Der goldene Oktober

Manuel Schäffler im Zweikampf mit Koblenz' Branimir Bajic.
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Manuel Schäffler im Zweikampf mit Koblenz' Branimir Bajic.

Ooooh, wie ist das schön..., soooo ein Taaaag...“ All das immergrüne Liedgut dröhnte durch die blau illuminierte Allianz Arena.

Und weil die Fröttmaniger Konstruktion nicht einmal zu einem Viertel gefüllt war, hallte es besonders eindrucksvoll.

Der ausbaufähige Besucherzahl war allerdings das einzig Negative an diesem kalten Dienstagabend. Die anderen Zahlen stimmten wieder einmal beim TSV 1860. 1:0 gegen Koblenz gewonnen durch einen Treffer des überragenden Timo Gebhart, vierter Sieg in Folge, fünf Spiele ungeschlagen, 10:2 Tore. Der goldene Oktober ist perfekt. Und die Tabelle ein motivierender Anblick. Auf Platz sechs haben sich die Löwen bereits hochgespielt, vor dem Auswärtsspiel am Montag auf dem Betzenberg in Kaiserslautern beträgt der Abstand zum Relegationsplatz, zum SC Freiburg, nur noch drei Pünktchen.

TSV 1860 - Koblenz: Die Löwen in der Einzelkritik und weitere Bilder vom Spiel

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Doch mit derlei Träumereien mag sich Marco Kurz nicht beschäftigen. Für den 1860-Trainer zählt das Hier und Jetzt. Und so klangen auch seine Sätze nach dem Schlusspfiff. „Es war das erwartet schwere Spiel gegen einen sehr kompakten Gegner. Ein hartes Stück Arbeit. Ich bin froh, dass wir die Marschroute der Geduld, des Wartens auf den Moment, durchgehalten haben.“

1860 ist die Mannschaft der Stunde

Trainer Marco Kurz schwärmt in den höchsten Tönen von Timo Gebhart: Der Mittelfeld-Akteur könne ein Spiel entscheiden, sei unglaublich selbstbewusst. Hier die Worte des Trainers zum Koblenz-Spiel und seinen Spielern.

Sachlich und nüchtern eben. Kurz kennt seinen TSV 1860 aus langjähriger Erfahrung.…

Und er weiß, dass es sich mit den Löwen verhält wie an der Börse. Wird die Stimmung zu optimistisch, droht Gefahr. Zu oft versagten den Blauen just dann die Nerven, wenn alles mit einem Sieg rechnete. Und auch beim Spiel gegen Koblenz waren die Verzweiflungsschreie der Fans schon zu hören, als es nach gut einer Stunde und sechs Großchancen noch immer Nullnull stand.

Zweimal Lauth (16. und 25. Minute), zweimal Gebhart (15. und 50.), Sven Bender (51.) und Manuel Schäffler (55.) waren am Pfosten, an TuS-Keeper Yelldell und an mangelnder Präzision gescheitert. Es war wie verhext.

Doch dann war er zur Stelle.

70. Minute: Koblenz bekommt den Ball nicht aus der Gefahrenzone, von Mathieu Beda prallt die Kugel zu Timo Gebhart, und der U 19-Europameister jagt das Spielgerät mit rechts ins linke Kreuzeck. 1:0! Die Erlösung.

Verziehen waren die Schlampereien im Aufbauspiel gegen ersatzgeschwächte und ultradefensiv eingestellte Koblenzer, vergessen die vielen Abspielfehler, die vor allem dem „Sechser“, Mathieu Beda unterlaufen waren. Gebharts Gewaltschuss hatte den Bann gebrochen.

„Timo hat wie die gesamte Mannschaft hervorragend gearbeitet und gespielt. Er war der Torschütze eines Kollektivs, dem ich Respekt zolle“, formulierte Kurz in gewohnter „Der Star ist die Mannschaft“-Diktion.

Für die Gefühle war an diesem Abend der Kapitän zuständig: „Herrlich, vier Siege in Serie – es war ein perfekter Oktober!“, jubelte Benny Lauth in der Pressezone. „Jetzt freuen wir uns alle auf das Spitzenspiel in Kaiserslautern!“

Ein Sieg – und die Löwen wären…

Ach, lassen wir das.

Spieler- und Funktionärsfrauen: Die First Ladies des TSV 1860

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Quelle: tz

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