Gorenzel erklärt neue Löwenpolitik

Der negative Druck: 1860 verordnet den Spielern eine Sprechpause

Gorenzel und Bierofka im Gleichschritt - auch inhaltlich?
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Gorenzel und Bierofka im Gleichschritt - auch inhaltlich?

Nach der Spielabsage für Samstag in Illertissen hat Daniel Bierofka bis zum Spiel gegen Buchbach Zeit, an den Schwächen des Teams zu arbeiten. 

München - Eiskalte Vollstrecker sind in jeder Mannschaft gesucht, da macht der TSV 1860 keine Ausnahme. Beim Training am Dienstag waren einige zu bewundern – allein schon wegen der eisigen Temperaturen… Aber auch sportlich gesehen, denn die Löwen ballerten ihren Torhütern die Bälle nur so um die Ohren.

Nach der Absage des Spiels am Samstag in Illertissen hat Daniel Bierofka bis zum Spiel gegen Buchbach am 6. März Zeit, an den Schwächen des Teams zu arbeiten. Diese wurden nicht erst beim 2:2 in Nürnberg deutlich. Das Unentschieden nach 2:0-Führung war für einige ein Dämpfer – aber nicht für Sportchef Günther Gorenzel! Für ihn ist das Spiel Teil eines Lernprozesses: „Man hat gesehen, dass wir in manchen Situation abgebrühter reagieren müssen. Das wird die Mannschaft lernen. Das ist ein Entwicklungsprozess. Man kann nicht von Spielern erwarten, die mit dieser mentalen Drucksituation bisher noch wenig zu tun gehabt haben, dass sie vor 20 000 Zuschauern so performen wie ein Spieler, der es gewohnt ist, vor 50 000 Zuschauern zu spielen. Das ist eine neue Erfahrung für die Jungs.“

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Dass die Kritik nach dem Spiel durchaus lauter geworden ist, passt dem Sportchef überhaupt nicht. „Mir wird das alles zu negativ dargestellt. Wir haben gegen den Zweiten gespielt, gegen die technisch und spielerisch beste Mannschaft der Liga. Klar sollte man ein Spiel, in dem man 2:0 führt, über die Runden bringen“, sagt der Österreicher. Aber: „Ich habe den Eindruck, als hätten wir drei Spiele verloren!“

„Wir wissen, woran wir arbeiten müssen“

Das haben die Löwen natürlich nicht, dennoch ist der Vorsprung auf die kleinen Bayern etwas geschmolzen. Sieben Punkte ist 1860 vorne, doch der Lokalrivale hat ein Spiel weniger. Am Samstag können die Bayern mit einem Sieg gegen den VfR Garching auf vier Punkte rankommen. „Es ist überhaupt nichts passiert. Wir wissen, woran wir arbeiten müssen – das wissen wir aber nicht erst seit dem Spiel in Nürnberg,“ sagt Gorenzel.

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Dennoch verordneten die Löwen ihren Spielern eine Sprechpause, und auch Bierofka wird nur noch vor und nach den Spielen mit den Medien sprechen. „Die Spieler sollen sich darauf konzentrieren können, was sie beeinflussen können – und das ist die Arbeit auf dem Platz. Auch der Trainer soll sich ein paar Tage auf seine Hauptaufgabe konzentrieren. Ich stehe gerne zur Verfügung, um Dinge nach außen zu moderieren,“ so Gorenzel. „Ich kenne keinen Profiverein, bei dem Trainer, Spieler und Sportdirektoren jeden Tag zur Verfügung stehen.“ Der Grund für die neue Politik ist einfach, sagt Gorenzel: „Es soll der ganze negative Druck ferngehalten werden. Gerade bei einer Mannschaft, die erst lernen muss, mit diesen Drucksituationen umzugehen. Gerade in dieser Situation ist es gut, wenn sich die Spieler auf ihre Aufgabe konzentrieren. Und das ist das Fußballspielen.“

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Zur Sache geht’s dann also wieder am 6. März – ob Nico Karger dabei sein wird? Am Dienstag musste er das Training mit Schmerzen abbrechen. In der Vorbereitung hatte er sich eine Kapselverletzung im Knie zugezogen. Einen guten Eindruck macht dafür Neuzugang Michael Görlitz. Er könnte gegen Buchbach sein Debüt im Löwen-Dress geben.

fus

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