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„Haben einiges mit ihm vor“: Lakenmacher will aus dem Schatten seiner Double treten

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Von: Uli Kellner

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Nicht Haaland, nicht Linsi, sondern „Laki“: So will Fynn Lakenmacher genannt werden –
das Sturmtalent ist genervt von Vergleichen mit den genannten Sturmkollegen.
Nicht Haaland, nicht Linsi, sondern „Laki“: So will Fynn Lakenmacher genannt werden – das Sturmtalent ist genervt von Vergleichen mit den genannten Sturmkollegen. © Stefan Matzke

1860-Trainer Michael Köllner hat viel vor mit Neuzugang Fynn Lakenmacher. Dabei kommt der eigentlich aus einer Handballer-Familie.

Windischgarsten – Es gibt zwei Vergleiche, auf die Fynn Lakenmacher, 22, allergisch reagiert. Für die einen ist er ein Haaland-Double – seit seinem Wechsel zu 1860 wird er auch häufig „Linsbichler“ gerufen – wegen der optischen Ähnlichkeit zu den beiden Sturmkollegen. Bei „Frisur, Statur und Position“ gebe es tatsächlich Parallelen, räumt der Blondschopf mit Zopf und Gardemaß ein.

Im selben Atemzug betont er aber: „Mir ist es immer am liebsten, wenn ich bei meinem eigenen Namen genannt werde. Ich möchte nicht verglichen werden – ob’s der Linsbichler ist oder der Haaland.“

TSV 1860: Lakenmacher auch mit Qualitäten beim Handball

Der eine war in gewisser Weise sein Vorgänger bei 1860 als Sturmlehrling, der andere ist gerade für eine stolze Summe von Dortmund zu Manchester City gewechselt. Zumindest sportlich findet Lakenmacher Haaland „mega“, aber erstens will er seinen eigenen Weg gehen – und zweitens gibt es ja auch noch drei andere Sportler, an denen er sich messen lassen muss. Ihre Namen: Wolfgang, Sven und Mia Lakenbacher, sein Opa, sein Papa und seine Schwester. Drei Vollbluthandballer. Wolfgang Lakenmacher, 79, ist eine DDR-Legende, war u.a. zweimal Meister mit dem SC Magdeburg. Papa Sven, 51, lief 47-mal für die DHB-Auswahl auf, wurde mit ihr Fünfter bei Olympia in Sydney. Fynns Schwester Mia schließlich: Die 19-Jährige galt früh als großes Rückraum-Talent und ließ sich auch von zwei Kreuzbandrissen nicht davon abhalten, Erstligaspielerin in Buxtehude zu werden.

Ex-Nationalspieler: Sven
Lakenmacher, 51
Ex-Nationalspieler: Sven Lakenmacher, 51 © imago sportfotodienst

Und Fynn? Wieso jagt der lieber dem etwas größeren Lederball hinterher? „Mein Vater hat mich mit fünf zum Fußball geschleppt“, berichtet der aus der Art geschlagene Lakenmacher: „Seitdem habe ich eine Liebe zu diesem Sport entwickelt: Ich bin nie auf die Idee gekommen, noch mal zu wechseln, obwohl ich in meiner Kindheit praktisch jedes Wochenende in einer anderen Handball-Halle verbracht habe.“ Bei Drittliga-Aufsteiger Söhre, der von seinem Vater Sven trainiert wird, spielte Fynn schon zum Spaß mit, erzielte auch dort ein Tor nach dem anderen. „Es liegt mir im Blut“, gesteht er: „Ich bin aber zufrieden, wie es gelaufen ist.“

DDR-Legende: Wolfgang
Lakenmacher, 78.
DDR-Legende: Wolfgang Lakenmacher, 78. © Imago

Doch auch jetzt, als Fußballprofi, ist es nicht immer der naheliegende Weg, den Lakenmacher jr. beschreitet. Lange zum Beispiel sah es so aus, als würde sich das Multitalent zu einer Allzweckwaffe in der Mitte oder hinten auf dem Spielfeld entwickeln. „In der Jugend hab ich auf Sechs gespielt, auf Acht, teilweise auch auf Zehn; im Herrenbereich anfangs sogar Innenverteidiger. Mein Trainer in Havelse hat dann aber mein Potenzial im Sturm gesehen – weil ich auf engem Raum dank meiner Statur die meisten Eins-gegen-eins-Duelle gewonnen habe. Vorne hatten wir auch nicht so eine Konkurrenz . . .“ So wurde der Stürmer Fynn Lakenmacher geboren, gerade mal eineinhalb Jahre ist das her.

TSV 1860: Köllner hat mit Lakenmacher einiges vor

Inzwischen, sagt Fynn, sei der Angriff seine Lieblingsposition, „da fühle ich mich sehr, sehr wohl“. Auch wegen seines gestählten Athletenbodys, der ihn „viele Extraschichten im Kraftraum“ gekostet habe. Mit seinen 1,88 m wirft er sich bereitwillig in jeden Zweikampf – „und meistens tut’s dann den Gegnern weh und nicht mir“. Auch 1860-Coach Michael Köllner bezeichnet das von Absteiger Havelse losgeeiste Talent als „Kraftpaket“. Man sehe, dass Fynn noch nicht lange im Sturm spiele, aber „wir haben viel vor mit ihm. Er ist ein Spieler, den wir voranbringen können.“

Erste Liga mit Buxtehude:
Mia Lakenmacher, 19.
Erste Liga mit Buxtehude: Mia Lakenmacher, 19. © IMAGO/Felix Schlikis

Lakenmacher jedenfalls ist „sehr heiß“ auf seine neue Aufgabe – auf den „großen Namen 1860, „den du auch im Norden mitkriegst“, auf das stets voll besetzte Giesinger Kultstadion, auf das Lernen an der Seite von Marcel Bär – und natürlich auf die beiden Startkracher in Dresden (Liga) und gegen Dortmund (Pokal). Nur eine Sache bedauert der Blondzopf: Dass Haaland nicht mehr für den BVB stürmt. „Das wäre ein spannendes Duell gewesen“, sagt das optische Double, „ein witziger Trikottausch.“ Auf diese Gegenüberstellung, ausnahmsweise, hätte er sich gerne eingelassen. (Uli Kellner)

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