Fünf Gründe für die Wende

Nikolas Ledgerwood, der in Osnabrück das 1:0 erzielte, scheint es kaum glauben zu können: Die Löwen können wieder siegen - und zwar gleich drei Mal in Serie.
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Nikolas Ledgerwood, der in Osnabrück das 1:0 erzielte, scheint es kaum glauben zu können: Die Löwen können wieder siegen - und zwar gleich drei Mal in Serie.

Drei Siege in Serie – und schon wird der Löwen-Kiebitz zum Dichter.

„Die Wirtschaft ächzt, die Börse kracht, und der Löwe: lacht und lacht“, reimte ein altgedienter Trainingsbeobachter gestern kunstvoll zusammen. Sage noch einer, die Blauen hätten nichts auf dem Kasten…

Doch was sind die Gründe für den silbernen Oktober, der mit einem Sieg am Mittwoch gegen Koblenz ein goldener werden könnte? Kann es sein, dass plötzlich alles gut ist, was vorher schlecht war?

Die tz wagt einen Erklärungsversuch.

Das Abwehrverhalten: „Die Mannschaft steht mittlerweile unheimlich kompakt“, lobt Daniel Bierofka. „Man sieht an den Gegentoren, dass wir da besser geworden sind“, stellt Trainer Marco Kurz lapidar fest. Die Zahlen sprechen für sich: In den ersten drei Saisonspielen kassierten die Löwen sechs Gegentore, in den sechs Spielen danach nur noch drei. Wie sagte Meisterlöwe Fredi Heiß schon vor Saisonbeginn: „Alles hängt von der Defensive ab.“

Die neue, alte Konterstärke: Balleroberung im Mittelfeld, schnelles Umschalten, präzise Pässe in die Spitze – so holten die Löwen schon in der Lauth/Schroth-Saison 2002/ 2003 ihre Erstliga-Punkte. Jetzt wächst Timo Gebhart immer mehr in die Rolle des Einfädlers und Lauth ist schon (fast) wieder der Alte. „So einen Pass wie Timo vor dem 1:0 in Osnabrück, den können nicht viele“, lobt Benny den 19-jährigen Gebhart. Das Lob für Lauth kommt von Trainer Kurz: „Benny hat jetzt den Rhythmus und die Kraft, seine Laufwege zu machen. Jedes Erfolgserlebnis macht ihn selbstbewusster.“ Bennys Erkenntnis: „Ich hab das Näschen wieder.“

Spieler- und Funktionärsfrauen: Die First Ladies des TSV 1860

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Die „Jetzt erst recht“-Mentalität: Je länger die Verletztenliste, desto höher das Punktekonto. Klingt paradox, ist aber so bei 1860. „Wir sind noch näher zusammengerückt“, sagt Sven Bender. „Wir haben keine Einzelkämpfer, das macht uns stark“, erklärt Gregg Berhalter. Doch Marco Kurz warnt: „Wir sind personell auf einem schmalen Grat und dürfen die Augen nicht verschließen.“ Auch auf dem Transfermarkt…

Der Trainer: Kurz lebt der Mannschaft vor, wie man öffentliche Kritik pariert, ohne populistische Zugeständnisse zu machen. „Marco bleibt seiner Linie treu, er ist geduldig, sachlich und zeigt uns die Fehler auf“, sagt Daniel Bierofka. Und was sagt Kurz? „Trainer ist ein Traumberuf. Wer da keinen Spaß hat, ist fehl am Platz.“

Die Eigendynamik des Erfolgs: „Jeder hat Lunte gerochen und gesehen, wie schön es ist, aufzuholen“, sagt Benny Lauth. „Die Mannschaft ist hungrig, jetzt nachzulegen“, weiß Marco Kurz. Die vier nächsten Heimgegner, Koblenz, Oberhausen, Augsburg und Wehen sind das, was man machbare Aufgaben nennt. Kurz’ Kommentar: „Wir wissen um unsere Möglichkeiten…“

Bierofka und die Ehefrau

Zwei sind fraglich

In die Freude über den Dreier beim VfL Osnabrück mischten sich am Montag schon wieder neue Sorgen. So sind die Einsätze von Benjamin Schwarz (Wadenprobleme) und Mate Ghvinianidze (Schlag auf die Hüfte) für das Spiel am Mittwoch gegen Koblenz – Anpfiff: 17.30 Uhr – ungewiss. „Es wird eng“, sagt Trainer Kurz. Ein ­Zustand, der in der Arena nicht zu befürchten ist. Bis gestern waren erst 15 000 Karten verkauft.

VfL Osnabrück gegen den TSV 1860: Die Löwen in der Einzelkritik

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Quelle: tz

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