Fan-Protest pro Rakic

Die mitgereisten Löwen-Fans fordern: "Rakic muss bleiben."

Maria Taferl - Noch ist Djordje Rakic bei den Löwen. In den Vorbereitungsspielen hat er bisher dreizehn Treffer markiert. Doch wegen des hohen Gehalts würden ihn die Verantwortlichen gerne abgeben.

Gleich gegenüber des Mannschaftshotels des TSV 1860 in Maria Taferl befindet sich der Gasthof „Zum Goldenen Löwen“. Bei diesem Namen war es Ehrensache, dass die rund 20 Fans, die die Sechziger immer überall hinbegleiten, dort Quartier bezogen. Sie alle leben für die Löwen, stehen ihnen auch in schlechten Zeiten stets treu zur Seite. Aber sie können auch hin und wieder ihrem Missmut Ausdruck verleihen. Wie am Montagabend, als sie an der Frontseite ihres Gasthofs ein etwa zwei Meter langes Transparent angebracht hatten, auf dem eine Forderung stand, für die es nur drei Worte benötigte: „Rakic muss bleiben!“

Dass dem serbischen Stürmer, dem bisher in den Vorbereitungsspielen bereits dreizehn Treffer gelungen sind, von der Vereinsführung trotz eines noch ein Jahr laufenden Vertrags der sofortige Abschied nahegelegt wurde, stößt bei den Fans auf Unverständnis. Die 1860-Verantwortlichen argumentieren damit, dass Rakic und Rukavina, der ebenfalls vorzeitig gehen soll, wegen ihrer hohen Gagen verhindern würden, dass der Verein sein angestrebtes Saisonbudget erfüllen kann. Seit dem Einstieg von Investor Hasan Ismaik ist das für die Fans allerdings eher schwer nachvollziehbar.

Wie auch immer: Einer hat sich über das Transparent natürlich tierisch gefreut – Djordje Rakic. Als er am Montagabend aus dem Mannschaftshotel kam, grinste der 25-Jährige über beide Ohren, hob den rechten Daumen in Richtung der Fans, die draußen beim Bier saßen und sagte: „Vielen Dank.“ Dann ging er rüber zu ihnen, klatschte mit einigen ab und ließ sich vor dem Plakat fotografieren.“

Die Verantwortlichen der Löwen nahmen es mit Humor. „Respekt“, sagte Geschäftsführer Robert Schäfer. „Das Plakat ist professionell gemacht, sie haben auch das richtige Blau ausgewählt – da kann man nichts sagen. Wir sind wirklich nicht böse über so eine Aktion, die muss man einfach mit einem Schmunzeln hinnehmen.“

An der Einstellung in Sachen Rakic ändert allerdings die Fan-Aktion nichts. Schäfer: „Wir haben unsere Vorgaben, und dabei wird es bleiben.“ Dann gab’s aber auch von ihm noch ein Lob für Rakic: „Er verhält sich hier absolut professionell, setzt sich mächtig ein, schießt Tore und ist außerdem ja auch ein sehr netter Kerl.“

Übrigens: Die Fans haben mit ihrer Aktion absichtlich bis zum Montag gewartet. Roman Wöll, einer der Initiatoren der Pro-Rakic-Demo: „Wir wollten erst das Fanfest am Sonntag abwarten. Wir wussten ja nicht, wie die Reaktion des Vereins sein würde. Möglicherweise hätte es dann für uns kein Freibier mehr gegeben…“

Claudius Mayer

Quelle: tz

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