1860-Präsident über Ismaik, Ziele, Privates

Mayrhofer im tz-Interview: "Nur Bayern wäre fad"

Gerhard Mayrhofer
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Gerhard Mayrhofer

München - Im tz-Interview kündigt 1860-Präsident Gerhard Mayrhofer ein Treffen mit den FC-Bayern-Verantwortlichen an. Zudem spricht er über Hasan Ismaik, Ziele und Privates.

Die 0:1-Pleite der Löwen in Paderborn musste er nicht live miterleben. Präsident Gerhard Mayrhofer urlaubt derzeit mit seiner Familie in Dänemark, wird deshalb auch am Freitag (18.30 Uhr) gegen den SV Sandhausen in der Arena nicht vor Ort sein. Drei Punkte müssen dieses Mal aber auch ohne die Anwesenheit des Präsidenten Pflicht sein. Und wenn Mayrhofer wieder zurück in München ist, hat er sich einiges vorgenommen. Das tz-Interview:

Herr Mayrhofer, Sie haben sich seit Ihrer Wahl noch nicht mit Investor Hasan Ismaik getroffen. Haben Sie das jetzt irgendwann vor oder wollen Sie alles so belassen, wie es ist? Immerhin herrschte jetzt ein paar Monate Ruhe.

Mayrhofer: Der Mannschaft hat diese Ruhe gut getan. Das haben mir die Spieler selbst gesagt. Und ich glaube, dass es bisher richtig war, dass ich noch nicht zu Herrn Ismaik gefahren bin. Aber trotzdem: Ich werde mich bald mit dem Investor treffen. Wo, das steht noch nicht fest. Aber der Ort ist ja auch egal.

Spätestens wenn es um die Lizenz für die nächste Saison geht, dürfte 1860 wieder auf frisches Geld vom Investor angewiesen sein.

Mayrhofer: Als ich Präsident geworden bin, habe ich mir natürlich als erstes die Finanzen bei uns angeschaut – gemütlich war das nicht. Und zu Herrn Ismaik: Wir stehen ja ständig mit seinem Cousin Noor Basha, der hier in München ist, in Kontakt. Und der hat uns durchaus positive Signale gegeben, was einen Kontakt mit unserem Gesellschafter betrifft.

Ihre Vorgänger im Präsidentenamt, Dieter Schneider und Hep Monatzeder sind zu einem wesentlichen Teil auch am Investor gescheitert. Was wollen Sie anders machen im Umgang mit Herrn Ismaik?

Mayrhofer: Sagen wir mal so, wir müssen schauen, dass wir es irgendwie auch aus eigener Kraft schaffen. Das schließt Herrn Ismaik nicht aus, aber zum heutigen Zeitpunkt können wir uns nicht darauf verlassen.

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Wie soll das funktionieren?

Mayrhofer: Wissen Sie, was ich bei 1860 nie mochte? Sätze wie „Es is hoid so“, „Es gähd ned“ oder auch „Des hamma immer so g’macht.“ Das sind absolute Killerkriterien auf dem Weg zum Aufstieg. Und wir müssen nun mal einfach in diese verdammte erste Bundesliga.

Wie haben Sie 1860 in den ersten Wochen als Präsident kennengelernt?

Mayrhofer: Als Verein, der lebt. Er hat allerdings destruktive Energie. Aber es gibt viele positive Zeichen. Gegen Ingolstadt war die Nordkurve viel breiter gefüllt als in den Spielen davor.

Wie beeinflusst 1860 Ihr Privatleben?

Mayrhofer: Wissen Sie, was meine Frau sagt? Dass der Verein inzwischen bei uns zu Hause wohnt. Ich bekomme täglich etwa achtzig E-Mails in Sachen Sechzig. Das war zuletzt noch zu verkraften, weil meine Firma im August zu hatte. Aber wahrscheinlich werde ich mir so bald wie möglich eine spezielle Facebook-Seite einrichten, auf der alle Themen, die mit 1860 zu tun haben, behandelt werden.

Wie stehen Sie zum FC Bayern?

Mayrhofer: München braucht den FC Bayern natürlich. Aber ich sage auch: Nur mit Bayern wäre es doch etwas fad in der Stadt. Nach meinem Urlaub will ich mich auch mit den Verantwortlichen dort zusammensetzen. Persönlich kenne ich bislang nur Franz Beckenbauer. Ich war dabei, als damals mit ihm und seinem Manager Robert Schwan der Werbevertrag mit O2 ausgehandelt wurde. Das war in Going bei Kitzbühel. Und ich muss sagen, es waren ein paar angenehme und amüsante Tage.

Interview: tz

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