Jordanier gibt seltenes Interview

Gibt‘s neue Kohle für die Löwen, Herr Ismaik? Das sagt der Investor

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Investor Hasan Ismaik spricht im Interview über eine mögliche Kapitalerhöhung für die Löwen.

1860-Investor Hasan Ismaik hat sich in einem Interview zu Wort gemeldet und dabei eine klare Ansage in Sachen Anteile und Kapitalerhöhung gemacht. Zudem schießt er scharf gegen Präsident Reisinger.

Update vom 28. Juni 2019, 10.23: Im großen Interview mit dem kicker, welches am Freitag online erschien, spricht 1860-Investor Hasan Ismaik über eine mögliche Kapitalerhöhung, sein größter Fehler und seine Träume mit den Löwen.

So sagte Ismaik über eine mögliche  Kapitalerhöhung und die damit verbundene Möglichkeit, wichtige Transfers zu tätigen: „Reisinger hatte mich vor Wochen angeschrieben, in dem er seinen Wunsch nach einer Kapitalerhöhung hinterlegte. Ich schrieb dem Präsidium zurück, dass Saki Stimoniaris die Gespräche übernehmen werde. Was kam als Antwort? Überraschung: Reisinger lehnt Stimoniaris als Gesprächspartner ab. Will er diese Kapitalerhöhung wirklich, oder ist das nur ein Scheinkampf, um auf meine Kosten Politik zu machen? Entschuldigen Sie, aber was bildet sich dieser feine Herr eigentlich ein? Glaubt Reisinger, bestimmen zu können, wer für HAM verhandelt? Damit ist das Thema für uns erledigt.“

Dadurch dürften sich weitere Neuzugänge bei den Löwen schwierig gestalten. So wie die Hängepartie bei Sascha Marinkovic

Angesprochen auf seine größten Fehler, die Ismaik in seiner bisherigen Investorentätigkeit begangen habe, sagte er: „Ich bin davon ausgegangen, dass große Profivereine anders geführt werden als 1860. Ich hatte mich anfangs nie eingemischt, weil ich davon ausgegangen bin, das funktioniert auch ohne mich. Doch Jahr für Jahr wurde es schlechter. Dass ich meinen Einstieg bei 1860 im Jahr 2011 nicht an personelle Forderungen geknüpft habe - ja, das war mein größter Fehler.“

Vor einigen Jahren hatte Ismaik noch den Traum, mit den Löwen in der Champions League zu spielen. „Warum darf ich keine Träume haben?“, fragt der Jordanier: „Wer will seinen Verein nicht mit den besten Teams in Europa konkurrieren sehen? Selbstverständlich weiß ich, dass wir von solchen Highlights inzwischen Lichtjahre entfernt sind. Aber 1860 hat das Potential, schon allein wegen seiner unglaublichen Strahlkraft und der fantastischen Fangemeinde. Sagen Sie mir einen Drittliga-Verein in Europa, der mehrere 1000 Fans zu den Auswärtsspielen mobilisieren kann? Für diese Kraft beneiden uns viele Erstligisten in Deutschland“, so Ismaik.

Derweil haben die Löwen am Donnerstagabend ihre neuen Trikots vorgestellt. In diesem Dress läuft1860 also in der kommenden Spielzeit auf

Hasan Ismaik: Verkauft er seine 1860-Anteile? Investor macht klare Ansage

Hasan Ismaik teilte seine Meinungen zu den Löwen.

Update vom 27. Juni: Es war still geworden um Hasan Ismaik. Sehr still. Wenn sich der Investor äußerte, dann eigentlich nur auf seinem Facebook-Kanal. Nun packte er aber aus - und äußerte sich gegenüber dem Kicker über viele Baustellen, die die Löwen derzeit beschäftigen.

Ismaik sprach die Befürchtung aus, die wohl viele Fans der Sechzger hatten: Trainer Daniel Bierofka wollte wohl zurücktreten. „Daniel war in der Sommerpause kurz davor, hinzuwerfen“, betont er. Ein möglicher Grund soll laut Ismaik Präsident Robert Reisinger sein. Der habe mit Bierofka nämlich ein Riesenproblem. „Ich glaube, er ist der einzige Präsident im deutschen Fußball, der seinem Trainer nachweislich aus dem Weg geht“, meint der Jordanier.

TSV 1860 München: Investor Ismaik spricht über seine Anteile

Die Finanzen beschäftigen Ismaik natürlich ständig, erst Recht vor der anstehenden Mitgliederversammlung am 30. Juni. „Das größte Problem ist, dass viele Traditionsvereine nicht wie Wirtschaftsunternehmen geführt werden, sondern wie Trachtenvereine - und wahrscheinlich wird dort sorgsamer und disziplinierter mit dem Geld umgegangen als bei 1860“, macht er im Interview deutlich. Und weiter: „Für mich ist dieser Verein eine Geldvernichtungsmaschine. Es ist alles undurchsichtig. Nicht erst seit Hasan Ismaik, sondern seit über 15 Jahren. Es ist kein Zufall, dass 1860 im Jahr 2011 pleite war.“

Ob das ganze Hickhack rund um Präsident Reisinger und Geschäftsführer Michael Scharold, den Ismaik ebenfalls heftig kritisiert, irgendwann dazu führt, dass sich der Investor zurückzieht? Keineswegs: „Ich werde es noch einmal betonen: Ich werde meine Anteile niemals verkaufen. Nicht heute, nicht in fünf Jahren. Und auch nicht in 30 Jahren. Ich appelliere an alle: Helft endlich mit, dass 1860 wieder der Verein wird, der er früher war.“ Im Testspiel gegen den FC Basel gingen die Löwen am Mittwoch unter. Daran konnte auch ein Neuzugang nichts ändern.

Ismaik verspricht vor 1860-Mitgliederversammlung: „Ich fliege sofort nach München, wenn ...“

Erstmeldung vom 26. Juni: München - Hasan Ismaik schaut am Sonntag mit großem Interesse nach München - genauer gesagt, in den Münchner Norden, in die Kulturhalle Zenith in Freimann. Dort wird bei der Mitgliederversammlung des TSV 1860 München auch über die Zukunft von Präsident Robert Reisinger entschieden. Mit diesem kann der Jordanier bekanntlich nichts anfangen. Dem „Kicker“ sagte Ismaik in einem Interview schon vorab: Sollte Reisinger die Wahl gewinnen, "ist das kein positives Signal für die Zukunft von 1860."

1860-Investor Hasan Ismaik: „Wenn Vernunft eintritt, ...“

Ismaik gab aber auch ein Versprechen ab: "Wenn dagegen wieder die Vernunft einkehrt, fliege ich am nächsten Tag nach München und bin bereit, sofort über alle Dinge zu sprechen, damit der Profifußball des TSV 1860 wieder aufsteht."

„Was ist unter Reisinger besser geworden?“

Dem 42-Jährigen fehlt der Fortschritt unter dem aktuellen Präsidenten: "Was ist in den letzten zwei Jahren unter Reisinger besser geworden? Nichts!", poltert Ismaik. Zu viel Politik und zu wenig fußballerischer Ertrag sieht Ismaik beim TSV. "Ich stelle mir die Frage, ob wirklich alle für den sportlichen Erfolg arbeiten?", so Ismaik: "Ich sage klipp und klar: Nein!"

Ismaik hatte sich schon länger nicht mehr in der Presse geäußert, sondern lediglich über Facebook-Postings über seine Gedanken informiert. Der Kicker veröffentlichte vorab einige Passagen aus dem Interview.

cg

Schon im Winter stand Borussia Dortmunds Julian Weigl kurz vor einem Wechsel ins Ausland. Nun gibt es neue Gerüchte, zur Freude der Löwen, denen dank Weigl ein Geldregen ins Haus stehen könnte.

In einem Testspiel gegen den Champions-League-Teilnehmer FC Basel zeigten sich die Löwen engagiert, aber sehr glücklos. Am Ende gingen sie unter. Dennis Dressel gelang immerhin ein sehenswerter Treffer aus der Distanz.

Am Sonntag kommt es in der Kulturhalle Zenith in Freimann zur Mitgliederversammlung des TSV 1860 München. In unserem Live-Ticker verpassen Sie nichts.

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