r.): Ein Spielmacher, der auch im Sturm spielen kann, knipst in Österreich nach Belieben! Kein Wunder, dass die Sechziger am 21-Jährigen vom SV Ried interessiert waren. Sein Name ist den Löwen geläufig. "'Robert Tschul' spricht man das aus. Sie sehen also: Wir haben uns mit diesem Spieler schon beschäftigt", so Florian Hinterberger. Allerdings hat sich Zulj inzwischen für Red Bull Salzburg entschieden. © picture alliance / dpa
MALIK FATHI (r.): Der Ex-Nationalspieler war schon ein halbes Jahr ein Löwe, musste dann aber zurück nach Mainz. Nun soll eine Rückholaktion im Raum stehen. Allerdings wäre Fathi eher ein Spieler für die ohnehin gut besetzte Defensive. Löwen-Sportchef Florian Hinterberger erklärt: "Malik Fathi ist einer von mehreren Spielern, mit denen wir im Gespräch sind." © picture alliance / dpa
SERCAN SARARER: Bei Fürth sorgte der Deutsch-Türke für viel Furore, beim VfB Stuttgart eher weniger. Mit einer Ausleihe könnten die Sechziger einen tollen Fang machen. © M.I.S.
MITCHELL WEISER: In der vorigen Rückrunde ließ sich Mitchell Weiser zum 1. FC Kaiserslautern ausleihen, nun wurde sein Name schon bei 1860 ins Spiel gebracht. Doch das ist kein Thema. "Von den Löwen weiß ich nichts", so sein Berater Norbert Nasse, der betont, dass Weiser wohl auch in der Rückrunde bei Bayern bleiben wird. © M.I.S.
LUKAS HINTERSEER: Der Offensivmann und österreichische Neu-Nationalspieler (hier bei seinem Debüt gegen die USA) sorgt in der Alpenrepublik nachhaltig für Furore. Deswegen ist auch in Deutschland die halbe erste und zweite Liga an ihm interessiert, angeblich auch die Löwen. Doch gegen Konkurrenz wie Hoffenheim und Gladbach wäre eine Verpflichtung schwierig bis unmöglich. © picture alliance / dpa
NICK PROSCHWITZ: Bei Paderborn war der lange Stürmer ein Goalgetter, danach suchte er in England bei Hull City sein Glück. Beim Premier-League-Klub darf er aber kaum spielen. Die Löwen waren schon einmal interessiert, möglicherweise wird er nun im Winter wieder ein Thema. © dpa
PENIEL MLAPA: Bei Borussia Mönchengladbach darf der Ex-Löwe gar nicht ran - logisch, dass da ein Wechsel zu seinem ehemaligen Klub in der Gerüchteküche gehandelt wird. "Peniel Mlapa ist keine realistische Option. Wir reden hier von einem Bundesliga-Profi, der bei einem deutschen Spitzenklub unter Vertrag steht. Das ist deshalb aus verschiedenen Hinsichten nicht realistisch", sagt allerdings 1860-Sportchef Florian Hinterberger. © picture alliance / dpa
MICKAEL POTE: Wann immer ein Offensivmann gesucht wird, kommt der bullige Stürmer von Dynamo Dresden ins Gespräch, der so manchen Fürsprecher an der Grünwalder Straße haben soll. Konkretes Gerücht gibt es für diesen Winter keines - noch nicht? © picture alliance / dpa
ROB FRIEND: Der groß gewachsene Kanadier kommt bei den Löwen nicht wirklich zum Zug. Abschiedspläne schmiedet er aber gegenwärtig keine. "Anfragen gibt's für ihn aus der zweiten Liga, aber das ist für uns im Moment kein Thema. Er ist bei einem Verein, der das Potenzial hat aufzusteigen, deswegen wird das von uns im Moment nicht forciert", so sein Berater Andreas Kirsch Anfang Dezember zu unserer Onlineredaktion. © M.I.S.
STEPHAN HAIN: Der Ex-Augsburger formulierte gegenüber der "Passauer Neuen Presse" schon Abschiedsgedanken: "Noch läuft es nicht so richtig. Ich gebe bis zum Winter auf jeden Fall alles und versuche meine Einsätze zu kriegen. Wenn sich nichts ändert, muss ich mir natürlich Gedanken machen." Doch sein Berater Heiko T. Weber erklärt: "Ein Wechsel kommt für Stephan nicht in Frage." © picture alliance / dpa

Auch im Poker um Ried-Shooting-Star Robert Zulj wird's schwierig. Der 21-Jährige, der schon zu Besuch bei einem 1860-Spiel war, wollte sich nach dem letzten Saisonspiel seines Klubs entscheiden, ob er im Winter wechselt, und wenn ja, wohin. "Dann wird man sehen, wie schnell wir zufrieden und glücklich mit einem Angebot sind und was der richtige Schritt ist. Das werden wir dann schnell entscheiden müssen", hatte er gegenüber unserer Onlineredaktion angekündigt. Jenes letzte Spiel des Jahres bestritt der  SV Ried am Mittwoch bei Austria Wien, es endete mit 1:1, Zulj spielte über 90 Minuten durch. Gut möglich, dass es sein letztes Spiel für die Österreicher war. Ob an der Grünwalder Straße nun das Telefon klingelt und Hinterberger die Geldscheine auseinanderfalten kann?

lin

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