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Eure Highlights 2021: Kivran-Chaos bei Türkgücü, Kurioses über Nagelsmann und Münchner Derby-Krach

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Von: Moritz Bletzinger

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Wir erinnern uns an Chaos um Hasan Kivran, den bärtigen Michael Köllner und kuriose Anekdoten über Julian Nagelsmann.
Wir erinnern uns an Chaos um Hasan Kivran, den bärtigen Michael Köllner und kuriose Anekdoten über Julian Nagelsmann. © Ulrich Gamel/Alfred Harder/Ulrich Wagner/Imago

Das Jahr 2021 ist fast vorbei. Höchste Zeit für einen Rückblick. Was hat die FuPa-Community in den letzten zwölf Monaten am meisten bewegt? Eure liebsten Artikel.

München - Wieder geht ein Jahr vorbei, wieder war es ein außergewöhnliches. Der Amateurfußball war monatelang im Lockdown. Zu berichten gab es deshalb aber nicht unbedingt weniger. Auch vor dem Re-Start standen die Uhren nicht still. Wir wagen einen Rückblick auf das Fußballjahr. Das waren eure Highlights der letzten zwölf Monate. Wir fassen die meistgelesenen Geschichten für euch zusammen. In Teil eins blicken wir auf die Monate Januar bis Juli. Und trotz Corona-Pause für Amateure, habt ihr die FuPa-Community mit bockstarken Geschichten versorgt. Sportlich dreht sich aber natürlich alles um die Profi-Klubs.

Januar: Kivran-Chaos und Zoff mit der Stadt - Türkgücü bestimmt Jahresauftakt

Im Januar war fast nur ein Klub Thema: Türkgücü München. Präsident und Geldgeber Hasan Kivran hatte kurz vor Jahreswechsel seinen Ausstieg angekündigt. Ein derber Paukenschlag beim damaligen Aufsteiger. Lizenz-Probleme drohten, der Verein stand im Ungewissen. Wenige Wochen nach seiner Ankündigung machte Kivran aber die Kehrtwende. Der Investor blieb dem Verein treu.

Und schoss stattdessen gegen die Stadt München. Türkgücü habe eine Zusage für einen NLZ-Standort bekommen, behauptete Kivran. Die Stadt widersprach. Das Thema Nachwuchsleistungszentrum beschäftigt den Drittligisten noch heute.

Sportlich kam das Spiel gegen Dynamo Dresden im Januar nicht gegen all diese Nebengeräusche an. Türkgücüs verpatzte Ticket-Aktion für das Geisterspiel hingegen schon.

Den Monatsabschluss macht auch Türkgücü. Wieder neben dem Platz. Nationalspieler Yunus Malli wurde mit den Münchnern in Verbindung gebracht. Der VfL Wolfsburg hatte seinen Vertrag nicht verlängert. Türkgücü soll interessiert gewesen sein. Der Hammer-Transfer kam aber letztlich nicht zustande.

Februar: Trainer-„Skandal“ bei Türkgücü - Ihr wählt Amateur-Torschützen des Jahres

Was ein Start ins Jahr 2021 für Türkgücü? Die Münchner machten im Februar weiter, wo sie im turbulenten Januar aufgehört hatten: Schlagzeilen neben dem Platz. Coach Schmidt musste gehen. Serdar Dayat übernahm. Zum Ärger von Kulttrainer Peter Neururer, der von einem „absoluten Skandal“ sprach. Er tobte wegen Ungereimtheiten bei Dayats Fußballlehrer-Lizenz.

Schönere Nachrichten bekam Hasan Ramazanoglu. Der Fußballer des ASC Cranz-Estebrügge wurde von euch zum Amateur-Torschützen des Jahres 2020 gewählt. Sein Traumtor aus etwa 50 Metern setzt sich im Voting gegen acht andere absolute Sahne-Treffer durch.

Kein Highlight für Sarpreet Singh und Christian Früchtl, gelesen wurde ihre Geschichte aber trotzdem zahlreich. Der FC Bayern München hatte die beiden Talente zum 1. FC Nürnberg verliehen. Aber Spielzeit in der 2. Bundesliga bekamen sie dort nicht. Singhs Leihe wurde im Winter abgebrochen. Früchtl litt. Vorwürfe wurden laut, der Club habe die Youngster mit falschen Versprechungen gelockt, bevor sie dann auf der fränkischen Bank versauerten.

März: Ex-Löwe Glatzel bricht Bundesliga-Rekord - Haching und FCB-Reserve rutschen in Abstiegsnot

Favorit? Absolute Fehlanzeige bei der SpVgg Unterhaching. Die Vorstädter enttäuschten in der Saison 2020/21 wieder und wieder in Liga drei. Im März erreichte Hachings sportliche Talfahrt ihren ersten negativen Höhepunkt. Im Abstiegsduell patzte die SpVgg gegen den KFC Uerdingen. Beobachter setzten schon einen Haken hinter den Abstieg.

Beim FC Bayern II waren die Sorgen nur bedingt kleiner. Nach der Meisterschaft in der Vorsaison hatte der FCB einige Talente verliehen, um ihnen Spielzeit in höheren Ligen zu ermöglichen. Das klappte nicht immer (siehe Februar). Und im Drittliga-Kader tat sich vor allem offensiv eine große Lücke auf. Den Negativtrend stoppten auch die kleinen Bayern zu spät. Am Ende des Jahres mussten Haching und auch die FC Bayern Amateure in die Regionalliga.

Der ehemalige Löwe Robert Glatzel durfte hingegen ein sportliches Highlight feiern. Einst spielte er für 250 Euro im Monat beim TSV 1860 München, im März 2020 schrieb er bei Mainz 05 Bundesliga-Geschichte. Glatzel erzielte gegen Hoffenheim das früheste Tor jemals. Um 13.31 Uhr hat es gescheppert. Bayern-Leihgabe Chris Richards leistete sich den Ballverlust, den der Ex-Löwe eiskalt ausnutzte. Heute spielt Glatzel beim Hamburger SV und steht nach 18 Zweitliga-Spielen bei neun Saisontoren.

Türkgücü schnürt derweil einen Hattrick. Auch im März schafft es der Klub in die meistgelesenen Texte. Kapitän Sercan Sararer fehlte gegen den MSV Duisburg. Weil er suspendiert worden war. Sein Vertrag lief zum Saisonende aus, Türkgücü zog eine einseitige Option auf Verlängerung, über die sich beide Partien stritten. Der Fall landete später sogar vor dem Arbeitsgericht.

April: Trares tippt auf 1860-Aufstieg - Löwen gewinnen Derby im Olympiastadion

Der April macht, was er will. Und der TSV 1860 München auch, glaubt zumindest Berhard Trares. Der Ex-Löwe tippte den Drittliga-Schlusssport durch und sah seinen Ex-Verein am Ende ganz oben. Acht Punkte aus den letzten vier Spielen hätten 1860 nach Trares‘ Rechnung zum Aufstieg gereicht. Es kam bekanntlich anders.

Beim TSV herrschte zu dieser Zeit ohnehin Hochstimmung. Mit 2:0 fegten die Löwen Lokalrivale Türkgücü aus dem Olympiastadion. Klar, dass die Aufstiegsträume da aufleben. Für Michael Köllner Anlass genug zum Rundumschlag gegen Türkgücü. Nur Ex-Löwe Michael Hofmann nahm er aus seiner Kritik aus.

Während die 3. Liga in die spannende Phase kommt, müssen sich die Amateure mit einem bitteren Szenario auseinandersetzen. Die Corona-Lage in Deutschland entwickelte sich problematisch und der Bayerische Fußballverband (BFV) bestätigte den Plan, die Saison abzubrechen, in einer Videokonferenz.

Mai: 1860 und FC Bayern II im Münchner-Derby - Amateure entscheiden sich für Abbruch mit Absteigern

Kein Highlight, aber ohne Zweifel das wichtigste Thema des vergangenen Frühsommers: Wie geht es nach dem Saisonabbruch weiter? Der Bayerische Fußballverband erklärte die Saison für beendet. Aber was nun? Wer steigt auf? Soll es Absteiger geben?

Die Amateurvereine sollten bei diesen Fragen mitbestimmen und der BFV holte ein Stimmungsbild ein. 71,14 Prozent der befragten Klubs stimmten für eine Regelung mit Absteigern. Teams, für die es bis zum Corona-Abbruch nicht gut gelaufen war, mussten eine Liga runter - ohne das sportlich noch beeinflussen zu können. Spätere Klagen gegen die Regelung blieben erfolglos.

Bei den Profis rollte indes weiter der Ball. Und die 3. Liga hielt für Münchner Fußballfans ein besonderes Spiel bereit: Das Derby zwischen 1860 und dem FC Bayern II. Für die Löwen ging es darum, die Aufstiegsträume zu wahren, die FC Bayern Amateure brauchten jeden Punkt gegen den Abstieg. Schon vor der Partie wurde reichlich spekuliert. Holt sich der FCB Hilfe von den Profis? Nach dem Spiel wurde es nicht freundschaftlicher. Michael Köllner ätzte gegen Bayerns Spielweise. Und 1860-Kapitän Sascha Mölders leistete sich nach Schlusspfiff einen derben Ausraster in Richtung Maxi Welzmüller.

Nach dem Remis gegen die Roten hatte 1860 sein Endspiel um den Aufstieg gegen Ingolstadt. Das haben die Löwen aber verpatzt. Der TSV musste in der 3. Liga bleiben und Michael Köllner seinen Bart wieder abrasieren. Solange sein Team ungeschlagen war, hatte er ihn wachsen lassen.

Juni: Vereine wollen gegen BFV klagen - Amateure packen Geschichten über Gerland und Nagelsmann aus

Es war abzusehen: Den Abstieg nach Quotientenregelung wollten viele Vereine in Bayern nicht einfach so akzeptieren. Im Juni kündigten 18 Klubs an, gegen die BFV-Regelung zu klagen. Eine Münchner Anwaltskanzlei hatte ein Online-Seminar zur Abstiegsthematik veranstaltet und den Vereinen gute Aussichten versprochen. Hat sich aber geirrt.

Das Trainer-Beben bei den Profis des FC Bayern ließ auch Bayerns Amateure nicht kalt. Julian Nagelsmann kam aus Leipzig. Dafür hörte Hermann Gerland nach 21 Jahren beim FC Bayern auf. Beide sind keine Unbekannten im Freistaat. Aleks Petrovic (Buchbach), Alexander Benede (heute TSV Landsberg), Leo Haas (Wacker Burghausen) und Maxi Riedmüller (SV Heimstetten) packten zum gegebenen Anlass ihre besten Anekdoten über den „Tiger“ aus.

Julian Nagelsmann war in seiner Jugend beim TSV 1860 München und beim FC Issing aktiv. Dominik Stahl (SpVgg Unterhaching) und Benjamin Kauffmann (FC Pipinsried) waren gemeinsam mit ihm im Löwen-Nachwuchs. Und verraten: Der heutige Bayern-Coach war ei ziemlicher Spaßvogel. „Der hat mich Tag und Nacht belästigt“, lacht Kaufmann noch jetzt über die Späße von Nagelsmann.

FuPa-Highlights 2021: Nach sechs Monaten ohne Breitensport - im Juli kommen die Amateure zurück

Auch ohne Pflichtspiel war die erste Jahreshälfte 2021 für Bayerns Amateure fast ereignisreicher als sonst. Auf den Juli wird aber trotzdem sicherlich jeder Hobbykicker sehnlichst hingefiebert haben: Der Amateurfußball kommt zurück! Für das schönste Comeback des Jahres reservieren wir Teil zwei unseres Jahresrückblicks. (moe) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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