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TSV 1860 empfängt Relegationsschreck Ingolstadt – Defensiv-Duo einsatzbereit

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Von: Uli Kellner

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Frustsaufen, hieß damals der Befehl von Michael Köllner (r.): Die Löwen sammelten sich nach der Relegationsniederlage in Ingolstadt auf dem Vorplatz des Stadions.
Frustsaufen, hieß damals der Befehl von Michael Köllner (r.): Die Löwen sammelten sich nach der Relegationsniederlage in Ingolstadt auf dem Vorplatz des Stadions. © Ulrich Wagner / Imago images

Der TSV 1860 München empfängt den Relegationsschreck FC Ingolstadt. Coach Michael Köllner kann im Spitzenspiel wieder auf zwei wichtige Säulen setzen.

München – Es war eine Konstellation, die es in sich hatte an jenem 22. Mai 2021. Abschluss-Spieltag der Saison, Ingolstadt belegte mit 68 Punkten den Relegationsplatz – jenes Sprungbrett zur 2. Liga, das auch die Löwen, zwei Punkte dahinter liegend, noch erreichen wollten. Marco Hiller flog im direkten Aufeinandertreffen früh vom Platz, für 1860 endete eine lange Aufholjagd (elf Spiele ungeschlagen) auf maximal bittere Weise.

Endstand 1:3, Zieleinlauf auf dem undankbaren vierten Platz. Ex-Kapitän Sascha Mölders, 37, der damals Tränen vergoss, sagte am Sonntag im BR: „Der Stachel sitzt bei mir noch ein bisschen tief.“ Mit Blick auf das erste oberbayerische Derby seit damals fügte der Immer-noch-Herzenslöwe hinzu: „Ich hoffe, dass Sechzig am besten 5:0 oder 6:0 gewinnt.“

TSV 1860: Michael Köllner hegt keine Rache-Gelüste

Von derartigen Rachegelüsten ist Michael Köllner weit entfernt. Klar: Auch den ehrgeizigen 1860-Coach schmerzte der brutale Aufstiegs-K.o. im Audi-Sportpark. Frustsaufen, befahl Köllner, der lange brauchte, um seine mentale Nähe mit frischer Motivation zu füllen. Jetzt, fast eineinhalb Jahre später, hat er sie gefunden, peilt mit 1860 diesmal sogar den Direktaufstieg an.

Frustsaufen, hieß damals der Befehl von Michael Köllner (r.): Die Löwen sammelten sich nach der Relegationsniederlage in Ingolstadt auf dem Vorplatz des Stadions.
Frustsaufen, hieß damals der Befehl von Michael Köllner (r.): Die Löwen sammelten sich nach der Relegationsniederlage in Ingolstadt auf dem Vorplatz des Stadions. © Imago images

Welche Rolle der Stolperstein von 2021 auf diesem Weg spielt? Eine sehr untergeordnete, wenn man den Worten des Oberpfälzers Glauben schenken darf. „Das Spiel damals spielt für mich null komma null eine Rolle“, beteuerte Köllner vor dem Wiedersehen mit dem FC Ingolstadt im Grünwalder Stadion (Samstag, 14 Uhr): „Das alles ist schon zu lange her. In der Zwischenzeit ist zu viel passiert. Es werden wenige Spieler auf dem Platz stehen, die Erinnerungen an dieses Spiel haben. Wir sind super in die neue Saison gestartet, mit 23 Punkten aus den ersten zehn Spielen, sind Tabellenführer – und wollen es auch nach dem Spiel sein.“

TSV 1860: Nur noch Hiller und Lex von damals übrig

Gut für Köllner: Rechtzeitig vor dem brisanten Duell kehrt die Säule zurück, auf der der aktuelle Höhenflug der Löwen fußt. Jesper Verlaat trainierte am Mittwoch voll mit, Leandro Morgalla, sein Juniorpartner in der Innenverteidigung, steht bereits seit Dienstag wieder auf dem Platz. Beide waren zuletzt angeschlagen. Nun tragen beide dazu bei, dass sich die Personalsorgen des Tabellenführers auf ein Minimum reduzieren. Nur Marcel Bär muss sich weitere Wochen in Geduld üben; das jedoch fällt dem Stürmer leichter, seit er unter der Woche erstmals wieder einen Ball am Fuß spürte. Über seine Hoffnung, noch vor der WM-Pause wieder aktiv eingreifen zu können, sagte der letztjährige Torschützenkönig im Fantalk von Hacker-Pschorr: „Mir geht es den Umständen entsprechend sehr gut. Ich mache gute Fortschritte. Ich denke, dass ich dieses Jahr noch einmal auf den Platz zurückkehren werde.“

Nach Lage der Dinge werden am Samstag nur zwei 1860-Profis in der Startelf stehen, die auch am 22. Mai 2021 den Anpfiff auf dem Platz erlebt haben: Kapitän Stefan Lex – und Torhüter Hiller, für den das Relegationsfinale rotbedingt schon nach acht Minuten beendet war. Auf Nachfrage betonte Köllner, dass sich seine Motivation tatsächlich weniger aus der ärgerlichen Vergangenheit speist, sondern ausschließlich aus der Hoffnung auf eine goldene Zukunft. „Wir wissen, dass wir im ausverkauften Stadion von ganz vielen Fans angetrieben werden“, sagte er, „und wir werden alles tun, dass wir diese drei wichtigen Punkte holen.“ Damit seine Löwen mit zwei Jahren Verspätung doch noch in der 2. Liga landen. (ulk)

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