Der Kalender des Grauens - Die Löwen seit Wildmoser

Nach Karl-Heinz Wildmosers Abgang kamen die Löwen nicht zur Ruhe.
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Nach Karl-Heinz Wildmosers Abgang kamen die Löwen nicht zur Ruhe.

Seit dem Rücktritt von Karl-Heinz Wildmoser vor rund vier Jahren kommt der TSV 1860 nicht zur Ruhe.

15. März 2004: Im Zuge des Schmiergeld-Skandals um die Allianz Arena tritt 1860-Präsident Karl-Heinz Wildmoser nach zwölf Jahren im Amt zurück. Nachfolger wird Karl Auer, Fleischwarenhändler aus Holzkirchen.

22. Mai 2004: Mit einem 1:3 in Mönchengladbach verabschieden sich die Löwen nach zehn Jahren aus der Bundesliga. 32 Punkte stehen am Ende zu Buche, vier zu wenig.

22. Mai 2005: Nach furioser Aufholjagd unter Trainer Reiner Maurer muss 1860 am Saison­ende doch Eintracht Frankfurt den Vortritt in die Erste Liga lassen. Vier Punkte fehlen zum Aufstieg.

15. März 2006: Akute Herzprobleme zwingen Karl Auer zum Rücktritt als Präsident. Auch die Löwen liegen darnieder. Trainer Walter Schachner, zum Rückrundenbeginn gemeinsam mit Manager Stefan Reuter verpflichtet, hat aus einem Aufstiegs- einen Abstiegsaspiranten gemacht, finanziell droht durch die aberwitzigen Kosten der Arena (rund 7,5 Millionen Euro pro Jahr) der Exitus. DSF-Sanierer Dr. Stefan Ziffzer wird als Retter geholt, durch den Verkauf der Arena-Anteile an den FC Bayern (für insgesamt 11,3 Millionen Euro) wendet der TSV 1860 die Insolvenz ab. Nachfolger von Karl Auer ist Alfred H. Lehner, ehemaliger Vorstandschef der Bayern LB.

21. Mai 2006: Bei den Delegiertenwahlen in der kleinen Olympiahalle übertölpelt die junge Fan-Initiative Pro1860 die alte Wildmoser-Hausmacht-ARGE. Mit 120 von 230 Delegierten kontrolliert Pro1860 nun das höchste Gremium des Vereins. Eine Revolution mit gravierenden Auswirkungen.

3. Dezember 2006: Die Delegiertenversammlung wählt mit 189 von 209 anwesenden Delegierten einen neuen Aufsichtsrat. Vier der neun Mitglieder kommen von Pro1860, drei werden der ARGE zugerechnet. Gremiumsmitglied Christian Ude sagt: „Es gibt keine kontroversen Lager mehr. 1860 hat jetzt einen hochkarätigen Aufsichtsrat.“

14. März 2007: Nach einem schier endlosen Präsidentenwahlkampf zwischen ARGE-Mann Otto Steiner und Pro1860-Favorit Karsten Wettberg einigt sich der Aufsichtsrat im Münchner Rathaus auf einen Kompromiss. Der eigentlich als Wettberg-Vize vorgesehene Albrecht von Linde wird Präsident – und soll nach der Hälfte der dreijährigen Amtszeit mit Steiner tauschen.

24. Mai 2007: Von Linde fordert Geschäftsführer Ziffzer in einem SZ-Interview auf, „seine Hausaufgaben zu machen“ und „kreativer“ zu arbeiten, da die Sanierung nicht richtig funktioniere. Der Machtkampf hinter den Kulissen wird ab sofort auch öffentlich ausgetragen.

11. Juli 2007: Vizepräsident Otto Steiner tritt zurück. Seine Begründung: Von Linde sei ein ,,autistischer Alleingänger‘‘ und fahre ,,einen offenen Konfrontationskurs“ mit Ziffzer. Steiner hat das Gefühl, man wollte ihn ,,im Präsidium isolieren‘‘.

6. August 2007: Der Aufsichtsrat lässt den vom Präsidenten als Steiner-Nachfolger vorgeschlagenen Stahl-Unternehmer Hans Hee abblitzen. Von Linde gerät unter Druck. Ziffzer, Steiner & Co. spekulieren auf seinen baldigen Sturz.

26. September 2007: Der Plan schlägt fehl. Wettberg überredet seinen Freund Franz Maget, als 1860-Vize zu kandidieren und der SPD-Landtagschef wird mit 6:3 Aufsichtsratsstimmen gewählt. Der Machtkampf geht weiter.

11. Mai 2008: Nach dem geschafften Klassenerhalt lässt Ziffzer die Bombe platzen. Vor laufenden TV-Kameras beschimpft er von Linde als „Schande“ für 1860. Der Präsident reagiert umgehend und feuert Ziffzer im VIP-Raum fristlos.

Ziffzer kann einpacken - Der Abgang in Bildern

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13. Mai: Hauptsponsor Trenkwalder stellt Präsident von Linde öffentlich in Frage. In den folgenden Tagen fordern die ARGE und elf von 15 Vereinstratsmitglieder seinen sofortigen Rücktritt.

15. Mai: In einem münchen.tv-Interview kündigt von Linde an, im September als 1860-Präsident zurückzutreten.

26. Mai: Der Aufsichtsrat trifft sich zu einer Sitzung in der Löwen-Geschäftsstelle. Thema ist unter anderem die Präsidenten-Frage.

Die Löwen-Führung

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Quelle: tz

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