"Herr Beeck, räumen Sie jetzt richtig auf?"

Rainer Beeck beantwortete freundlich alle Fragen der tz-Leser.
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Rainer Beeck beantwortete freundlich alle Fragen der tz-Leser.

Er kam ein paar Minuten zu spät ins Redaktionsgebäude, dafür nahm er sich in der Folge extra viel Zeit für die Fragen der tz-Leser: Rainer Beeck (45), der neue Präsident des TSV 1860.

Smart, freundlich und nicht ohne Witz ging der Prokurist der Flughafen München GmbH auf jeden Anrufer ein. Sein Fazit: „Man spürt, wie dieser Verein die Menschen bewegt. Das ist Motivation genug, die Löwen wieder dahin zu bringen, wo sie hingehört. In die oberste Etage des deutschen Fußballs.“

Das Protokoll der tz-Telefonaktion.

Rosa Goss (76), Rentnerin aus München: Hallo Herr Beeck, ich bin so froh, dass wir jetzt endlich einen anderen Präsidenten haben.

Beeck: Danke Frau Goss, ich werde mein Bestes tun.

Räumen Sie jetzt richtig auf? Als erstes muss der Kurz weg, der taugt ja gar nix! Und der Reuter dazu. Der taugt genauso wenig!

Beeck: Vielleicht haben sie ja erst jetzt die richtigen Rahmenbedingungen. Geben Sie den beiden doch eine Chance.

Aber bloß noch eine!

Die Löwen-Führung

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Norbert Wutz (56), Chauffeur aus München: Herr Beeck, ich kaufe jedes Jahr eine Dauerkarte für 420 Euro. Können Sie mir versprechen, dass sich das künftig wieder rentiert für mich?

Beeck: Ich kann Ihnen versprechen, dass wir einen Neustart machen und dass jetzt alle an einem Strang ziehen. Das ist die Basis dafür, dass es auch sportlich wieder aufwärts geht bei 1860.

Lothar Dremel (57), Metzger aus Bamberg: Was machen die Investoren?

Beeck: Ich habe ein gutes Gefühl, dass wir dieses Problem bald in den Griff bekommen. Es geht in diesem Bereich mit Sicherheit aufwärts. Die Gespräche laufen auf Hochtouren.

Markus Baumgartner (32), Schreiner aus Ismaning: Wieviel Geld müssen neue Investoren mitbringen?

Beeck: Zwei Millionen Euro aufwärts. Das ist eine zielführende Eingangsgröße die hoffnungsvoll wäre. Die Gespräche laufen schon seit langem. Wer Geld bringt, will natürlich auch wissen wohin es geht. Das gilt es jetzt zu vermitteln.

Tobias Pflüger (38), Lehrer aus München: Wer ist ihr aktueller Lieblingsspieler?

Beeck: Ich habe nur Lieblingsspieler und möchte keinen hervorheben, sonst ist der Rest beleidigt. Doch wir haben viele junge, engagierte Spieler, die das Zeug dazu haben, lange Lieblinge zu bleiben.

Hermann Königsberger, (67), Bauingenieur aus Kaufbeuren: Ich hoffe, unter Ihnen ist für Egoisten wie von Linde oder Ziffzer kein Platz mehr bei 1860.

Beeck: Ich kann Ihnen versprechen, dass bei 1860 kein Platz mehr für Eitelkeiten ist. Dieses Dilemma der Unsicherheit für Partner und Sponsoren ist Vergangenheit. Alle wissen jetzt, dass wir nur gemeinsam stark sind.

Aber jetzt müssen gute, neue Spieler kommen, ich will nicht nochmal so eine gesundheitsgefährdende Rückrunde erleben!

Beeck: Ich auch nicht. Und ich bin zuversichtlich, dass wir den einen oder anderen Spieler dazukriegen. Stefan Reuter sitzt mit Hochdruck an der Kaderplanung, ich weiß von einigen Gesprächen in der Endphase.

Robert Zillmann (37), Bankangestellter aus Augsburg: Herr Beeck, ich hätte eine private Frage. Wer war Ihr Idol als junger Fußballer?

Beeck: Da muss ich ausholen. Wir haben mit Gilching mal gegen die Löwen-Jugend gespielt. Da war Gerd Müller als Zuschauer da und hat uns angefeuert. Seitdem mag ich ihn, auch wenn er vom FC Bayern ist. Mein Idol als Spieler war aber immer Ferdl Keller (Löwen-Mittelstürmer 1969/70 und 1972-76, d. Red.). Seine Art und sein Spiel haben mich schwer beeindruckt.

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Rainer Beeck (m.) mit den tz-Redakteuren Ludwig Krammer (l.) und Mario Volpe.

Hans Bauer (50), Kraftfahrer aus Dingolfing: Was halten Sie vom FC Bayern? Freuen Sie sich auch so, wenn die Roten verlieren?

Beeck: Da muss ich differenzieren: International ist es mir schon lieber, wenn eine Mannschaft aus München was reißt. National ist das was anderes. Ich hätte nichts dagegen, wenn nächstes Jahr Bremen Meister wird. Noch lieber wär mir in Zukunft freilich Sechzig.

Erwin Wohlrab (61), Rentner aus Regensburg: Finden Sie die Allianz Arena auch so schrecklich wie Ihr Vorgänger von Linde?

Beeck: Nein, die Arena ist ein „Landmark“ für München. Für 1860 ist sie ohne ernsthafte Alternative, auch wenn sie zweifellos teuer ist. Das Grünwalder wird immer unser Baby bleiben, aber wir wollen doch auf Sicht wieder erstklassig spielen. Und das geht nur in der Arena.

lk, mv

Was weiß Rainer Beeck alles über den TSV 1860?

Wie fit ist der neue Löwen-Präsident in Sachen TSV 1860? Die tz stellte Rainer Beeck zehn Fragen zur blauen Historie und testete sein Wissen.

1. Wie viele Meisterspieler von 1966 können Sie auf die Schnelle nennen? Beeck: „Fredi Heiß, der Radi, Hansi Rebele.“ Alle richtig.

2. Wie oft ist der TSV 1860 schon aus der 2. Liga aufgestiegen? Beeck: „Viermal?“ Knapp daneben – bisher stieg der TSV 1860 dreimal auf.

3. Wie lange war Werner Lorant Trainer beim TSV 1860? Beeck: „Sieben Jahre?“ Nicht schlecht, es waren etwas mehr als neun.

4. Wer ist Rekordnationalspieler des TSV 1860? Beeck: „Fredi Heiß?“ Falsch. Richtig ist Bernd Patzke mit 18 Einsätzen.

5. Wie viele Jahre seit Gründung der Bundesliga spielte der TSV 1860 eine Klasse höher als der FC Bayern? Beeck: „Zwei.“ Absolut richtig.

6. Wie fiel der höchste Bundesligasieg der Löwen aus? Beeck: „Ich sage mal 7:0.“ Knapp daneben. Es war ein 9:0 im 1965 gegen Karlsruhe.

7. Wer schoss die 1860-Tore im Europacup-Finale gegen West Ham United? Beeck: „Da erwischen Sie mich jetzt auf dem falschen Fuß.“ Eine Fangfrage. Beeck: „Ach so, keins.“ Richtig.

8. Wie lange spielte der TSV 1860 in der Bayernliga? Beeck: „Sechs Jahre.“ Leider nicht. Es waren zehn.

9. Wann war 1860 das letzte Mal deutscher Pokalsieger? Beeck: „1967.“ Falsch – 1964.

10. Wer war der letzte deutsche Nationalspieler des TSV 1860? Beeck: „Benny Lauth.“ Richtig.

Insgesamt eine noch etwas ausbaufähige Performance, aber Rainer Beeck hat derzeit sicher andere Sorgen, als sich große Gedanken über die blaue Vergangenheit zu machen. Für den neuen Präsidenten zählt nur die Zukunft.

Quelle: tz

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