Fall Gebhart drückt auf die Löwen-Stimmung

Heiß: „Es ist alles nur noch traurig“

Timo Gebharts Zeit bei den Löwen neigt sich dem Ende.
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Timo Gebharts Zeit bei den Löwen neigt sich dem Ende.

Am Dienstag Vormittag war aus gut informierten Kreisen zu hören, dass der Transfer von Timo Gebhart vom TSV 1860 zum VfB Stuttgart bereits perfekt sei.

Er ist wohl so gut wie perfekt. Gebharts Berater Egon Flad erklärte gegenüber der tz: „Vor Weihnachten wird sich nichts mehr tun. Aber wir sind in Gesprächen.“ Man kann davon ausgehen, dass der 19-Jährige in der Rückrunde für den VfB Stuttgart spielt, es geht wohl nur noch um die Höhe der Ablösesumme (derzeit sind drei Millionen Euro im Gespräch). Und möglicherweise um den ein oder anderen Spieler, den der VfB den Löwen vielleicht noch überlässt.

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Aber wer da auch immer kommen könnte, keiner von ihnen wird das Talent des U 19-Europameisters besitzen. Gebhart vor dem frühen Abflug, für Meisterlöwe Fredi Heiß ist das „ein Wahnsinn. Diese jungen Europameister sollten doch eigentlich für ein neues Gerippe bei uns sorgen, und jetzt geht der erste schon. Auch weil es dem Verein nicht gelungen ist, um die jungen Spieler herum die richtigen Eckpfeiler einzubauen.“

Ein Versäumnis, das sich auch in der Tabelle widerspiegelt: Platz elf, 22 Punkte. Dürftig und enttäuschend. Würden die Löwen weiter oben stehen, hätten sie vor allem zu Hause nicht so viele Punkte verschenkt, dann, so ist sich Heiß sicher, „wäre ein Verkauf von Gebhart derzeit kein Thema“. Aber der fehlende sportliche Erfolg sorgt auch wieder für finanzielle Probleme. Heiß: „Und wenn man kein Geld hat, dann greift man halt zu so einer Lösung wie mit Gebhart. Das ist alles nur noch traurig.“

Vor allem, weil die Verantwortlichen auf die sportliche Talfahrt im Jahr 2008 nie reagiert und nur tatenlos zugesehen haben. Heiß: „In dieser schwachen Liga wäre es doch kein Problem gewesen, vorne dabei zu sein.“

Olaf Bodden, der ehemalige Torjäger des TSV 1860, versteht vor allem nicht, „dass Präsident Beeck sagt, man wolle 2010 aufsteigen und gleichzeitig Gebhart abgegeben wird. Wenn ich aufsteigen will, dann würde ich Gebhart auch im kommenden Sommer nicht verkaufen. Ohne ihn sind wir in der Offensive noch mehr geschwächt als ohnehin schon, und das reicht doch dann vorne und hinten nicht.“

Aber Bodden war es „eigentlich klar, dass es so kommt. Der Verein braucht halt wieder Geld, um andere Löcher zu stopfen“. Die Frage ist nur, wie lange der TSV 1860 auf diese Weise noch konkurrenzfähig bleiben will. Gebhart wird nicht der Letzte sein, der geht. Weg ist auch bereits Alexander Eberlein (20). Der durchaus talentierte Abwehrspieler bekam bei Marco Kurz keine Chance und wechselt zum Regionalligisten SV Sandhausen.

Claudius Mayer

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Quelle: tz

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