Einer von sieben deutschen Profis

Klassenerhalt: Ex-Löwe Schindler und das „Wunder von Huddersfield“

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Christopher Schindler (Mitte).

David Wagner hat mit Huddersfield Town, vor der Saison als Absteiger Nummer eins gehandelt, den Klassenerhalt in der Premier League geschafft. Für den Deutsch-Amerikaner ist das "ein Wunder".

London/München - Als die Sensation perfekt war, gab David Wagner noch an der Stamford Bridge den Party-Befehl. "Jetzt wird gefeiert", sagte der 46 Jahre alte Trainer von Huddersfield Town inmitten jubelnder Spieler und Fans nach dem 1:1 (0:0) im Nachholspiel beim FC Chelsea glückselig. Zuvor hatten ihn seine Profis in die Luft geworfen.

Mit den Terriers, als krasser Außenseiter in die Premier League gestartet, schaffte Wagner bereits am vorletzten Spieltag der Saison den Klassenerhalt. "Das ist ein Wunder. Für mich ist das die Steigerung und auch höher anzusiedeln als der letztjährige Aufstieg, weil du diese Dichte an hochklassigen Managern und Topspielern in dieser Liga weltweit nirgendwo findest", sagte der gebürtige Frankfurter bei Sport1.

„Underdog-Rolle akzeptiert“

Man habe "eine realistische Herangehensweise" gehabt, führte Wagner weiter aus: "Wir haben diese Underdog-Rolle akzeptiert und angenommen. Wir sind mit Rückschlägen sehr entspannt umgegangen, weil wir wussten, dass uns das passieren wird. Die Underdog-Story findet jeder cool, das hat etwas Märchenhaftes."

Zumal der kleine Verein aus der Grafschaft Yorkshire irgendwie so gar nicht in die superreiche Premier League mit seinen Stars und Sternchen passt. Die Terriers mit ihren sieben deutschen Profis um Christopher Schindler haben den niedrigsten Etat der Liga in Höhe von 30 Millionen Euro und den schlechtesten Kader-Marktwert aller 18 Klubs von nicht einmal 90 Millionen. Bei Meister Manchester City sind Kevin de Bruyne, Leroy Sane und Co. mit insgesamt knapp 860 Millionen Euro veranschlagt (Quelle: transfermarkt.de).

„Spaß an dem Klub“

So eine Erfolgsgeschichte weckt Begehrlichkeiten. Wagner, der bis 2015 Borussia Dortmund II trainiert hatte und seit dem Aufstieg 2017 Heldenstatus in Huddersfield genießt, wird aktuell bei Eintracht Frankfurt als Nachfolger von Niko Kovac gehandelt. Zudem soll Liga-Konkurrent Leicester City starkes Interesse bekundet haben.

Wagner hält sich noch alles offen. Er nehme das wahr, könne aber "eine seriöse Aussage dazu nicht tätigen. Ich wusste kürzlich doch gar nicht, in welcher Liga wir nächstes Jahr spielen. Soll ich sagen 'ja auf jeden Fall'? Soll ich sagen, 'ich weiß es nicht'? Soll ich sagen 'Stand jetzt'?"

„Etwas außergewöhnliches“

Er wisse aber sicher, dass er "so viel Spaß an dem Klub" habe und dass er nach Saisonschluss mit Besitzer Dean Hoyle wie letztes Jahr konkret Gespräche führen werde. Dann werde man, so Wagner, gemeinsam ausloten: "Was können wir mit diesem Klub machen? Wie können wir es machen? Wir setzen uns hin und werden zusammen eine Entscheidung treffen."

Doch noch steht das "Finale" am Sonntag gegen den FC Arsenal an. Für die Terriers wird es im heimischen John Smith's Stadium vor 24.500 Fans ein Schaulaufen. Dass ausgerechnet Gunners-Teammanager Arsene Wenger in Huddersfield seinen letzten Auftritt hat, ist für Wagner "etwas Außergewöhnliches". Leider, so fügte er verschmitzt an, "wird sein letztes Spiel hoffentlich nicht so erfolgreich sein. Dafür werden wir alles tun."

Lesen Sie auch: Darum könnte Schindler nie zu Bayern wechseln - Ex-Löwe als WM-Überraschung?

SID

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