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Einmal Löwe, immer Löwe? Köllner knüpft 1860-Verbleib an Forderungen

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Von: Uli Kellner

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Michael Köllner hat seinen Vertrag beim TSV 1860 noch nicht verlängert.
Michael Köllner hat seinen Vertrag beim TSV 1860 noch nicht verlängert. © Ulrich Wagner

Löwen-Coach Michael Köllner setzt Zeichen für seinen Willen, in München zu bleiben. Ob er dem TSV 1860 München erhalten bleibt, ist aber nach wie vor offen.

München – Michael Köllner ist ein Mann der subtilen Hinweise. Seine Antwort auf den Aufstiegs-K..o. gegen Osnabrück (2:3)? Demonstratives Tragen von „Einmal Löwe, immer Löwe“-Klamotten vor dem 6:0 in Duisburg. Und diese Woche, als Gerüchte aufkamen, Bundesliga-Absteiger Fürth wolle sich seinen früheren U 17-Trainer angeln: Köllner verzichtete auf Marktwert-Spielchen wie 2020 mit St. Pauli und 2021 mit Austria Wien. Stattdessen fuhr er ein So-schön-ist-München-Programm, sprich: Besuch des Tennisturniers am Aumeister – nach eigener Auskunft gab es dort jede Menge Zuspruch von Löwen-Fans. Und tags zuvor: Ausflug mit seinem Trainerstab zum Fußball-Golf nach Zorneding. Köllner verlor zwar, „weil ich bei den letzten drei Löchern zu viel Blödsinn gespielt habe, zu sehr ins Risiko gegangen bin“. Seine gute Laune hielt sich aber bis zur Presserunde vor dem Havelse-Heimspiel.

TSV 1860 München: „Weiter attackieren“ - Köllner fordert Maximalausbeute im Schlussspurt

Die Botschaft dort: Den Fehler des Trainers, Blödsinn zu spielen auf den letzten drei Stationen einer langen Runde, soll das Profiteam tunlichst vermeiden, wenn es nun im Samstags-Rhythmus gegen Havelse, Magdeburg und Dortmund II geht. Köllners Erwartung für das Finish in drei ziemlich sicher ausverkauften Stadien (zweimal Giesing, einmal beim FCM): „Durch ein furioses 6:0 haben wir uns auf Platz vier katapultiert. Diesen Platz wollen wir nicht nur halten, sondern weiter attackieren. In erster Linie geht es darum, dass wir die maximale Punktzahl erreichen. Am Ende könnten wir auf 64 Punkte kommen – das wäre natürlich mega.“

Der Trainer weiß: Eine Siegesserie zum Abschluss würde seine Position in den laufenden Zukunftsgesprächen noch weiter verbessern. Und dass Köllner sein Bleiben an Forderungen knüpft, Qualität und Breite des Kaders betreffend, hat er am Freitag noch einmal verdeutlicht, als es darum ging, die Planungen für die neue Saison zu bewerten. Er sagte: „Es geht ja nicht darum, dass ich einen Vertrag brechen will. Aber man muss überlegen: Wie schätzen wir 1860 München aktuell sein – und wo wollen wir morgen sein? Der Verein beschäftigt sich ebenfalls mit diesem Morgen, aber ich muss ja dann nach drei, vier Spielen den Kopf hinhalten, wenn es sportlich nicht läuft.“ Sein Vergleich aus der Welt der Dating-Portale: „Am Ende müssen die Vorstellungen matchen – denn sonst ist es ein Mismatch.“ Für diesen Fall kündigt er ein konsequentes Handeln an: „Dann bleibe ich eben ein Jahr zu Hause und fahre mit meiner Frau in den Urlaub . . .“

„Nullkommanull den Eindruck, dass er Abwanderungsgedanken hegt“: Gorenzel rechnet mit Köllner-Verbleib

Und wie sieht es Sportchef Günther Gorenzel, der den Ausführungen des Trainers gut versteckt hinter einer FFP2-Maske lauschte? „Wir haben alle das Ziel, dass wir besser werden“, sagte der Österreicher, auf den Spagat zwischen sportlichen Träumen und wirtschaftlicher Machbarkeit verweisend: „Michael hat noch ein Jahr Vertrag – wir planen Tag für Tag akribisch die neue Spielzeit. Ich habe nullkommanull den Eindruck, dass er Abwanderungsgedanken hegt. Personell haben wir auch schon Zukunftsentscheidungen getroffen, die geben wir aber noch nicht bekannt, weil wir den Fokus auf die letzten drei Spiele legen wollen.“

Köllners optimistisches Schlusswort: „Ich hoffe nicht, dass es ein Hexenwerk wird, denn wir haben hier immer noch gemeinsam was vor.“

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