Warum Göktan gegen Osnabrück „mitspielt“

Bender & Co. - Ein Sieg als Schocktherapie

„Es ist viel auf uns eingestürzt, erst die schwere Verletzung von meinem Bruder Lars und dann die Geschichte mit Berki. Aber je näher das Spiel rückt, desto mehr schieben wir die Gedanken an das, was passiert ist, beiseite“, sagt Sven Bender.
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„Es ist viel auf uns eingestürzt, erst die schwere Verletzung von meinem Bruder Lars und dann die Geschichte mit Berki. Aber je näher das Spiel rückt, desto mehr schieben wir die Gedanken an das, was passiert ist, beiseite“, sagt Sven Bender.

Es war wieder mal alles andere als eine leichte Woche draußen auf dem Gelände des TSV 1860.

Bei jenem Klub, bei dem das Wort Skandal quasi per Vereinssatzung fest verankert scheint. Der Publikumsliebling wegen Kokainmissbrauchs fristlos entlassen, fassungsloses Kopfschütteln in ganz Fußball-Deutschland über Berkant Göktan – für die Schlagzeilen war gesorgt. Aber am Freitag wurde auch endlich wieder mal gelacht. Vor allem über Mucki Kucukovic. Der Stürmer drosch im Training den Ball über den etwa zehn Meter hohen Fangzaun auf die Grünwalderstraße und schoss eine Verkehrsampel kaputt. Kucukovic erzählte ganz stolz davon. Logisch: Seinen letzten Volltreffer hatte er am 24. August beim 1:2 gegen Mainz gelandet…

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Am Sonntag geht’s nach Osnabrück. Nach zwei Siegen in Folge könnten die Löwen also mit breiter Brust dorthin fliegen. Jetzt aber muss man abwarten, wie die Mannschaft die ganzen Geschehnisse der vergangenen Tage verkraftet. „Es ist viel auf uns eingestürzt“, sagt Sven Bender, „erst die schwere Verletzung von meinem Bruder Lars und dann die Geschichte mit Berki. Aber je näher das Spiel rückt, desto mehr schieben wir die Gedanken an das, was passiert ist, beiseite.“

Sehr zur Freude von Marco Kurz. „Als Alibi dürfte das ohnehin nicht herhalten“, sagt der Löwen-Trainer, der die Aussage seines Kölner Kollegen Christoph Daum („Ausgrenzen ist keine Lösung“, meinte dieser zur fristlosen Entlassung von Göktan) nicht weiter kommentieren wollte: „Es ist doch in Ordnung, dass es verschiedene Meinungen dazu gibt.“ Geschäftsführer Stefan Reuter gestand Daum die Einmischung in eine Angelegenheit des TSV 1860 ebenfalls zu, weil es ein Thema sei, „in das sich Daum noch besser reindenken kann als andere…“

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Kein schlechter Konter von Reuter.

Der allerdings einmal mehr wenig Hoffnung machen konnte und wollte, dass das ab sofort eingesparte Gehalt von Göktan (knapp 400 000 Euro im Jahr) im Winter in einen Neuzugang investiert werden könnte. Reuter: „Aus diesem Grund allein werden wir uns leider immer noch nicht auf der Festgeldseite befinden…“

Wobei die Situation noch weitaus schlimmer sein könnte, hätte Göktan schon in der vergangenen Saison nicht gespielt. Vor allem, wenn der Gegner Osnabrück heißt. Im Heimspiel der vergangenen Saison nämlich erzielte Göktan am vorletzten Spieltag den Ausgleich zum 1:1 und rettete den TSV 1860 damit vor dem Abstieg. Es war sein letzter Treffer.

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Quelle: tz

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